Wenn Delegationen aus Bietigheim-Bissingen in befreundete Städte reisen, wird ordentlich Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt. Vor allem, wenn es nach Übersee geht, also nach Kusatsu in Japan, Overland Park in den USA oder neuerdings nach Tupungato, Argentinien. Im Zeichen des Klimaschutzes hat die Fraktion der Grün-Alternativen Liste (GAL) im Gemeinderat nun diese ökologischen Fußabdrücke ins Visier genommen.

In einem Antrag, den Fraktionschefin Traute Theurer am Dienstagabend im Ausschuss für Verwaltung und Finanzen vorstellte, wird eine Kompensation für den CO2-Ausstoß bei Delegations- und Dienstreisen gefordert, die sich nicht vermeiden ließen. „Auch die Flugreisen der Beschäftigten unserer städtischen Unternehmen in Bietigheim-Bissingen, namentlich Spillmann, Stadtwerke und Bietigheimer Wohnbau, sollen in Zukunft von den Unternehmen mit einer CO2-Kompensation ausgeglichen werden“, fordert die GAL. Angesichts der Klimakrise sei auch die kommunale Ebene in der Verantwortung, so der Antrag. Die Kompensation könne durch Beiträge an Agenturen wie Atmosfair, Myclimate, Artik oder Climate Partner geleistet werden, die dafür Öko-Projekte finanzieren.

165 Euro Kompensation

Was die Höhe der Kompensation betrifft, so ist diese von verschiedenen Faktoren wie Flugart oder Art des Klimaprojekts abhängig. So fallen laut Atmosfair bei einem Hin- und Rückflug (Economy, Linie) von Stuttgart nach Mendoza (Flughafen bei Tupungato) 7,1 Tonnen CO2 pro Person an, die mit 165 Euro kompensiert werden müssten.

Laut Anette Hochmuth, Pressesprecherin der Stadt, gibt es pro Jahr etwa zwei bis drei Flugreisen von Stadtverwaltung und Gemeinderat in die Partnerstädte. In der Regel bei Jubiläen, die alle fünf Jahre gefeiert werden. So war eine Delegation im Frühjahr in Overland Park in Kansas/USA, kommendes Wochenende geht es nach Szekszárd in Ungarn. Manchmal fliegen Verwaltungsmitarbeiter in die Partnerstädte, wie jüngst eine Mitarbeiterin des Stadtmuseums, die Gegenstände für eine Ausstellung nach Kusatsu brachte. Ansonsten gebe es innerhalb der Verwaltung fast keine Flüge, so Hochmuth. Hinzu komme der Austausch der Musikschule mit ihren Freunden in den USA. Laut der Pressesprecherin war eine Kompensation von Flugreisen bisher kein Thema in der Verwaltung. Man werde den Antrag nun prüfen und sich zu gegebener Zeit dazu äußern. Dann müsse der Gemeinderat darüber entscheiden.