Bietigheim-Bissingen / Vivien Staib

Viele Kinderräder, Jugendräder, aber auch BMX, Mountainbikes und Alltagsräder – das alles war auf dem Stahlrossmarkt am Samstagmorgen auf dem Kronenplatz zu finden, der bereits zum 28. Mal stattfand. Initiiert wurde der Markt von Albrecht Kurz von Bündnis 90/Die Grünen und dem ADFC. Die Fahrradbörse soll laut dem Bietigheimer dazu dienen, ein reichhaltiges Angebot an Fahrrädern anzubieten: „Die Grünen stellen hierfür nur den Platz zur Verfügung, die Verkäufer müssen sich auch nicht anmelden, sondern können einfach kommen und ihr Rad zum Wunschpreis verkaufen. Ganz ohne Standgebühr“, erklärt Kurz.

Und das kommt gut an: Der sonnige Kronenplatz ist voller Interessierter und vollgestellt mit etlichen Fahrrädern. Durchschnittlich liegt der Preis der Räder zwischen 50 und 200 Euro, vor allem viele Jugendräder werden am Samstagmorgen ausgestellt. Mittendrin sind Andrea und ihre Tochter Sophia, die ebenfalls ein Jugendrad zum Verkauf ausstellen: „Heute Morgen haben wir ein größeres Rad erstanden und wollen aus diesem Grund nun das kleinere Rad verkaufen“, erklärt Andrea.

Code als Diebstahlschutz

Wie das Mutter-Tochter-Gespann finden sich auch viele andere Familien auf dem Kronenplatz ein, um die Fahrradgröße der Kinder und Jugendlichen anzupassen. Auch die beliebten E-Bikes sind im Getümmel anzutreffen, so wie ausgefallene Räder wie Einräder und auch Laufräder für die ganz kleinen Radsportler aus Bietigheim und Umgebung.

Neben Verkauf und Kauf der Räder, kann man sich für 13 Euro außerdem den Service des ADFC für zehn Minuten buchen und sein Fahrrad codieren lassen: „Die Codierung dient der Diebstahl­sicherung. Hierfür wird ein 0,2 Millimeter tiefer Code in das Rad gefräst, an dem die Polizei erkennen kann, wem das Fahrrad gehört“, erklärt Hartmut Mayer vom ADFC.

Dieser Code bestehe aus den Initialen der Region, einer festbestimmten Nummer für die Stadt des Besitzers, einer Nummer für die Wohnstraße, der Hausnummer des Besitzers und zuletzt aus den Namensinitialen des Radbesitzers. „Diese Nummer wird dann bei der Polizei hinterlegt, man muss also nicht extra erst eine Datenbank erstellen, um die Codes zu nutzen. Wichtig ist nur, bei Verkauf des Rads zu melden, dass der Besitzer gewechselt wurde“, erklärt Albrecht Kurz.

Neben den Privatverkäufern und dem ADFC bot auch die Gustav-Schönleber Schule mit ihrem Stand „Pimp my bike“ verschiedene Fahrräder zum Verkauf an. „Pimp my bike“ ist eine Schülerfirma, die beschädigte Fahrräder annimmt, repariert und kostengünstig wieder verkauft. Die Schülerinnen Tamara, Melisa, Carolin und Antoinetta erklären, wie die Schulfirma aufgebaut ist: „Bei ‚Pimp my bike’ haben wir vier Abteilungen: Ein Büro, eine Werkstatt, ein Fahrradteam und ein Marketingteam. Alle Abteilungen müssen gut zusammenarbeiten, damit alle Vorgänge schnell und gut umgesetzt werden können.“ Laut den Schülerinnen sind die häufigsten Beschädigungen an Fahrrädern vor allem im Bereich der Bremsen und des Schaltgetriebes, aber auch Reifen seien meistens hinüber und müssen ersetzt werden. Unterstützt werden sie dabei von einem Profi.

Die Fahrradbörse bietet ein breites Angebot zum kleinen Preis an. Wer also ein neues Fahrrad zum fairen Preis erstehen möchte, darf die Ohren für die 29. Fahrradbörse im nächsten Jahr gespitzt halten.