Ludwigsburg Die Venezianische Messe feiert doppeltes Jubiläum

Faszinierende Kostüme, beeindruckender Kopfschmuck und edle Masken machen die Venezianische Messe zu einem ganz besonderen Spektakel für Jung und Alt.
Faszinierende Kostüme, beeindruckender Kopfschmuck und edle Masken machen die Venezianische Messe zu einem ganz besonderen Spektakel für Jung und Alt. © Foto: Pangerl Helmut
Ludwigsburg / Ifigenia Stogios 29.08.2018

Alle zwei Jahre findet in Ludwigsburg die Venezianische Messe statt. Das Spektakel geht auf den 40. Geburtstag von Herzog Carl Eugen zurück. 250 Jahre vergingen seither. Nach einer Reise nach Venedig war er so sehr von dem venezianischen Fest fasziniert, dass er beschloss ein ähnliches in Ludwigsburg einzuführen. Bis 1793 feierten die Ludwigsburger das Fest, dann nicht mehr.

Im Februar 1992 wiederholte sich die Reise nach Venedig. Dieses Mal folgte eine Ludwigsburger Delegation dem Beispiel des Herzogs und reiste nach Venedig, um Inspiration zu schöpfen und das Fest erneut nach Ludwigsburg zu bringen. Mit dabei war auch der stellvertretende Schulleiter der Kunstschule Labyrinth Rainer Kittel, der gemeinsam mit der Abteilung „Tourismus und Events“ von der Stadtverwaltung an der Messe mitwirkt. „Ich fand es öde, vom Veranstaltungskonzept war dort nichts zu spüren“, sagt er. Er dachte damals: „Wenn man es in Ludwigsburg veranstaltet, dann anders.“ Tatsächlich fand dann am 1993 nochmals das Fest statt, allerdings nicht im Februar wie in Venedig, sondern nach den Sommerferien.

Das erste Jahr haben noch Maskenträger vom großen Fest gefehlt. 1995 besuchte Kittel Venedig, um bei den Künstlern dort für die Barockstadt zu werben. Nun ist die Teilnehmerzahl im vierstelligen Bereich. Inzwischen hat Ludwigsburg fünf regionale Kostümgruppen. „Das sind unsere Botschafter in den Kreisen der Kostümträger“, sagt Beate Schweickhardt, die für Tourismus und Events Ludwigsburg arbeitet. Weitere Kostümträger aus Belgien, Österreich, Schweiz, Dänemark, Amerika und Frankreich reisen nach Ludwigsburg wegen des Fests. Während manche barocke und venezianische Kostüme tragen, treten andere im Gothic-Look auf. Und dann gibt es noch welche, die den sogenannten Gender-Switch, also das Verkleiden als Angehörige des anderen Geschlechts wagen.

Der Aufbau dauert länger

Für die Aufrechterhaltung des venezianischen Flairs muss vor allem der Aufbau gelingen. Der dauert anlässlich des Jubiläumsjahrs länger. „Wir möchten unser Herzblut in die Dekoration fließen lassen“, sagt Melanie Metna, die ebenso bei Tourismus und Events Ludwigsburg tätig ist. „Die Aufbausicherheit ist unser großes Anliegen“, führt sie fort. Deshalb werde Aufsichtspersonal eingesetzt.

Zum Auftakt am Freitag, 7. September, ab 18 Uhr ziehen Masken- und Kostümträger  durch die Innenstadt. Der Eintritt ins Blüba ist ab 17.30 Uhr am Haupteingang an der Schondorfer Straße sowie am Eingang „Hinterer Schlosshof“ frei. Vom Blüba aus führt der Weg über die Schorndorfer Straße und die Wilhelmstraße bis zum Marktplatz. Oberbürgermeister Werner Spec eröffnet die venezianische Messe offiziell um 19.15 Uhr. Auf neun Spielflächen sind 30 Künstlergruppen aus aller Welt zu sehen.

Ein Highlight ist die Aufführung „Pi-Leau“ der Straßentheaterkompanie Close-Act. Diese ist mit Stelzen unterwegs.  Weil das Motto der diesjährigen Messe „Wasser“ lautet, lassen die Künstler Meerjungfrauen, Taucher und Fischer über den Marktplatz schweben.

Neben „Pi-Leau“ widmen sich weitere Darbietungen dem Thema Wasser und dessen Bedeutung. Die Gruppe Tukkersconnexion schickt riesige Fische – gefahren von skurrilen Charakteren – auf eine Reise durch das Publikum. Und im Wassercafé „Schönes Wasser“ bedient das Ensemble Kroft die Gäste der Venezianischen Messe mit dem kühlen Nass. Tanzschüler der Kunstschule Labyrinth steigen auf die Bühne und führen „Streets of Venice“ auf. Zu hören sind das Orchester Bolschoi Oper Minsk. Am Samstag steht Rock und Pop auf dem Programm und am Sonntag eine Operngala. Nicht nur Erwachsene sind auf der venezianischen Messe willkommen. Zum ersten Mal haben junge Besucher die Möglichkeit an einer Nachtwächter-Tour um 20 Uhr teilzunehmen. Parallel zur Messe findet ein Kunst- und Handwerkmarkt mit 50 Händlern statt. Ein Feuerwerk rundet die Venezianische Messe ab. Am Sonntag, 9. September, um 21.30 Uhr kommt es zum krönenden Abschluss.

Die Schlossverwaltung beteiligt sich auch an der Messe. Es gibt noch Karten für die Führungen „Living History“ unter dem Motto „Incognito – Der Hof geht zum Maskenball“. Die Rundgänge finden von 18 bis 24 Uhr statt. Eine Anmeldung unter Telefon (07141) 18 64 00 ist notwendig.

Info Eintrittskarten sind im Vorverkauf in der Tourist Information, bei City Music am Schillerplatz 8, online oder telefonisch unter (0711) 2 555 555 sowie an den Tageskassen erhältlich. Eine Tageskarte für den Freitag kostet 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Am Samstag und am Sonntag beträgt der Preis 12 Euro, ermäßigt 9 Euro. Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt.

www.venezianische-messe.de

www.easyticket.de

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