Stolz hielten Robin und Philipp ihre Urkunden in der Hand und trugen ihre Medaillen um den Hals. „Ich habe 1200 Meter im Brustschwimmen geschafft. Es war ganz schön anstrengend, aber es hat auch sehr viel Spaß gemacht“, erklärte der neunjährige Robin aus Bietigheim-Bissingen. Er hat gemeinsam mit seinem Bruder und seinen Großeltern zum zweiten Mal am 24-Stunden-Schwimmen des Schwimmvereins Bietigheim-Bissingen teilgenommen.

Sein Opa Michael Tschierschwitz gehört mit seinen 75 Jahren zu den Stammgästen bei der beliebten Breitensportveranstaltung. „1986 habe ich mit dem Turnverein Metterzimmern das erste Mal am 24-Stunden-Schwimmen teilgenommen. Seit dieser Zeit bin ich immer mit dabei.“ Im Laufe der Jahre ist seine Schwimmstrecke „aufgrund des Alters und der kleinen Wehwehchen“ immer etwas weniger geworden. „Heute habe ich 2450 Meter geschafft“, kann er aber immer noch auf eine starke Leistung blicken.

Der Bietigheimer schätzt vor allem die familiäre Atmosphäre beim 24-Stunden-Schwimmen, zu dem Sportfreunde unter anderem sogar aus Augsburg anreisen. „Gerade viele Schulen aus der Stadt und den benachbarten Gemeinden sind alljährlich im Rahmen ihres Sportunterrichts mit von der Partie. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen hat über die Jahre eigentlich eher zu- statt abgenommen, obwohl immer wieder zu hören ist, dass viele Kinder nicht mehr schwimmen können“, betonte der Erste Vorsitzende des Schwimmvereins, Michael Bertet. Er war tatsächlich 24 Stunden, von Samstag 14 Uhr, bis Sonntag, 14 Uhr, im Hallenbad in Bissingen als Ansprechpartner vor Ort. Nachts war hat er in einem Nebenraum mal zwei Stunden geschlafen.

„Ab 24 Uhr wird es immer etwas ruhiger im Bad, aber zu Stoßzeiten befinden sich bis zu 105 Schwimmer im Becken. Wir haben pro Bahn drei Helfer im Einsatz, insgesamt können wir an diesem Wochenende auf rund 100 Helfer zurückgreifen. Inzwischen sind wir ein eingespieltes Team“, machte Bertet deutlich.

Die Schwimmer ziehen aber nicht nur ihre Bahnen, sondern sitzen auch gemütlich zusammen, essen und trinken. Einige Sportler übernachten sogar im Hallenbad. Andere wiederum kommen am Samstag, um eine bestimmte Strecke zurückzulegen und setzen diese Leistung am Sonntag – nach einer Ruhepause zu Hause – fort. „Manche Schwimmfreunde packt dabei richtig der Ehrgeiz, und sie wollen sich Meter um Meter verbessern, obwohl sie im Vorfeld vielleicht mit eine viel geringeren Schwimmstrecke gerechnet haben“, sagt Bertet. Immer wieder erreichen den Verein auch Anfragen von „Rekordschwimmern“, die eine Bahn für sich reservieren wollen. „Das lehnen wir jedoch ab, da wir bewusst eine Breitensportveranstaltung für jeden Sportler sind“, unterstrich der Vorsitzende.

Er sei „mit dem reibungslosen Ablauf sehr zufrieden. Es gab in all den Jahren nie einen größeren Unfall.“ Zum  40. 24-Stunden-Schwimmen „wünschen wir uns als Austragungsort eine neue Schwimmhalle“, schmunzelte Bertet.

Die Superlative des 24-Stunden-Schwimmens


Die 491 Teilnehmer beim diesjährigen 24-Stunden-Schwimmen haben gemeinsam 2194 Kilometer zurückgelegt. Am meisten schwamm die 14-jährige Cora Heidenreich (Königsbach-Stein): 35,5 Kilometer. Mit 33,85 Kilometern war Christian Köder (20/Ellwangen), bester männlicher Schwimmer.

Mit 455,55 Kilometern gewannen bei den Nichtschwimmsportgruppen die 120 Bissinger Realschüler. Bei den Schwimmsportgruppen waren die Gastgeber selbst mit 18 Teilnehmern und 143,20 Kilometern top. Die beste Familienleistung erzielte die vierköpfige Familie Heidenreich mit 80,6 Kilometern. Zu den Jüngsten zählten die vierjährige Louisa Blessing aus Kirchberg mit 1350 Metern und der sechsjährige Tom Sauer aus Bietigheim-Bissingen mit 3050 Metern.

Die ältesten Sportler: Herta Dolch aus Sachsenheim, 80 Jahre, schwamm 3350 Meter und Ottmar Schreyegg, 76, 2100 Meter. mig