Die Digitalisierung in den Schulen werde für die Stadt als Schulträger eine große Herausforderung, ist sich Bürgermeister Joachim Kölz bewusst. Während es für die Investitionen, die die Stadt dafür tätigen muss, Fördermittel von Land und Bund gibt, „sitzen wir auf den Folgekosten“, sagte Kölz jüngst im Schulbeirat. Zugleich ist die technische Unterstützung ein wichtiges Thema. Die Grundlagen sind indes gelegt, inzwischen liegt ein medienpä­dagogisches Konzept für jede Schule vor.

Wie Inga Mollerus, die Leiterin des Amts für Bildung, Jugend und Betreuung, den Beiratsmitgliedern berichtete, wurde die medientechnische Ausstattung für die Jahre 2020 bis 2024 festgelegt. Das Digitalisierungskonzept der Stadt ist am 22. Oktober im Gemeinderat beschlossen worden.

2,8 Millionen für Hardware

Zu tun gibt es einiges: Die Netz­infrastruktur muss eingerichtet werden, wofür die Stadtwerke Glasfaserkabel verlegen, ebenso müssen die Schulräume verkabelt werden. Unterrichtsräume erhalten Whiteboards und Touch-Displays, ebenso sind Dokumentenkameras vorgesehen. Die Auswahl der mobilen Endgeräte sei ein schwieriger Part gewesen, so die Amtsleiterin, man habe sich entschlossen, auf Tablets zu setzen. Die sind – neben PCs – auch für die Lehrer vorgesehen. Aber auch spezielle Computerräume werde es weiter geben.

Was die Kosten dafür anbelangt, werden bis 2024 knapp 2,8 Millionen Euro für Hardware fällig, so die Einschätzung der Verwaltung. Davon fallen beispielsweise 890 000 Euro für die Ellentalgymnasien an, 440 000 Euro werden für die Realschule im Aurain benötigt, 200 000 Euro für die Hillerschule. Das hänge auch damit zusammen, dass die Schulen beim Stand der Digitalisierung nicht gleich weit seien, sagte die Amtsleiterin im Schulbeirat. Weitere 360 000 Euro hat die Stadt bis 2024 für die Verkabelung einkalkuliert (ohne Neubau).

Wie berichtet gibt es dafür aus dem Digitalpakt des Bundes eine Unterstützung in Höhe von 1,7 Millionen Euro, wobei 295 Euro pro Grundschüler und 422 Schüler pro Sekundarschüler veranschlagt werden. Hinzu kommt eine Landesförderung, von der 276 000 Euro in diesem Jahr im Juni geflossen sind, weitere 258 000 Euro werden im kommenden Jahr erwartet.

Die Frage von Karin Wittig (CDU), ob es derzeit unterschiedliche Systeme in den Schulen gebe, bejahte Inga Mollerus, kündigte aber zugleich an, dass sie eine Vereinheitlichung anstrebe. Zunächst wolle man diese für die einzelnen Schularten angehen, ergänzte Bürgermeister Joachim Kölz.

Die Anschaffung der Hardware ist eine Sache, diese zu betreuen und mögliche Störungen zu beheben die andere. „Mit unsere größte Sorge ist der Support“, meinte Inga Mollerus. Auf Nachfrage von Sabine Bothner, der Elternbeiratsvorsitzenden der Sandschule, ob dies von den Lehrern leistbar sei, sagte Mollerus, die täglichen Dinge müsse die Schule machen. Dass dies aber nur begrenzt geht, rechnete Claus Stöckle, der Leiter der Realschule im Aurain, vor. So brauche man bei 200 PCs zwei Anrechnungsstunden für eine Fachkraft, das heißt Stunden, in denen dieser Lehrer keinen Unterricht hat. Daher seien externe Anbieter ganz wichtig, sagte Stöckle. Diese sind seiner Erfahrung nach im Notfall auch schnell da.

Zur Koordination der externen Dienstleister will die Stadt einen IT-Koordinator einstellen, der auch für einheitliche Standards in den Schulen sorgen soll. Sie hoffe, möglichst bald im kommenden Jahr jemanden für diese Aufgabe zu finden, sagte die Amtsleiterin für Bildung. Den Vorschlag aus dem Gremium, dafür die städtische IT-Abteilung einzusetzen, hielt Bürgermeister Kölz nicht für realistisch. „Wir schaffen es nicht mit eigenem Personal“, sagte er.