Bietigheim-Bissingen Auf den Spuren von Bertha Benz und Mühlen

Die letzte Schwarzwaldvereins-Wanderung des Jahres führte vom Unteren Tor aus ins Mettertal.
Die letzte Schwarzwaldvereins-Wanderung des Jahres führte vom Unteren Tor aus ins Mettertal. © Foto: KH Bauer
BZ 29.12.2015
Gleich zwei Wanderungen hatte der Schwarzwaldverein zum Abschluss des Wanderjahres auf seinem Programm.

Die Donnerstags-Wanderer wollten zum Forellenessen an den Böllstrichsee. Um diese Delikatessen zu genießen, war man auf der Bauschlotter Platte unterwegs. Ötisheim war der Ausgangspunkt dieser kulinarischen Tour in einer den Wanderern nicht so bekannten Region. Die Wegstrecke führte auf naturbelassenen Pfaden bei idealem Wanderwetter zum dortigen Barfußpark und weiter durch den lichten Laubwald entlang der unter Naturschutz stehenden Erlenbachniederung. Alte Grenzsteine der ehemaligen badisch-württembergischen Grenze wurden auf dem Weiterweg durch die weite und wasserreiche Talaue passiert. Auf dem Weg durch den alten Ortskern von Bauschlott, einem Ortsteil der heutigen Gemeinde Neulingen, passierte die Gruppe auch das Gasthaus zum Adler. Hier ließ sich Bertha Benz bei einem unfreiwilligen Zwischenstopp auf ihrer Fahrt von Mannheim nach Pforzheim neues Leder auf die Bremsklötze ihres Autos nageln. Ein kurzes Wegestück noch, dann führt die Wanderstrecke hinab zum Böllstrichgraben und zum gleichnamigen See, idyllisch eingebettet zwischen Wald und Wiesen. In der dortigen Ausflugsgaststätte fand bei einer Fischmahlzeit der schöne Wandertag seinen Abschluss.

Die letzte, 16 Kilometer lange Wanderung des Schwarzwaldvereins führte in das noch bis heute naturbelassene Mettertal. Auf dem Abschnitt bis nach Kleinsachsenheim erfuhren die Wanderer Geschichtliches über die damaligen Mühlen. Als einzige Mühle ist noch die Mettermühle in Betrieb, deren Ursprung auf das Jahr 1484 datiert ist. Hier wird noch nach alter Väter Sitte traditionell aus heimischen Korn Mehl gemahlen. Kurze Informationen gab es an den Standorten der oberen Bachmühle, im Volksmund auch "Dreckmühle" genannt, der ehemaligen Hahnschen Mühle, der unteren Mühle am Katzensteig und der oberen Mühle in Kleinsachsenheim, bei denen 1972 und 1977 der Mahlbetrieb eingestellt wurde.

Bei frühlingshafter Wetterlage ging es ins Kirbachtal und zur Rast beim ehemaligen Steinbruch. Ein kurzer Anstieg brachte die Gruppe auf das Gewann Steinäcker, um von dort aus die Aussicht auf das Bergstädtchen Hohenhaslach zu genießen. Beim Kleinsachsenheimer Sportgelände erfuhren die Schwarzwaldvereinler, dass der Ort erstmals anno 1140 urkundlich erwähnt wurde, und eine kirchliche Verbindung zum nahen Kloster Rechentshofen bestand. Einst war das Dorf von einer Ringmauer mit Türmen und Toren versehen. Ein kurzer Abstieg führte die Gruppe ins Altenbachtal und dort dem Bächlein folgend zum Weißenhof. Er wurde 1739 von den Löchgauer Bürgern Jakob und Hans-Jörg Weiß auf den Überresten eines römischen Gutshofes gegründet. Über die freie Feldhochfläche entlang des Maienwaldes und am Geizenbrunnen vorbei ging es dann nach Metterzimmern, um in der Sportgaststätte das Wanderjahr ausklingen zu lassen.