Festzug Begehrte Plätze in der ersten Reihe

In den Ehrengastkutschen wurden beim Festzug des Pferdemarkts unter anderem Gäste aus den Partnerstädten, wie hier aus Surrey Heath, England, kutschiert.
In den Ehrengastkutschen wurden beim Festzug des Pferdemarkts unter anderem Gäste aus den Partnerstädten, wie hier aus Surrey Heath, England, kutschiert. © Foto: Helmut Pangerl
Bietigheim-Bissingen / Rena Weiss 04.09.2018

Es ist Tradition, das sagten viele der Besucher des Festzugs des 84. Bietigheimer Pferdemarkts auf Nachfrage der BZ – und zwar nicht nur für die Bietigheimer selbst. Gerade weil es Tradition ist, stehen die Zuschauer in der ersten Reihe mehr als eine Stunde vor Festzugsbeginn am Straßenrand. So auch das Bietigheimer Ehepaar Heimo und Edith Köhler. „Wir sind fast jedes Jahr hier“, sagt Heimo Köhler. Zumindest seit sie 1971 nach Bietigheim-Bissingen gezogen sind. „Ich finde die Freiberger interessant“, sagt Heimo Köhler. Die Rede ist von Norbert Weissinger, einem „Lohnunternehmen aus Opas Zeiten“ aus Freiberg. Unter anderem für seinen Lanz-Bulldog von 1921 erhält er von der Stadt einen Sonderpreis. „Es ist interessant, wie lange sich die Traktoren halten“, sagt Heimo Köhler, „und dass sich die Traditionen halten“, fügt seine Frau hinzu. Edith Köhler gefalle zudem die schöne Dekoration an den Wagen.

Die Garde im Blick

Die Bietigheimer Eheleute Köhler sind besagte Zuschauer, die eine Stunde lang an der Absperrung standen, um einen freien Blick zu erhaschen. Ihr gewählter Zuschauerplatz: Direkt auf dem Festplatz bei Oberbürgermeister Jürgen Kessing und Bürgermeister Joachim Kölz, die den Teilnehmern die Preise aushändigten. Etwas unglücklich platzierte sich jedoch eine Eskorte des Herzogs Karl Eugen – die ebenfalls einen Sonderpreis erhielt – die Württembergischen Leichte Gardejäger, sodass den Eheleuten doch der freie Blick verwehrt wurde. Begeistern waren sie dennoch und wollen nächstes Jahr wiederkommen.

Der Reiterverein Bietigheim darf nicht fehlen und eröffnet als erste von 59 Gruppen den Festzug am Kronenzentrum. Auch vergangenes Jahr waren es 59 Gruppen. Ende war wie gewohnt am Viadukt, das in Form eines Modells immer mit dabei war. Nach den Ehrengastkutschen, darunter Vertreter der badischen Stadt Bietigheim, CDU-Bundestagsabgeordneter Eberhard Gienger, Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch (CDU), Grüne-Landtagsabgeordneter Daniel Renkonen und CDU-Landtagsabgeordneter Fabian Gramling, sprach Oberbürgermeister Kessing ein kurzes Grußwort. „Es ist alles friedlich“, fasst er den diesjährigen Pferdemarkt kurz zusammen. Doch weist er auch auf den ein anderen hin, der über die Stränge geschlagen habe. Ganz so ruhig war es am Montag allerdings nicht, denn eine Messerattacke und eine Schlägerei spielte sich direkt vor den Augen der zahlreichen Besucher ab. Entwarnung: Der Judo-Club Bietigheim stellte sich mit eingeübten Szenen vor und das Messer war nur eine Attrappe. Dafür gab es einen zweiten Platz.

Ein alter Brauch

Beim Anblick der Weingärtner Stromberg-Zabergäu und dem historischen Weinwagen war das jedoch schnell vergessen. Denn zwei starke Männer mussten die Kalebstraube (die BZ berichtete) tragen. Es ist ein alter Brauch der Bönnigheimer Weingärtner die Traube zu stellen und aus den Zuschauerreihen hörte man rufen: „Die tun mir leid!“ Einer der Träger erwiderte auf Nachfragen Kölz’, dass es sich nun doch hinziehe. Ein Lächeln hatte er dennoch auf dem Gesicht. So auch die anderen Teilnehmer des Pferdemarkts: Ob bockige Pferde oder eine Hand im Kuhmist beim Radschlagen, die Teilnehmer hatten Spaß, trotz teils ruhigem Publikum. Selbst als bei den Landfrauen Markgröningen Regen angesagt war. Regen? Nein, das Wetter hielt, doch die Eimer auf den Köpfen der Frauen waren mit Wasser gefüllt und wurden vor den Besuchern ausgeleert. Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Abteilung Bissingen regnete es dank altem Löschfahrzeug aus den Jahren 1873, 1937 oder 1961. Beide Gruppen erhielten einen Sonderpreis.

Die diversen Oldtimer und Traktoren haben auch Thomas Kiefer aus Vaihingen gefallen. „Es gab sehr viele verschiedene und wirklich schön hergerichtete Oldtimer in gutem Zustand“, sagt er. Auch die wilden Pferde und die Youngsan Taekwando Gruppe habe ihm gefallen. Letztere erhielten einen zweiten Platz.

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel