Bietigheim-Bissingen / Rena Weiss  Uhr

Die Firma Awinta GmbH darf auf die letzte freie Fläche des ehemaligen Güterbahnhofs ziehen. Das hat der Gemeinderat am Dienstagabend beschlossen. Doch nicht ohne die Kritik einiger Räte an dem Verkaufspreis. Die Stadt verkauft die Fläche an die Noventi Immobilien GmbH & Co. KG, die als Holding im Konzertverbund fungiert, für 954 400 Euro (die BZ berichtete).

„Wir bieten einer in der Stadt ansässigen Firma, die Möglichkeit zu wachsen“, sagte OB Jürgen Kessing. Denn die Awinta GmbH hat derzeit rund 200 Mitarbeiter im Gebiet Laiern angesiedelt und will am Bahnhof expandieren. „Wir haben bereits unseren Unmut über den Verkaufspreis geäußert“, sagte Thomas Wiesbauer, CDU. Der Unterschied zwischen den Preisen für Privatpersonen, wie im Haslacher Weg, und Gewerbe sei zu hoch. „Deswegen werden wir vermutlich mehrheitlich dagegen stimmen.“ Kessing jedoch erklärt, dass Gewerbeflächen überall günstiger seien, weil die Stadt das Gewerbe auch halten wolle. „Allerdings bewegen wir uns im oberen Segment unserer Preise“, sagte der OB. Dieses Engagement lobte Volker Müller, SPD: „Vor zehn Jahren war das ein Gelände, das nach Entwicklung geschrien hat.“ Die Stadt habe Hervorragendes geleistet. CDUler Claus Stöckle ermahnte die Balance zwischen gewerblicher und Wohnungssituation zu halten und sorgte für Lacher: „Was eine verkehrte Welt: die CDU argumentiert wie die SPD und umgekehrt.“ Am Ende wurde mehrheitlich dafür gestimmt, mit sieben Gegenstimmen und vier Enthaltungen.