Haslacher Weg Beschwerden über Bauarbeiter

Bietigheim-Bissingen / Rena Weiss 10.08.2018

Bauarbeiter haben es nicht leicht. Auch die Arbeiter am Neubaugebiet Haslacher Weg in Metterzimmern nicht. Ohne jeglichen Schattenspender arbeiten sie von morgens bis spätnachmittags in der Hitze, mehr als 30 Grad hat es schon morgens. Auch bei Regen sind sie draußen, um den Zeitplan einzuhalten – und dann werden sie auch noch beleidigt.

Das zumindest schildert Dietmar Tralls. Er wohnt direkt an der Baustelle, hat jedoch als Bauingenieur Verständnis für die hart arbeitenden Männer. „Die Bauarbeiter verrichten körperliche Arbeit in der prallen Sonne und werden dann beleidigt“, sagt Tralls. In dieser Hitze zu arbeiten, schaffe zudem nicht jeder. „Die Arbeiter trinken pro Person fast eine Kiste Wasser am Tag“, sagt er und ist empört über die Art und Weise, wie manche Anwohner mit den Arbeitern umgehen. Auch die Bauarbeiter selbst bestätigen im Gespräch mit der BZ die Beschwerden: „Es haben sich welche beschwert, als wir früh angefangen haben“, sagt einer der Männer, „aber wir müssen das, wenn wir mit Beton arbeiten.“ Tatsächlich haben sie an einigen Tagen bereits um 5.30 Uhr auf der Baustelle angefangen, um möglichst schnell Beton zu verarbeiten, der bei starker Hitze schneller aushärtet. Tralls sagt, dass die Anwohner darüber nicht vorab informiert worden sind.

Verständnis zeigen

Er verstehe, dass das einigen zu früh ist, vor allem wenn es um Tätigkeiten gehe, die Lärm verursachen. Wichtig sei ihm jedoch den Menschen ins Gedächtnis zu rufen, dass die Bauarbeiter nur ihre Arbeit machen. „Es sind doch nur ein paar Wochen“, sagt der Bauingenieur (der aber nicht an diesem Projekt beteiligt ist). Die meisten lärmverursachenden Arbeiten seien abgeschlossen. „Ich möchte einfach, dass die Menschen diese Arbeit respektieren und Verständnis zeigen“, sagt er, „und beleidigend werden, muss man so oder so nicht.“ Die Wettervorhersage zumindest verspricht Abkühlung und damit vielleicht auch einen ruhigeren Morgen.

Zehn LED-Masten

Keine Verbesserung sei jedoch beim Kreisverkehr nebenan in Sicht. Rund 20 Anwohner haben Unterschriften gesammelt und sich bei der Stadt über die hohe Anzahl der LED-Masten  beschwert. Der Grund: Am neuen Kreisverkehr sollen zehn LED-Masten stehen und diesen Ausleuchten. So zumindest äußerten es Mitarbeiter der Stadt und der Stadtwerke gegenüber den Anwohnern, darunter auch Bernhard Läpple. Die Stadt jedoch gibt Entwarnung: „Der Kreisel wurde nach den Beschwerden der Anwohner noch mal überprüft“, erklärt Sprecherin Anette Hochmuth, „derzeit stehen noch die alten Lampenmasten zusätzlich zu den neuen – die alten kommen aber natürlich weg und dann wird die Beleuchtung dem entsprechen, was die technischen Regeln für solche Bauwerke vorschreiben.“

„Wir sprechen hier von einer Fläche zwischen 150 und 200 Quadratmeter“, erklärt Läpple hingegen. Laut neuen Regeln werden pro Zebrastreifen, und davon gibt es vier, zwei LED-Leuchten aufgestellt und jeweils eine muss von beiden Seiten den Kreisverkehr beleuchten. So wurde es Läpple und den Anwohnern im Nachhinein erklärt. Das ist ein weiterer Kritikpunkt der Anwohner. Es habe zwar Informationsveranstaltungen gegeben, zu denen sei etwa Läpple auch gegangen. Doch lange sei nicht klar gewesen, ob der Mini-Kreisverkehr gebaut werde oder nicht. „Darüber, dass ich vor meiner Garagenausfahrt einen Zebrastreifen habe werde, wusste ich nichts“, sagt Läpple. Die Ausfahrt sei nicht eingeschränkt, erklärt indes die Stadt. „Der Zebrastreifen bedeutet, dass es gilt, Fußgänger zu beachten und zuerst vorbeigehen zu lassen – das gilt bei einer Ausfahrt aus einem Privatgrundstück ohnehin“, sagt Hochmuth. Für den Grundstücksbesitzer ändere sich nichts an seiner Ausfahrt.

Generell seien Kreisel und Umgebung noch nicht ganz fertiggestellt. „Insofern kann es sein, dass die Anwohner einen unvollständigen Eindruck gewonnen haben“, sagt Hochmuth. Läpple und die restlichen Anwohner der Kleinsachsenheimer- und Beethovenstraße haben jedoch keine große Hoffnung, dass sich noch etwas ändern werde.

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