Kunst Regionale Künstler in der Galerie Bayer

Galerist Rudolf Bayer feierte am Sonntag das 30-jährige Bestehen seiner Galerie. Bei der Ausstellung stehen regionale Künstler im Fokus. Hier steht er neben einem Werk von Bildhauer Gunther Stilling.
Galerist Rudolf Bayer feierte am Sonntag das 30-jährige Bestehen seiner Galerie. Bei der Ausstellung stehen regionale Künstler im Fokus. Hier steht er neben einem Werk von Bildhauer Gunther Stilling. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / Von Bettia Nowakowski 13.03.2018

Dicht gedrängt standen die geladenen Gäste bei der Eröffnung am Sonntagvormittag in den stilvollen Räumen der Galerie Bayer. Mit „Regional – 100 Jahre Kunst an Metter und Enz“ hat Galerist Rudolf Bayer erstmals Werke von 24 Künstlern aus der Region in einer Ausstellung zusammengeführt. Darunter bekannte Namen wie Gustav Schönleber, Alfred Kollmar und Hermann Rombach, aber auch zeitgenössische Künstler wie Matthias Gnatzy, Roland Bentz, Wolfgang Häberle und Dieter Kränzlein.

„Diese Region hat große Künstler hervorgebracht, die durchaus auf Augenhöhe mit internationalen Künstlern stehen“, erklärte Rudolf Bayer in seiner Begrüßungsrede. Die aktuelle Ausstellung repräsentiere nicht nur die regionale Kunst aus 100 Jahren, sondern auch 30 Jahre Geschichte der Galerie Bayer.

Zugang vertraglich geregelt

Als das Haus 1987 eröffnet wurde, wäre im Kaufvertrag als Bedingung festgehalten worden, dass es auch der Öffentlichkeit zugänglich sei. Es sei damals „eine mutige Entscheidung“ gewesen, diese Galerie zu eröffnen, erinnerte sich Rudolf Bayer und dankte in diesem Zusammenhang dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten der FDP, Harald Leibbrecht, und dem ehemaligen Oberbürgermeister Manfred List, den er zitierte: „Was wir in Bietigheim-Bissingen brauchen, ist Kultur.“ Die Stadt sei schon in den 1960er- und 1970er-Jahren andere Wege gegangen als andere Kommunen. Dies habe sich ausgezahlt in einer Altstadt, in der einem auf Schritt und Tritt Kunst und Kultur begegnen. Mit der Kunst, die in Bietigheim-Bissingen allgegenwärtig sei, wie zum Beispiel mit der Städtischen Galerie und den Skulpturen in der Innenstadt, habe die Stadt „an Lebensqualität gewonnen“. Das Regionale spiele heutzutage wieder eine große Rolle, das gelte auch für die Kunst. Sie sei „ein wesentlicher Teil des Lebensgefühls.“ Für Rudolf Bayer sei das auch der Grund für diese Ausstellung gewesen. Kunst, „wenn sie gute Kunst ist“, reflektiere auch immer die politische und gesellschaftliche Zeit, in der sie entstanden ist, die Intention des Künstlers als auch die Region, in der sie stattfindet. Jede Kunst habe ihre „Heimat“, auch wenn dieser Begriff heute schwierig zu fassen sei, und sei „lebensnotwendig“, um die eigene wie die gesellschaftliche Entwicklung zu erkennen. Rudolf Bayer versteht die Ausstellung als „Referenz an die Region und an die Stadt Bietigheim-Bissingen“, im 30. Jahr des Bestehens der Galerie Bayer.

Für den anwesenden, ehemaligen Oberbürgermeister Manfred List ist die Ausstellung „faszinierend, eine tolle Zusammenstellung der Künstler der Region.“ Harald Leibbrecht sieht „Kunst als ein Stück Lebensqualität für die Menschen, die hier leben und eine Bereicherung fürs Dasein“. Dabei dürfe sie durchaus auch kontrovers sein und anregen, über sie nachzudenken. Für einen der Besucher ist die Ausstellung ein „tolles Thema“, das zeige, „wie reich die künstlerische Substanz sich hier in der Region darstellt.“

Entwicklung der Moderne

Beim Rundgang ist ein interessanter Eindruck über die Entwicklung der Moderne zu entdecken, zum Beispiel von Gustav Schönlebers „Enzbrücke in Besigheim“ (1904) über Wolfgang Häberles Laugenbrezeln in „Kleine Heimat – Fünf für Vier“ (2012) bis zur aktuellen Farbradierung „Skyline Bietigheim“ (2016) von Roland Bentz, die das prägnante Sky-Hochhaus darstellt. Verschiedene zeitgenössische Skulpturen runden die Ausstellung ab, die abwechslungsreich die kreative Schaffenskraft regionaler Künstler zeigt.

Info Die Ausstellung in der Galerie Bayer dauert bis Ende Mai. Die Öffnungszeiten in der Galerie Bayer, Pforzheimer Straße 30, sind Mittwoch bis Freitag von 15 bis 19 Uhr und Samstag von 11 bis 15 Uhr.

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