Fußball Asyl-Unterkunft mit Bolzplatz

Bietigheim-Bissingen / Walter Christ 11.09.2018

Mit großem Eifer und mitunter ausgezeichnetem Fußball eröffneten am Samstag acht Mannschaften die „Saison“ am neuen Bolzplatz bei den Asylbewerber-Unterkünften an der Geisinger Straße in Bietigheim-Bissingen. Das Turnier war vom örtlichen Ökumenischen Arbeitskreis Asyl unter der Leitung von Johannes Schockenhoff anlässlich der offiziellen Einweihung des Bolzplatzes, der eine Einrichtung des Landkreises ist, samt Bewirtung organisiert worden. Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich am frühen Morgen bis zum Nachmittag zahlreiche Menschen aus Afrika, Afghanistan, Syrien und anderen Herkunftsländern, um gemeinsam Fußball zu spielen beziehungsweise die Akteure anzufeuern. Unter ihnen auch zwei Sozialarbeiterinnen, Bietigheim-Bissingens Bürgermeister Joachim Kölz, Fabian Schollenberger, der beim Landkreis Ludwigsburg für den Sozialen Dienst für Asyl-Bewerber zuständige Mitarbeiter, sowie Sigrid Kühnle und Walter Christ, die beim Fußballsportverein (FSV) 08 Bissingen zusammen mit Christine Walter über Jahre hinweg den Asylbewerbern am Bruchwald Fußball ermöglichten und sie auch außerhalb des Sportplatzes betreuten.

Lob und Dank

Bevor es auf dem etwa 20 mal 30 Meter großen Hartplatz sportlich zur Sache ging, gab es für die Organisatoren um Johannes Schockenhoff viel Lob, ebenso Lob und Dank für den Landkreis für die Bereitstellung des Spielfeldes, die Stadt Bietigheim-Bissingen und den helfenden FSV 08 Bissingen, der am Samstag vier Bälle, Trainingshemdchen und eine Ballpumpe spendete.

Das Geld dazu kam vom Deutschen Fußballbund, konkret von dessen Egidius-Braun-Stiftung, die laut 08-Ehrenvorsitzendem Walter Christ seit drei Jahren insgesamt über 1,7 Millionen Euro an 3400 Fußballvereine zur Hilfe für Migranten ausgeschüttet und diesen Betrag inzwischen um weitere 400 000 Euro aufgestockt hat.

„Die Mär von Scharfmachern, Populisten und taktierenden Partei-Soldaten“, wonach der DFB rassistisch sei, ist, so Christ, „grottenfalsch und unfair pauschal“. Er kenne jedenfalls keine einzige Sportart, in der auch nur annähernd so viele Menschen mit nicht deutschen Wurzeln so eng integriert seien und am Vereinsleben teilnähmen wie beim Fußball. Bei seinem Verein spielten Menschen aus über 20 Herkunftsländern. Und hier habe man bereits zu Zeiten, als es beispielsweise einen Mesut Özil noch gar nicht gab, Italiener, Türken, Spanier, Griechen und beispielsweise Jugoslawen herzlich aufgenommen und mit ihnen zusammen machbare internationale Gemeinsamkeit vorgelebt.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel