Kooperation Bewährte Rezepte zur Nachwuchssicherung

Beschlossene Bildungspartnerschaft: Frank Homeister (links) und Ulrich Gschwender
Beschlossene Bildungspartnerschaft: Frank Homeister (links) und Ulrich Gschwender © Foto: Helmut Pangerl
Bietigheim-Bissingen / Sandra Bildmann 13.03.2018

Sie wollen die „Realität in die Schule bringen“, die neuen Bildungspartner in Bietigheim-Bissingen. Den Vertrag über eine entsprechende Kooperation von Schule und Wirtschaft unterzeichneten am Montag der stellvertretende Schulleiter der Bissinger Realschule, Ulrich Gschwender, und Frank Hofmeister, Geschäftsführer des gleichnamigen Einrichtungshauses mit Sitz in Bietigheim-Bissingen.

Sogenannte Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen gibt es seit rund zehn Jahren mit der Absicht, Schülern nicht nur Einblick in den Berufsalltag zu geben, sondern auch, um sie für eine Ausbildung zu gewinnen.

Vertraglich festgelegte Inhalte der Kooperation zwischen der Realschule und dem Möbelunternehmen  sind beispielsweise ein exemplarisches Bewerbungsgespräch, ein fünftägiges kaufmännisches Praktikum in der Lehrwerkstatt der Firma Hofmeister für maximal fünf Schüler und eine Betriebsbesichtigung.

Keine Einbahnstraße

Eine Einbahnstraße soll die Partnerschaft dabei nicht bleiben. Da waren sich Ulrich Gschwender und Hofmeister-Personalleiter Gunar Schröder einig, der betonte, dass „die Nachwuchssicherung eine ureigene Aufgabe“ der Unternehmen sei, zumal mittlerweile nur noch rund 20 Prozent der Realschulabgänger einen Ausbildungsberuf ergriffen. Das Einrichtungshaus erhofft sich von der Partnerschaft potenzielle neue Auszubildende, um am Markt bestehen zu können. Hofmeister beschäftigt momentan circa 130 Auszubildende in 14 Berufen.

Frank Hofmeister, der früher selbst Schüler der Bissinger Realschule war und inzwischen im Vorstand des Fördervereins der Schule aktiv ist, betonte den großen Stellenwert, den die Bildungspartnerschaft für Hofmeister habe. Der Geschäftsführer weiß, dass die Identifikation zu einem Unternehmen vor allem durch die Ausbildung vor Ort gestärkt werden könne.

Zum Vertragsabschluss am Montag kamen zudem auch Vertreter der IHK sowie des Städtischen Schulamts. Ralf Litschke, Referatsleiter Berufliche Qualifizierung an der IHK Ludwigsburg, glaubt, dass Bildungspartnerschaften ein bewährtes Instrumentarium zur Talentsuche für Unternehmen sind. Seinen Angaben zufolge entstünden alleine im Kreis Ludwigsburg ein bis zwei Bildungspartnerschaften pro Woche, die Gesamtzahl belaufe sich aktuell auf rund 240. Auch der Einrichter Hofmeister ist bereits vier weitere Bildungspartnerschaften eingegangen.

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