Kronenzentrum Atlanta – die Insel der Glückseligkeit

Mitarbeiter von Atlanta erzählen auf der Bühne des Kronenzentrums von ihrem Leben und ihrer Arbeit. Im Hintergrund rechts eine künstlerische Darstellung von Pia Lanzinger von Zahnrad und eine Zahnstange, in deren Produktion die Bietigheimer Firma Weltmarktführer ist.
Mitarbeiter von Atlanta erzählen auf der Bühne des Kronenzentrums von ihrem Leben und ihrer Arbeit. Im Hintergrund rechts eine künstlerische Darstellung von Pia Lanzinger von Zahnrad und eine Zahnstange, in deren Produktion die Bietigheimer Firma Weltmarktführer ist. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / Gabriele Szczegulski 11.10.2018

Für Maschinenbauingenieurin Andrea Gansemer ist die Bietigheim-Bissinger Firma Atlanta die „Insel der Glückseligkeit“. Grund: Bei ihrem Bewerbungsgespräch habe sie gefragt, wie denn die Fluktuation der Mitarbeiter bei Atlanta sei. Die Antwort: „Es gibt keine Fluktuation bei Atlanta. Entweder man geht in Rente, wird schwanger oder stirbt.“ Da habe sie gestaunt: „Das ist eine Insel der Glückseligkeit“. Das war vor 23 Jahren, so lange ist sie nun bei der Firma.

Im Kronenzentrum ging am Dienstagabend Erstaunliches über die Bühne. Nicht als Insel sondern als schützende Arche wurde die Firma symbolisiert, in deren internationaler Belegschaft sich die Angestellten sicher und geborgen fühlen, egal, was außer­halb passiert. „Und in dieses Schiff bohrt man doch kein Loch, so dass es untergeht, auf so einem Schiff muss man zusammenhalten“, sagte Salman Coban. 17 Mitarbeiter erzählten sehr authentisch und mit viel Mut vor ihrer Familie, Freunden, Gästen, Fremden und vor allem der Atlanta-Geschäftsführung in der zweiten Reihe über sich, ihre Arbeit bei Atlanta und über Rassenhass, der in der Firma „nicht zugelassen wird“, wie Roman Herrmann erklärte.

Künstlerin Pia Lanzinger hatte für das Projekt „Drehmoment“ der Kulturregion gemeinsam mit den Mitarbeitern die Inszenierung „Arche Atlanta“ erarbeitet. Tagelang hatte sie mit Mitarbeitern gesprochen und das Erfahrene in Texte umgewandelt. Bis zuletzt war das Ergebnis nicht bekannt, weder für Isabell Schenk-Weininger, die Leiterin der Städtischen Galerie, die Firmen und Künstler zusammengebracht hatte, noch für Kulturamtsleiter Stefan Benning. „Ich habe grade den Gemeinderat Günther Krähling getroffen, der auch hier ist. Er war jahrelang Ferienjobber bei Atlanta und wollte sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen“, so Benning. Das Kronenzentrum war gut gefüllt mit Gästen, aber zum Großteil mit der Atlanta-Belegschaft, die stolz das hörten und filmten, was ihre Kollegen sagten.

Auch die Geschäftsleitung von Atlanta, Sabine Seidenspinner, Klaus Jäger und Joachim Schneider, ließ sich überraschen. „Wir sind so erstaunt, wie authentisch die Mitarbeiter auf der Bühne agierten“, sagte Schneider. Sabine Seidenspinner war am Schluss „einfach nur so stolz auf unsere Mitarbeiter“. Geschäftsführer Jäger tat das Lob gut, wie er sagte, das auf der Bühne immer wieder durchkam, ohne dass die Mitarbeiter „lobhudelnd“ gewesen seien. „Ich finde, sie haben die weltoffene, soziale Kultur unseres Unternehmens sehr gut abgebildet“, so Jäger. Bruchstückhaft, aber sehr bewegend, oft traurig, manchmal aber lustig, erfuhr man unterschiedliche Lebensgeschichten.  Staplerfahrer Cateno Baiunco bekam viel Zwischenapplaus, als er vorführte, wie die Arbeiter, die mit Öl und Schmiere in Berührung kommen, mit Filzpantoffeln durch die Büroräume schleichen, um den Teppichboden nicht zu verschmutzen.

Info An diesem Donnerstag,  11. Oktober, 18.30 Uhr, findet die Lichtinstallation „Weiße Zeit“ von Joachim Fleischer im Rahmen von „Drehmoment“ bei der Dürr AG in Bietigheim-Bissingen, Carl-Benz-Straße 34,  statt. Auch Kurzentschlossene können sich noch anmelden: corpcom@durr.com oder (07142) 78 11 68.

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