Nostalgie Auf Zeitreise beim Buchfest

Uwe Deecke 09.07.2018

Die Organisatoren der Aktiven Unternehmer hatten sich in diesem Jahr ins Zeug gelegt, um beim Buchfest ein erweitertes Angebot zu schaffen. Dem Motto „Buch goes Rockabilly“ folgten am Samstagabend trotz Fußball viele Besucher. Das Trio Spikes zeigte auf der Bühne eine Rockabilly-Show, die bis 23.30 Uhr  für gute Laune sorgte. Der Bassist bestieg stilecht seinen Kontrabass und die Band zeigte viel Durchhaltevermögen: Mit Pausen spielten die Heidelberger vier Stunden Songs aus den 50er- und 60er-Jahren.

Schon bevor Oberbürgermeister  Jürgen Kessing das Fest mit dem Fassanstich eröffnet hatte, waren die Bühnen geöffnet. Das Andreas-Fetzer-Duo spielte auf der Lounge-Bühne Soul, musikalisch ebenfalls vom Feinsten.

Ökumenischer Gottesdienst

Der Sonntag begann ebenfalls mit Musik, die auch im ökumenischen Gottesdienst im Mittelpunkt stand. Pfarrerin Sabine Leibbrand und Harald Preisnitz von der katholischen Kirche nahmen sich Songtexte aus der Ära vor, die hier im Mittelpunkt stand. Am Mittag war Bummeln angesagt, der neue Flohmarkt lud dazu ein.

„Die Vorgabe war 90 Prozent Altware“, sagte das Ehepaar Strohm aus Münchingen. Sie lobten das Konzept ohne kommerzielle Neuwarenstände. Bei ihnen gab es Gegenstände aus dem alten Familienbestand, die zu schade zum Wegwerfen sind. Eine Kappe der französischen Fremdenlegion aus den 50er-Jahren oder eine MAN-Verdienstmedaille für „250 000 Kilometer störungsfreies Fahren“, damals verliehen an den Familienvater und Brummi-Fahrer. Ein alter Stratocaster-Gitarrennachbau interessierte Ingo Knittel, der aus Bönnigheim hierher gekommen war. „Der Hals ist zu gerade“, befand der Musiklehrer und Multinstrumentalist, der sich dann nicht dafür entscheiden konnte.

Ein Mustang von 1968

Ein Stück weiter oben gab es am Autohaus Weller Autogeschichte aus den 60er-Jahren. Ein alter Mustang GT aus dem Jahr 1968 stand zwischen zwei neuen Mustangs, wie sie heute gebaut werden. Der Alte mit 6,4 Litern Hubraum und Drei-Gang-Automatik war eine Leihgabe eines Sammlers aus Ludwigsburg.

Währenddessen lief am Sonntagmittag das Bühnenprogramm: Auf der Hauptbühne gab es die Frisurenmode-Präsentation von Simon‘s Hair Design zum 20-jährigen Bestehen. Auf der Lounge-Bühne spielte Pulp in FlaGrantie einfühlsame Latinsongs mit Gesang, bevor „3 Klang“ aus Brackenheim Gospel, Soul und Rock Musik mit Ute Engler, der Schwester von Pur-Sänger Hartmut Engler, bot. Hip Hop der Acht- bis Zehnjährigen und Breakdance kamen auf der Hauptbühne zur Aufführung, bevor um 16 Uhr die Boozebombs aus Calw wieder mit Rockabilly einheizten.

Zufrieden zeigten sich Jürgen Bauer und Harry Hagen von den Aktiven Unternehmern, die das Fest mit Unterstützung des Hauptsponsors Hofmeister auf die Beine gestellt hatten. Auch der Fußball sei nicht zu kurz gekommen beim Buchfest. „Die Kroaten haben gute Stimmung gemacht“, so Harry Hagen zum Elfmeterkrimi bei der Fußball-WM vom Samstag.

Dass so ein Fest mit verkaufsoffenem Sonntag auch mit möglichen Verdi-Klagen rechnen muss, bedauerten beide. „Es stand auf der Kippe“, so Harry Hagen, „doch wir haben gesagt, wir machen‘s“. Mit dem Konzept des nicht kommerziellen Flohmarkts und der guten Zusammenarbeit mit der Kirche hoffen beide, dass es damit auch weiter geht.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel