Umfrage Bei Sporthallen nur im Mittelfeld

Ein Hallenhockey-Spiel in der Gymnasium-Sporthalle. Die Auslastung der städtischen Hallen ist hoch.
Ein Hallenhockey-Spiel in der Gymnasium-Sporthalle. Die Auslastung der städtischen Hallen ist hoch. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / Uwe Mollenkopf 07.12.2018

Für die Entscheidung über eine Priorisierung des Sportstättenbaus, die im nächsten Jahr fallen soll, liefert der vom Kultur- und Sportamt vorgelegte Bericht eine fast schon wissenschaftliche Grundlage. Darin wird anhand von Umfragen auch detailliert untersucht, welchen Bedarf die Sportvereine und die Schulen sowie Kindergärten haben. Der Vergleich mit anderen Städten zeigt, dass an Enz und Metter durchaus noch Luft nach oben ist. Ein Überblick.

Um die Sportstättensituation in Bietigheim-Bissingen mit anderen Städten vergleichen zu können, hat der Bericht die Relation der zur Verfügung stehenden Sportfläche zur Einwohnerzahl als Indikator genommen. Im Ergebnis fallen auf jeden der 44 176 Bürger Bietigheim-Bissingens 1,97 Quadratmeter Sportfläche – Hallen, Plätze und Bäder zusammengenommen.

Im Vergleich mit den drei Städten Heidenheim, Lörrach und Schorndorf, die vergleichbare Einwohnerzahlen haben, zeigt sich, dass alle drei besser abschneiden. In Lörrach kommen auf einen Einwohner 2,1 Quadratmeter Sportfläche, in Heidenheim 2,6 und in Schorndorf sogar 3,2.

Betrachtet man nur die Turn- und Sporthallen, liegt Bietigheim-Bissingen im Mittelfeld. Die Stadt steht besser da als Lörrach, aber etwas schlechter als Heidenheim. Auch Schwäbisch Gmünd oder Aalen weisen bessere Werte auf, hinter sich lässt die Stadt dagegen Remseck oder auch Frankfurt. Dagegen befindet sich die Stadt laut dem Bericht bei den Sportplätzen und den Bädern im Vergleich zu anderen Kommunen auf den hinteren Plätzen.

Was die Nutzung der Sportstätten anbelangt, so hat das Kultur- und Sportamt in seiner Analyse festgestellt, dass fast 10 000 Sporttreibende und damit zwei von drei Mitgliedern der Sportvereine zur Ausübung ihrer Sportart eine der insgesamt 14 städtischen Sporthallen brauchen. Auf einen von 14 Fußballplätzen sind 11 Prozent angewiesen, auf eines der zwei Hallenbäder und/oder das Freibad 9,1 Prozent.

Hauptnutzer TSV

Wie es weiter heißt, ist der Hauptnutzer der städtischen Sporthallen der TSV Bietigheim mit 4748 Stunden im Jahr 2017, gefolgt von den Handballern der
SG BBM, die auf 3824 Stunden kommen. Es folgen der Judo-Club mit 2135 Stunden und die Hockey-Teams des BHTC mit 1246 Stunden. Wie bereits berichtet, liegt die Auslastung der Hallen zwischen 60 und 98 Prozent.

Hauptnutzer der städtischen Tartan-, Rasen- und Kunstrasenfelder war im Jahr 2017 der FSV 08 Bissingen (2942 Stunden), gefolgt vom TSV Bietigheim (2457 Stunden), der Spvgg Bissingen (2328 Stunden) und SV Germania Bietigheim (2153 Stunden). Die Auslastung der Plätze ist geringer als bei den Sporthallen, sie bewegt sich zwischen 40 und 76 Prozent.

Viele Sportvereine würden gerne noch mehr machen. Die Umfrage des Kultur- und Sportamts hat ergeben, dass 78 Prozent den Wunsch nach einer Ausweitung der Trainingszeit haben. 17 Prozent sind mit dem gegenwärtigen Stand zufrieden, 4 Prozent haben keine Angaben dazu gemacht. Zehn Vereine oder Vereinsabteilungen nehmen aktuell keine neuen Mitglieder auf, wobei sechs von diesen angeben, keine weiteren Sportstättenkapazitäten mehr für das Training zu haben. Den größten Bedarf an zusätzlicher Trainingszeit in einer Sporthalle haben im Übrigen die Handballer der SG BBM gemeldet. Der Wunsch nach mehr Zeit zum Trainieren betrifft aber auch die Bäder.

Darüber hinaus wurde bei der Befragung von Kindergärten und Schulen festgestellt, dass 30 pädagogische Einrichtungen die Sportstätten der Stadt an 438 Stunden pro Woche nutzen. 57 Prozent der Einrichtung möchten die Nutzung gerne ausweiten, 39 Prozent sind mit dem derzeitigen Stand zufrieden. Vor allem bei den Grundschulen (80 Prozent) besteht der Wunsch nach mehr Bewegung und Sport für die Kinder.

Steigende Kinderzahlen

Zu berücksichtigen sei auch, heißt es im Bericht, dass die Kinderzahlen weiter steigen. Dieser Anstieg wirke sich nicht nur auf die Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur aus, sondern auch auf die Nachfrage nach den Angeboten des organisierten Sports und den Sportstättenbedarf.

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