Barrierefreiheit Bietigheim ist eine Stadt voller Treppen

Bietigheim-Bissingen / Rena Weiss 26.06.2018

Eigentlich wollte Luise Völkel vom Verein „Barrierefreie Stadt Bietigheim-Bissingen“ das Treffen der Stadt mit dem Verein, der Theo-Lorch-Werkstätten, der Behinderten- und Rehasportgemeinschaft, der Lebenshilfe Bietigheim, der Aktiven Senioren und des Sozialverbands VdK nutzen, um einige Punkte anzusprechen, die in der Stadt im Bezug auf Barrierefreiheit noch verbessert werden sollten. Doch das Gespräch „Barrierefreies Bietigheim-Bissingen“ am Samstag im Enzpavillon verlief anders als erwartet. „Im Grunde hat Oberbürgermeister Jürgen Kessing alles gesagt, was ich auch ansprechen wollte“, sagt Völkel zur BZ.

Vieles schon gemacht

Viel habe die Stadt bereits unternommen, sagt sie weiter. Wichtig seien ihr allerdings noch einige Punkte, die eben auch Kessing mit ansprach. „Vor allem sind das die Treppen in der Stadt“, sagt Luise Völkel, „wir sind eine Stadt der Stäffele.“ 73 öffentliche Treppen gibt es in Bietigheim-Bissingen. Doch das bedeute, dass diese Treppen auch eine potenzielle Gefahrenquelle bedeuten, wenn sie nicht ausreichend erkennbar sind, so Völkel. „In den nächsten Jahren sollen die Treppen im öffentlichen Bereich an den Stufenkarten mit entsprechenden Markierungen versehen werden“, sagte Kessing am Samstag. Allerdings sei die Umsetzung problematisch, da trotz mehrmaliger Anfragen bei entsprechender Firmen die Bereitschaft zum Anbringen der Markierungen äußerst gering sei. Neben den Markierungen ist dem Verein „Barrierefreie Stadt“ allerdings auch wichtig, dass die Treppen ausreichend beleuchtet sind und die Geländer eine gewisse Länge haben. „90 Prozent aller Unfälle ereignen sich am Treppenanfang oder -ende“, sagt Völkel. Viele davon passieren an der untersten Stufe, weil dort das Geländer meist zu früh ende und das sei besonders für sehbehinderte Menschen gefährlich, so die Vereinsvorsitzende Völkel.

Von den anwesenden Gästen wurde indes um Unterstützung bei der Bahn gebeten. Es wurde der Wunsch geäußert, am S-Bahnsteig 5/6 mobile Rampen als Einstiegshilfen bereitzustellen. Die Stadtbahn nach Karlsruhe habe eine Einstiegshöhe, die nicht zum Steig passe, so könnten Rollstuhlfahrer nicht ohne Hilfe einsteigen. Kessing sagte zu, der Bahn eine entsprechende Bitte vorzutragen. Allerdings plane die Bahn, einige Stadtbahnen durch Metropolexpresszüge zu ersetzen, damit sei das Problem dann eventuell gelöst. Ebenfalls angeregt wurde ein Shuttle-Service, um kleine Einkäufe tätigen zu können. Der Oberbürgermeister sagte eine Prüfung zu.

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