Bietigheim-Bissingen / CAROLINE HOLOWIECKI Wenn das geliebte Haustier stirbt, wollen viele Herrchen der Katze oder dem Hund ein würdiges Andenken bewahren. Nicht wenige klopfen dann bei Rudolf Fabry an. Der Bietigheimer Tätowierer weiß: Tier-Tattoos sind äußerst beliebt.

Der Bullterrier hat den Kopf elegant gehoben, blickt wachsam in die Ferne. Das Tier trägt ein Halsband mit einem Schweizer Kreuz. Rudolf Fabry erinnert sich genau: Dieses Accessoire hatte eine besondere Bedeutung. So wollte der Hundehalter seinen Liebling in Erinnerung behalten. Denn der Bullterrier ist tot. Sein Porträt ziert die linke Schulter seines früheren Herrchens. Für immer.

Fabry, seit 1994 Inhaber von "Rudis Tattoo & Piercing" in der Bietigheimer Altstadt, hat schon viele Fälle erlebt, bei denen die Tierliebe von Menschen unter die Haut geht. Neben Schriftzügen seien animalische Bilder die beliebtesten Motive für Tätowierungen. Häufig ginge es Kunden darum, einem verstorbenen Weggefährten so eine letzte Ehre zu erweisen. Hunde-, Katzen- und Pferdefotografien hat der 53-Jährige schon abtätowiert, ebenso Pfotenabdrücke des toten Tieres, ab und zu kommt der Name unters Bild. Fabrys Erfahrung: "Tierische Porträts sind sogar noch beliebter als menschliche."

Ebenso gern als Hautschmuck gewählt: Sternzeichen. Löwe, Skorpion, auch Stiere seien bisweilen dabei. Allesamt starke Tiere, "aber ich habe auch schon Frösche tätowiert", erklärt der Bietigheimer. Vom Koi-Karpfen über die Schlange und die Spinne bis zum Einhorn gebe es alles. Der ehemals beliebte Delfin sei mittlerweile allerdings ziemlich out. Fabrys bislang verrücktestes Motiv: "Ein Pinguin."

Prinzipiell könne er jedes Tier tätowieren, sagt Fabry. Er benötige lediglich zwei Dinge: ein gutes Foto, außerdem eine ausreichend große Körperstelle, die Brust etwa oder das Schulterblatt. Was das Schwierigste sei? "Die Augen, der Blick, der muss rüberkommen, so dass der Kunde sagt: Ja, das ist mein Hund."

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