Mit der Bimmelbahn kutschiert werden oder zu Fuß zum Marktplatz gehen und dann ein Essen unter Freunden genießen. Für Gäste ist ein Besuch des Arkadenfests des Bietigheimer Sängerkranzes eine angenehme Sache, so soll es auch dieses Wochenende beim 45. Arkadenfest sein, sagt Karl-Heinz Menrath, Vorsitzender des Sängerkranzes. Für den Verein jedoch bedeutet dies eine Planung, die fast ein Jahr lang dauert: „Nach dem Arkadenfest ist vor dem Arkadenfest“, sagt Menrath.

Der Vorsitzende hat die Organisation des Festes im Blick. „Das beginnt zum Beispiel mit Anträgen“, sagt er und zeigt dabei ein Dokument, das er für die Stadt ausfüllen muss, damit der Sängerkranz den Marktplatz nutzen darf. Auch die Banner an der Straße müssen genehmigt werden. „Für Banner und Anzeigen geben wir rund 1000 Euro aus“, erzählt er ganz offen. Das sei viel für den Verein, aber es lohne sich, betont er. Etwa zehn Banner sind in der gesamten Stadt verteilt und machen auf das Fest, das es seit 1974 gibt, aufmerksam. „Die können wir zum Glück jedes Jahr nutzen, da müssen wir nur das Datum ändern.“ Bei den anderen Veranstaltungen muss jedes Mal ein neues Plakat oder Banner gestaltet werden, weil sich die Themen verändern. Aufstellen darf der Verein die Werbeplakate eine Woche vor der Veranstaltung – auch das muss organisiert werden.

Gema nicht vergessen

„Und das darf ich auch nicht vergessen“, erklärt der Vorsitzende und zeigt auf eine Anmeldung bei der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema). Mit einer Liste der gespielten Stücke soll gewährleistet sein, dass die Künstler auch etwas davon haben, dass ihre Musik genutzt wird. Dieses Jahr sorgt ein Wiederholungstäter für die musikalische Begleitung am Arkadenfest: Good Vibrations Pianoman. „Ich sage den Künstlern immer, ihr dürft bitte nicht böse sein, wenn die Leute nicht richtig zuhören“, sagt Menrath, „aber das ist ein Vereinsfest und die Leute wollen schwätzen.“ Es sei zwar schade um die Musik, aber das sei es auch, was das Fest ausmacht: gemütliches Beisammensein.

Das wäre jedoch nicht möglich, wenn es keine Helfer gebe. Hier hat der Sängerkranz ähnliche Probleme, wie andere Vereine. Die Mitglieder werden älter und sind körperlich nicht immer in der Lage zu helfen. Nachwuchs aber findet sich nicht immer. „Da sind viele Telefonate nötig“, gibt Menrath zu. Doch mit 30 Mitgliedern und 19 Freunden und Verwandten sind die Bietigheimer gut aufgestellt, um das Arkadenfest am Samstag und Sonntag zu stemmen – inklusive Auf- und Abbau. Letzterer findet direkt am Sonntagabend statt. Doch bei all dem Aufwand und auch der Kosten stellt Menrath klar: „Das Arkadenfest gibt es jetzt zum 45. Mal, uns wäre es ganz arg, wenn wir diese Tradition einstampfen müssten. Es wäre schade drum.“ So stehe beispielsweise auch nicht im Vordergrund, mit dem Fest Geld zu verdienen. „Deswegen haben wir das Catering vergeben.“ Zwar gab es Stimmen, die dem damit verdienten Geld nachtrauern, doch „ich hab da ganz klar die Leute nicht mehr.“ Denn das benötigte rund 20 Helfer zusätzlich.

Eine Besonderheit beim Arkadenfest ist zudem ein prominenter Gast, um dem sich Karl-Heinz Menrath jedes Jahr bemüht. Dieses Jahr ist es Blüba-Direktor Volker Kugel. „Den kennt ja jeder und ich bin schon eine Weile an ihm dran.“ Der Bekanntheitsgrad sei Menrath natürlich wichtig. Oft sei es für die Gäste eine Möglichkeit, mal persönlich mit Politikern oder bekannten Persönlichkeiten zu sprechen. „Herr Kugel ist ein ganz netter Mensch und sehr offen. Ich denke, er wird mit den Menschen gut ins Gespräch kommen.“ Diese „Promi-Gäste“, wie sie der Vorsitzende nennt, kommen gut bei den Gästen an, sagt er. „Ich habe für das nächste Jahr auch schon jemanden im Kasten: der Präsident des Schwäbischen Chorverbands.“ Jörg Schmidt habe bereits zugesagt. „Das alles läuft hinter den Kulissen, das sieht sonst keiner“, sagt er und ergänzt, dass der Verein das Fest gerne vorbereitet, gestaltet und plant, damit sich die Gäste gemütlich in der Innenstadt treffen können.

Das Programm des Arkadenfestes


Die Bimmelbahn am Arkadenfest hat sich bewährt, ist Karl-Heinz Menrath überzeugt. Der Vorsitzende des Sängerkranzes Bietigheim weiß von einigen Besuchern, die die Bahn gerne nutzen. Deswegen wird es sie auch dieses Jahr geben. Mit ihr können sich die Gäste am Samstag, 24. August, ab 17 Uhr zum offiziellen Beginn des Arkadenfestes am Bietigheimer Marktplatz fahren lassen.

Am Sonntag, 25. August, ist Oberbürgermeister Jürgen Kessing zum Bürgergespräch eingeladen und anschließend ist Blüba-Direktor Volker Kugel zu Gast. Ab 14 Uhr wird es mit Good Vibrations Pianoman und bekannten Hits sowie Schlagern musikalisch. bz

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