Bietigheim-Bissingen Bietigheimerin strickt Kleidung für Obdachlose

Monika Bolten hat schon wieder neue Sockenpärchen und Mützen für Obdachlose gestrickt.
Monika Bolten hat schon wieder neue Sockenpärchen und Mützen für Obdachlose gestrickt. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / JULIA SCHWEIZER 28.12.2015
Schon als Kind hat Monika Bolten gern gestrickt. Und das kommt nun zahlreichen Obdachlosen zugute. Denn die Bietigheimerin fertigt seit ein paar Wochen Socken, Schals und Mützen für Bedürftige.

Manch einer mag sich über die vergleichsweise warmen Temperaturen in den vergangenen Tagen gefreut haben. Doch gerade in den Abendstunden wurde es dennoch kalt - vor allem für die Menschen, die sich nicht auf ein warmes Sofa zurückziehen konnten. Zumindest ein wenig Wärme gibt es derzeit aber für Obdachlose einer Tagesstätte in Bad Cannstatt - und dank des Engagements von Menschen wie der Bietigheimerin Monika Bolten. Sie strickt seit November für Bedürftige.

Erst unlängst hat sie 20 Paar Socken, vier Schals und zwölf Mützen fertiggestellt, die dann zum Café 72 der Ambulanten Hilfe Stuttgart gebracht wurden. Und es sind schon wieder neue warme Kleidungsstücke entstanden, die sie in den Weihnachtsferien nun vielleicht selbst mal mit ihrem Sohn nach Bad Cannstatt bringen will. "Ich stricke ein bisschen und mache Menschen eine Freude. Mehr mache ich eigentlich nicht", sagt sie bescheiden. "Bislang habe ich für Freunde gestrickt, nun halt ein bisschen mehr", sagt sie über ihre neue große Feierabendbeschäftigung, die sie auch zum Abschalten nutzt. Schon seit ihrem siebten Lebensjahr stricke sie mit großer Begeisterung, erzählt die 38-Jährige.

Über eine Bekannte war sie auf eine Facebook-Gruppe aufmerksam geworden, die ehrenamtliche Hilfe für die Obdachlosen koordiniert. Monika Bolten schrieb dann die Organisatorin Sonja Langer an und fragte, wie sie helfen könne, auch ohne entsprechende finanzielle Mittel bereitstellen zu können. Und weil die Bietigheimerin gerne strickt, war schnell klar, wie die Hilfe aussehen kann.

Hilfe hat Monika Bolten auch schon selbst erfahren. Mehrere große Kartons voll mit Wolle habe sie geschenkt bekommen, auch von Spendern einer zweiten Facebook-Gruppe zum Thema Handarbeit, in der sie Mitglied ist, freut sie sich.

Und was macht sie, wenn der Winter tatsächlich vorbei ist und es wieder so warm wird, dass man keine Schals und Mützen mehr braucht? "Dann werd' ich einfach für den nächsten Winter weiterstricken", sagt Monika Bolten und lacht dabei.

Info Weitere Mithelfer sind willkommen. Mehr Infos gibt es in der Facebook-Gruppe "Cafe72".

Der Verein Ambulante Hilfe

Geschichte Der Stuttgarter Verein wurde 1977 gegründet. Er will Menschen helfen, die obdachlos geworden sind oder Angst um ihre Wohnung haben.

Projekte Seit 1987 baut der Verein Sozialwohnungen, 143 Wohneinheiten sind es bislang, und bietet eine vorübergehende Wohnmöglichkeit für 26 Männer sowie Straßensozialarbeit. Zudem gibt es das Café 72, wo man sich duschen und waschen kann, und ein Beratungsangebot speziell für Frauen.

 

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel