Soziales Angebot soll weiter wachsen

Gerlinde Kämmer mit einem Fahrzeug der Diakoniestation. Die Einrichtung feiert am Wochenende Jubiläum.
Gerlinde Kämmer mit einem Fahrzeug der Diakoniestation. Die Einrichtung feiert am Wochenende Jubiläum. © Foto: Helmut Pangerl
bz 14.09.2018

Mit fünf Schwestern hat die Häusliche Kranken- und Altenpflege der Diakoniestation Bietigheim-Bissingen 1978 begonnen, heute sind es 32 Schwestern und Pfleger in Voll- und Teilzeit sowie acht geringfügig beschäftigte Aushilfen. In der Nachbarschaftshilfe und Familienpflege weitete sich die Arbeit von ursprünglich 18 Helferinnen auf heute 38 Mitarbeiterinnen aus. Ein rasches Wachstum der sozialen Einrichtung in der Gartenstraße 40, das zeigt, wie wichtig deren Arbeit ist. Am kommenden Sonntag  wird das 40-jährige Bestehen gefeiert.

Wie Geschäftsführerin Ute Epple mitteilt, beginnt die Geschichte der Einrichtung im April 1976. Damals schlug die Stadt Bietigheim-Bissingen den Pfarrämtern vor, die Trägerschaft für die in städtischer Regie befindlichen Einrichtungen der häuslichen Krankenpflege zu übernehmen und eine Diakoniestation zu gründen. Der Gemeinderat stimmte diesem Vorschlag im April 1977 zu, und im Juni 1977 wurde der Verein „Evangelische Diakoniestation Bietigheim-Bissingen“ gegründet. Im Februar 1978 folgte die Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Besigheim – dieses Datum wird als das Gründungsdatum der Diakoniestation verstanden.

In den folgenden Monaten wurde im April ein Kooperationsvertrag mit dem Krankenpflegeverein Tamm geschlossen, im Juli 1978 folgte die Kooperation mit der Gemeinde Ingersheim. Im August desselben Jahres wurde die Arbeit auf eine ökumenische Basis durch den Kooperationsvertrag mit dem Krankenpflegeverein St. Laurentius, der auch die Zusammenarbeit mit allen katholischen Kirchengemeinden in Bietigheim-Bissingen einschloss, gestellt. Tamm und Ingersheim haben sich inzwischen allerdings wieder selbstständig gemacht.

Hausnotruf als wichtiger Zweig

Die Tätigkeitsfelder umfassen neben den Kernaufgaben der Häuslichen Kranken- und Altenpflege sowie der Nachbarschaftshilfe und Familienpflege auch Gesprächsgruppen. Der Hausnotruf sei mit mehr als 100 Teilnehmern ein wichtiger Zweig, der den Menschen in der Stadt Sicherheit in ihrem häuslichen Umfeld gebe, heißt es in der Mitteilung.

Seit Oktober 2016 gibt es als jüngstes Angebot der Diakoniestation eine Tagespflege mit 12 Plätzen, die gerne  angenommenen werde. Möglich wurden der Umbau zur Tagespflege und eine Gartenanlage nur, weil sich die Stiftung für die Diakoniestation mit erheblichen finanziellen Mitteln engagierte und auch die Aktion Menschen in Not der Bietigheimer Zeitung die Einrichtung hier unterstützt hat, so Ute Epple in ihrem Rückblick.

Unterstützung durch Stadt

Die Diakoniestation arbeitet als gemeinnütziges Unternehmen ohne Gewinn. Sie bezahle ihre Mitarbeiter nach Tarif und erhalte für ihre Leistungen die zentral mit den Kassen verhandelten Kostenersätze. In manchen Bereichen reiche dies jedoch nicht aus, wird betont.

Die Stadt Bietigheim-Bissingen unterstützt die Station im Bereich der Familienpflege, der von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht auskömmlich finanziert wird und bei Nachbarschaftshilfeleistungen für Menschen, die keinen Pflegeversicherungsgrad haben, aber dennoch eine gewisse Unterstützung durch die Nachbarschaftshilfe im ihrem häuslichen Umfeld brauchen. Der Vorstand der Station, bestehend aus Manfred Graf als Vorsitzendem und Rudolf Bayer und Dr. Christoph Küenzlen, ist seit Jahrzehnten ehrenamtlich für die Station tätig.

Wichtig sei dem Vorstand insbesondere der „Diakonische Gedanke“, heißt es in der Mitteilung.  In der Praxis heiße das zum Beispiel, dass Schwestern und Pfleger neben ihrer Pflege zusätzlich Zeit haben für Gespräche am Krankenbett. Oder es könne bedeuten, dass der Kontakt mit den Kirchengemeinden intensiv gepflegt wird.

Für die Zukunft sieht die Station zwei Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt: zum einen die Gewinnung und langfristige Beschäftigung von Mitarbeitern und zum anderen die Ausweitung der Angebotspalette, insbesondere für ältere Menschen und Demenzkranke.

Gottesdienst und Tag der offenen Tür

Der Festtag der Diakoniestation am Sonntag, 16. September, beginnt mit einem Festgottesdienst in der Pauluskirche um 10 Uhr. Im Anschluss werden Oberbürgerbürgermeister Kessing und der Vorsitzende der Diakoniestation, Manfred Graf, Grußworte bei einem kleinen Empfang sprechen.

Ein Tag der offenen Tür findet von 13.30 bis 17.30 Uhr in der Diakoniestation in der Gartenstraße 40 und der dazugehörigen Tagespflege statt. Das Angebot reicht laut einer Mitteilung von Vorträgen zum Thema Vorsorgevollmacht über einen Demenzparcours, der Gesunden einen Einblick in die veränderten Wahrnehmungen von Demenzkranken gibt, bis hin zu Blutdruck- und Blutzuckermessen, Beratung, Handmassagen und mehr. Die Tagespflege kann besichtigt werden.  Für Führungen um 14, 15 und 16 Uhr und die Vorträge um 14 und 15 Uhr sowie für Pflegeberatung und Handmassage (ab 13.30 Uhr) kann man sich unter Telefon (07142) 44 112 Karten reservieren. Restkartenvergabe am Veranstaltungstag.

Im Hof vor der Diakoniestation wird zudem ein Kuchenbuffet angeboten. Parken kann man auf dem Parkplatz der Firma Valeo an der Bundesstraße 27. bz

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