Lange wurde diskutiert, seit Kurzem sind die Bagger am Werk. Vor wenigen Wochen hat die Erschließung des südlichen Teils des Lothar-Späth-Carrés begonnen.

Die Bebauung des früheren Valeo-Geländes, heute Lothar-Späth-Carré, gehört zu den großen Themen der Bietigheim-Bissinger Lokalpolitik – und zu den Themen, die immer wieder für Kritik sorgten, weil es keine Fortschritte gab. Einst produzierte hier die Spezial-Werkzeugfabrik Feuerbach (SWF) für den größten Teil der deutschen Automobilindustrie und den Fachhandel. Doch die industrielle Produktion ist längst Vergangenheit, im Jahr 2012 wurden die meisten Firmengebäude abgerissen. Stattdessen wurden Pläne für eine Bebauung entwickelt, die aber immer wieder auf Hindernisse stießen.

So wollte die Stadtverwaltung viele Jahre lang an der markanten Stelle ein Hotel errichten, tat sich aber bei der Suche nach Investoren schwer. Schließlich wurde das Hotel-Projekt fallengelassen. Aber auch bei der geplanten Bebauung mit Wohnhäusern tat man sich schwer. Zuletzt stellte sich die notwendige Umlegung der Fläche als großes Problem heraus. Denn der Stadt gehört das Gelände nicht allein, Grundstücke besitzen neben der städtischen Tochter Bietigheimer Wohnbau auch die Layher Wohnbau und die Strenger GmbH.

Schließlich fiel im Rathaus die Entscheidung, zunächst nur eine Hälfte, den südlichen Teil des Geländes, zu entwickeln, weil im anderen Teil die Umlegung weiter stockte. Im Februar wurde mit dem Fällen der ersten Bäume begonnen, der Gemeinderat machte mit der Verabschiedung des Bebauungsplans den Weg frei für die Bebauung des zwei Hektar großen ersten Bauabschnitts. Dort sollen insgesamt 175 Wohnungen, davon 24 im Segment bezahlbares Wohnen, erstellt werden. Es sollen Mehrfamilienhäuser dominieren, von denen die höchsten Gebäude – an der B 27 – viergeschossig sind, teilweise plus Dachgeschoss. Aber auch Reihenhäuser sind geplant.

Laut Anette Hochmuth, der Sprecherin der Stadtverwaltung, haben nun die Erschließungsarbeiten begonnen, nachdem zuvor der neue Kreisverkehr fertiggestellt worden war. Geplant sei, diese im kommenden Frühjahr abzuschließen, was indes von der Witterung abhängig ist. Danach kann der Hochbau starten. In dem Abschnitt werden die Bietigheimer Wohnbau und das Ludwigsburger Unternehmen Strenger bauen.

Mitten in der Detailplanung

Beim anderen großen Bauvorhaben in der Stadt, der Bebauung des Bogenviertels mit Wohnungen und Gewerbeimmobilien, sind noch etliche Schritte nötig, bis die Bagger rollen können.

Das frühere DLW-Areal, das heute der Westside City Immobilien GbR gehört, die gemeinsam von der Stadt und der Unternehmensgruppe Oswa aus Ingersheim getragen wird, soll einmal Wohnraum für rund 1500 Menschen bieten. Derzeit befinde man sich mitten im Bebauungsplanverfahren, berichtet Anette Hochmuth. Der Gemeinderat hat dafür den Aufstellungsbeschluss gefasst, nächster Schritt ist der Entwurfsbeschluss. Dieser werde aber dieses Jahr nicht mehr fallen, so die Sprecherin.

Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens müssen viele Dinge, die für die Bebauung wichtig sind, im Detail geklärt werden. Das reiche vom Straßenverlauf über die Erschließung bis zum Standort der Parkhäuser und die Höhe der Gebäude, so die Sprecherin. Nach dem Entwurfsbeschluss werden die Pläne ausgelegt, und es gibt dann eine erneute Bürgerbeteiligung. Der Bebauungsbeschluss werde in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres erwartet, so Hochmuth.

Bevor dort neu gebaut werden kann, müssen allerdings erst einmal die Bestandsgebäude – Ausnahme: das historische DLW-Verwaltungsgebäude – abgebrochen werden.

Die Stadt hat dafür als ihren Anteil zwei Millionen Euro im kommenden Jahr im Haushalt eingeplant, danach fallen weitere drei Millionen Euro an.