Bürgergespräch Parken: Anwohner beschuldigen Lehrer

Die Parkplatzsituation in der Wilhelmstraße rund um die Realschule im Aurain lässt zu wünschen übrig.
Die Parkplatzsituation in der Wilhelmstraße rund um die Realschule im Aurain lässt zu wünschen übrig. © Foto: Lisa Denndörfer
Bietigheim-Bissingen / Rena Weiss 21.01.2019

Mit einem Lob an die Stadt begann das Bürgergespräch im Aurain im Café Blatter vergangene Woche. „Die Beleuchtung an den beiden Treppenabgängen ist gelungen“, sagt ein Anwohner. Die Stadt hatte die Treppen zur Wobachstraße instandgesetzt. Für zirka 40 000 Euro wurden die Stufen und Beläge saniert sowie die Beleuchtung ergänzt. Das war’s dann aber schon mit dem Lob. Weiter ging es mit dem einen Thema, dass die Aurainer seit Jahren beschäftigt und das nicht besser zu werden scheint: die Parkplatzsituation.

Ohne Parkscheibe

Vor allem die Anwohner der Wilhelmstraße beobachten, dass sich nicht jeder an die Regeln hält: „Die Lehrer können alle nicht lesen“, sagt ein Anwohner. Grund dafür ist, dass nur zwei Stunden mit Parkscheibe geparkt werden darf, doch nicht jeder lege eine Parkscheibe in sein Auto. „Während der Schulzeit wird nicht kontrolliert“, sagt ein Anlieger und wird von einem anderen bestätigt, der ergänzt: „Es passiert nichts. Es ist ein rechtsfreier Raum.“ Ganz so wollen das Harald Schmitt, stellvertretender Schulleiter, und Realschullehrerin Silke Bulling nicht stehen lassen. „Ich will für Verständnis werben“, sagt Schmitt. Mehr als 70 Lehrer arbeiten an der Realschule im Aurain: „Wo sollen diese 70 Kollegen parken?“, fragt er in die Runde. Zudem werden die wenigen Lehrerstellplätze unerlaubterweise nicht nur von Lehrern genutzt, sagt er.

Bei den rund 20 anwesenden Anliegern bleibt die Stimmung jedoch verhalten. Auch Oberbürgermeister Jürgen Kessing erklärt: „Es gibt einige Parkhäuser im Umkreis.“ Die Stadt erachtet rund 500 Meter Entfernung von Wohnung oder Arbeitsplatz als vertretbar. Gesetzlich müssen es sogar einen Kilometer Luftlinie sein, so der Oberbürgermeister weiter. „Die Parkhäuser sind sicherlich nicht kostenlos“, entgegnet Harald Schmitt, „ist es wirklich zumutbar, dass wir zehn Euro pro Tag zahlen?“

Gemeinderat, Bäcker- und Konditormeister Eberhard Blatter erklärt, dass auch seine Mitarbeiter das Problem haben, einen Parkplatz zu finden und den anderen Betrieben gehe es ähnlich. „Es sind viel mehr Autos zugelassen, als wir Stellplätze haben“, sagt Kessing und fügt hinzu, dass die Parkprobleme und der viele Verkehr selbst gemacht sind, weil das Parken in Bietigheim-Bissingen nichts kostet. Andere Städte regeln das anders. Er nennt Stuttgart, London und Tokio. „Der Höchstsatz im Parkhaus am Bahnhof ist 3,50 oder 4 Euro“, sagt er und wird durch Gemeinderat Werner Kiemle ergänzt: „Ein Dauerparkplatz im Sky kostet 55 Euro im Monat.“ Zum Abschluss sagt Silke Bulling: „Man möchte das friedlich lösen.“

Eine Lösung fanden die Beteiligten vergangene Woche jedoch nicht. Sowohl Anwohnerparkplätze, Lehrerstellplätze, als auch eine Aufstockung der vorhandenen Parkplätze könne die Stadt nicht in Aussicht stellen. „Mit der Rampe verlieren wir so viele Stellplätze“, erklärt Steffen Speidel, Abteilungsleiter Stadt- und Hochbauplanung, dass das Endergebnis ebenso viele Parkplätze ergebe, wie vorher ebenerdige.

Positiv fanden die Aurainer jedoch die neue Beschilderung und die Parkplatzmarkierungen in den Straßen rund um die Realschule, die Timo Schmid vom Ordnungsamt, beim letzten Bürgergespräch versprach. Für zirka 11 000 Euro wurden die Parkflächen sinnvoller geordnet und markiert.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel