Bietigheim-Bissingen Bahnhofsumbau: "Alles voll im Plan"

Derzeit wird unter anderem am Zugang zum früheren Posttunnel gearbeitet, um den Bahnsteig verlängern zu können.
Derzeit wird unter anderem am Zugang zum früheren Posttunnel gearbeitet, um den Bahnsteig verlängern zu können. © Foto: Helmut Pangerl
GÜNTHER JUNGNICKL 29.10.2015
Bis Dezember 2016 soll der Bietigheimer Bahnhof barrierefrei sein. Dazu werden Bahnsteige erhöht, drei Aufzüge eingebaut und die Unterführung heller gestaltet. Gesamtkosten: sechs Millionen Euro.

Am 10. Juli wurde im Beisein von Oberbürgermeister Jürgen Kessing der erste Spatenstich vollzogen, inzwischen sind die Bauarbeiten am Bietigheimer Bahnhof in vollem Gange. Der erste Bahnsteig ist bereits zum Teil auf die geforderten 76 Zentimeter angehoben worden. Presslufthämmer dröhnen am früheren Posttunnel, um den Bahnsteig 3 auf die notwendigen 210 Meter verlängern zu können. Und auch in der Bahnhofsunterführung sind die Bauarbeiter am Werk, um Platz für die drei neuen Aufzüge zu schaffen, die Treppenaufgänge anzugleichen und mit rutschfesten Stufen zu versehen. Künftig werden alle Bahnsteige per Lift zu erreichen sein.

Denn bis spätestens Dezember 2016 soll der gesamte Bahnhof barrierefrei sein und durch die hellere und freundlichere Gestaltung der Unterführung Reisende in der Stadt willkommen heißen. Bauingenieur Philipp Klein, der für die Bauaufsicht verantwortlich ist, verkündete am Mittwoch anlässlich einer Pressebegehung zufrieden: "Bisher sind wir voll im Zeitplan." Die bisherigen Baupausen sind im Zeitplan enthalten. Sie waren wegen eines Weichenumbaus im August und Gleissanierungen an der Schnellbahnstrecke zwischen Vaihingen und Stuttgart im Oktober unumgänglich, sagte Klein.

Sechs Millionen Euro wird laut Auskunft von Bahn-Projektleiter Reinhard Fandrich voraussichtlich der Umbau des Bietigheimer Bahnhofs kosten. Die Stadt steuert 1,2 Millionen Euro dazu bei. Das hatte den Gemeinderat in einigen Sitzungen mächtig beschäftigt, denn je konkreter die Planungen wurden, umso mehr verteuerte sich der Umbau. Ursprünglich war man bei der Stadtverwaltung von rund 700.000 Euro ausgegangen. Um aber das Vorhaben Barrierefreiheit nicht zeitlich zu gefährden, gab das Gremium schließlich nach langen Debatten die Mittel frei, erinnerte sich der Leiter des städtischen Hoch- und Tiefbauamts, Claus-Dieter Jaisle.

Bereits umgesetzt sind inzwischen der Rückbau des Gepäckbahnsteigdachs für die Baustellenzufahrt, die Verstärkung der Unterführungsdecke im Bereich von Gleis 3 und 4, die Fertigstellung des Bahnsteigs 3, die Herstellung der Treppe zum Bahnsteig 3 und 4 sowie die Vorarbeiten für den Aufzug für die Bahnsteige 7 und 8.

Als nächste Bauabschnitte sind vorgesehen: Ab 11. November die Sperrung der Treppe Richtung Mühlacker und der Rohbau für den Aufzug für die Bahnsteige 3 und 4 sowie bis 11. Dezember die Fertigstellung des Bahnsteigs 3. Vom 14. Dezember bis April 2016 wird der Bahnsteig 4 abgebrochen und neu gebaut. Von April bis Juli ist dann der Bahnsteig 9 dran, der auch einen Aufzug bekommt. Und von Juli bis Oktober 2016 Abbruch und Neubau mit Aufzug für die Bahnsteige 9 und 10 sowie die Modernisierung der Unterführung. Im Dezember 2016 sollen dann alle Baumaßnahmen abgeschlossen sein.

Dass sich bei all den komplizierten Maßnahmen vor allem Pendler auf manche Änderungen der gewohnten Zugan- und -abfahrten einrichten müssen, steht für Bahn-Pressesprecher Martin Schmolke außer Frage. Aber das sei bei laufendem Betrieb nicht zu vermeiden, bedauert er. Manchmal müssten dann eben Bahnsteige vorübergehend gesperrt werden.