Bietigheim-Bissingen Big-Band-Charme hoch drei

Sepp Herzog dirigiert die Bosch Big Band beim Konzert im Kronenzentrum zugunsten der BZ-Aktion Menschen in Not.
Sepp Herzog dirigiert die Bosch Big Band beim Konzert im Kronenzentrum zugunsten der BZ-Aktion Menschen in Not. © Foto: Helmut Pangerl
Bietigheim-Bissingen / SUSANNE YVETTE WALTER 11.05.2015
Dürr, Bosch, Porsche - drei renommierte Namen in der Automobilindustrie. Der Auftritt ihrer Big Bands im Kronenzentrum am Sonntag zugunsten der BZ-Aktion Menschen in Not sorgte für tosenden Applaus.

Fingerschnipsen erlaubt, mit den Zehen wippen auch, und erst recht gute Laune - das war am Sonntag garantiert. Zur Benefiz-Matinee ins Kronenzentrum kamen auf Einladung der Firma Dürr neben der eigenen Big Band zwei weitere, die Bosch Big Band und die Porsche Big Band, um nicht nur die Mütter an ihrem Festtag auf Touren zu bringen. Am Muttertag sagten viele Söhne und Töchter auf diese Weise Danke und luden die Frau Mama ins Kronenzentrum ein.

Tosender Applaus am Ende zeigte, wie gut die Jazz-Matinee auch in ihrem siebten Jahr noch ankommt. Der Erlös geht an die BZ-Aktion Menschen in Not. Dafür boten die drei Big Bands gern zweieinhalb Stunden lang tolle Rhythmen aus ihrem großen Fundus.

Oberbürgermeister Jürgen Kessing begrüßte als Schirmherr der Matinee die Gäste und machte noch einmal sensibel dafür, wie wichtig ein selbstloses Engagement wie dieses für notleidende Menschen in der Region ist. Organisator Dieter Friedrich von der Dürr Big Band hatte als Jazzkenner die Kollegen der beiden anderen Firmenbands ins Kronenzentrum geholt und damit ein Feuerwerk an stilistischer Vielfalt entfacht.

Den Anfang des diesjährigen Konzerts macht die Dürr Big Band. Ihre Wurzeln reichen ins Jahr 2003 zurück. Hauptsächlich Mitarbeiter des Dürr-Konzerns leben hier ihr liebstes Hobby auf hohem Niveau aus und ließen Bekanntes hören wie "In the mood" und das Pink-Panther-Thema.

Die Dürr Big Band besteht aus einer "Reed Section" mit sieben Saxophonen, einer "Brass section" mit vier Trompeten, vier Posaunen sowie einer "Rhythm Section". Diese setzt sich aus Klavier, Gitarre, Bass und Schlagzeug zusammen. Insgesamt spielten sich rund 20 Musiker impulsiv die Bälle zu und machten als Einheizer versiert Stimmung im Kronensaal.

Zeitgleich mit der Band von Dürr entstand die Bosch Big Band um Bandleader und Profitrompeter Sepp Herzog. Zusammen mit Trompeter Alexander Springer hat er eine Formation ins Leben gerufen, die sanfte Balladen genauso im Programm hat wie sprühende Fontainen aus der Welt des Swing und des Bossa-Nova.

Miriam Angstmann als versierte Jazzsängerin ist das Trumpf-Ass dieser Bigband. Neben ihr haben Solisten am Keyboard und Saxophon und an der Trompete ihre große Stunde - professionelles Entertainment, das zeigt, wie versiert und selbstverständlich die Big Band ein charmantes Programm auf die Beine stellt und wiedergibt.

Die zweite Halbzeit gehörte der Porsche Big Band um ein Stuttgarter-Jazz-Ass, den Profimusiker Meinhard "Obi" Jenne. Unter seinem Dirigat liefen die Porsche-Musiker wieder einmal zur Höchstform auf, und ließen Soloeinlagen einfließen, bei denen der Zuhörer ganz unweigerlich die Augen schließt und nur noch genießt. Der Kronensaal kochte inzwischen.

Ansteckend ist auch heute noch die Energie, die vom traditionellen Swing der 1920er-Jahre ausgeht und in die Ära der großen Big Bands der 1930er- bis 1950er-Jahre hineinreicht bis hin zu Pop und Jazzrock. So hätte das Konzert lückenlos von der Matinee in die Soiree münden können.