Bietigheim-Bissingen / CAROLINE HOLOWIECKI  Uhr
Das Bürgergespräch im Buch war das zweite in Folge, bei dem sich Anwohner über tagelang parkende Vans beschwert hatten. Fakt ist: Verbieten kann man es den Haltern nicht.

Eins, zwei, drei, vier. Bis zu neun Transporter stehen am Wochenende auf dem großen Parkplatz an der Bundesstraße 27 im Bietigheimer Wohngebiet Aurain. Den ganzen Sonntag, teils auch Samstag, werden sie nicht bewegt, bis sie sich am Montag wieder aufmachen, um für verschiedene Post- und Internethandelsunternehmen Pakete auszuliefern. Das haben die Anwohner genau beobachtet und beim Aurain-Bürgergespräch Ende Januar Oberbürgermeister Jürgen Kessing gemeldet.

Bei der jüngsten Versammlung - diesmal im Stadtteil Buch - ging es erneut um Sprinter, die dauerparken, und zwar an der Freiberger Straße nahe dem Tafelladen. Kessing kennt das Problem nicht nur von diesen beiden Veranstaltungen zur Genüge. Rund 150 Selbstständige gebe es in der Stadt, die im Auftrag von Lieferdiensten unterwegs seien - alle mit einem eigenen Van. Und die müssen nun einmal irgendwie stehen.

Anette Hochmuth, Sprecherin der Stadtverwaltung, erklärt, dass den Haltern keiner verbieten kann, ihre Transporter auf öffentlichen Plätzen tagelang abzustellen, solange sie ordnungsgemäß parken und niemanden behindern - ob im Wohngebiet oder auf Parkplätzen wie im Aurain, wo es keine zeitliche Begrenzung gibt. Nicht zuletzt deswegen gebe es genau dort Überlegungen, eine maximale Parkdauer einzuführen. "Das hat aber Auswirkungen auf alle", so Hochmuth. Stichwort alle: Laut Kessing müsse sich jeder an der eigenen Nase fassen. Immerhin gebe es 30 Prozent Zuwachs bei Einkäufen übers Internet.