Eine Vielzahl an Rückmeldungen haben Thomas Reusch-Frey und Hans-Joachim Rast auf ihre SOS-Rettungsdosenaktion bekommen. Es sei nicht nur die bloße Zahl von rund 1000 Dosen, die bereits von den Apotheken gegen eine Spende abgegeben wurde, schreibt Thomas Reusch-Frey in einer Mitteilung. Vor allem die persönlichen Rückmeldungen zur Aktion seien für die Initiatoren vom Lions-Club und der Stiftung für die Diakoniestation bemerkenswert.

20 Dosen geordert

Interessant, so Reusch-Frey, sei die Reaktion von Manfred Mauermann. Er sorge als Tanzlehrer und Discjokey für heiße Musik bei Tanzveranstaltungen. Der in Bietigheim-Bissingen wohnende Unternehmer war selbst schon in einer prekären Situation, von der er sagt: „Da wäre es nicht schlecht gewesen, wenn ich so eine SOS-Rettungsdose in meinem Kühlschrank gehabt hätte.“

Aus dieser Betroffenheit heraus hat sich Manfred Mauermann gleich für diese Aktion interessiert. Er habe inzwischen zwar alle seine Gesundheitsdaten im Handy abgespeichert, aber dort kommt niemand rein, der das Passwort nicht hat. Die Idee von der Kühlschranklösung und den Rettungsdosen hält er für genial: „Jeder hat einen Kühlschrank und jeder kann ihn schnell in der Wohnung finden. Und gut ist, dass an den Kühlschrank alle dürfen.“ Unmissverständlich signalisiert der Aufkleber an der Außentür des Kühlschranks, dass die Sanitäter oder der Notarzt, gegebenenfalls auch Nachbarn oder andere wichtige Leuten den Kühlschrank öffnen dürfen.

Bei den Initiatoren der Aktion hat der 52-jährige Entertainment-Unternehmer gleich 20 Rettungsdosen auf einen Schlag geordert. Die möchte er an seine Mitarbeiter als Geschenk weitergeben: „Das sind junge und jüngere Leute, die aber auf jeden Fall auch so eine Dose haben sollten.“

Vergesslich in der Aufregung

Auch Hildegard Dietz hat die Rettungsdose. Allerdings stehen bei ihr ganz andere Erfahrungen im Hintergrund. Sie hat sich eines der roten Exemplare beschafft, weil sie um den Stress in Notfallsituationen weiß. Als sie mit ihrem Mann während einer schweren Erkrankung immer wieder den Krankenwagen rufen musste, hätte sie sich solch eine Dose gewünscht. „Sie erleichtert es, gerade in angespannten Situationen den Überblick zu behalten und klare Auskunft zu geben. Da ist die Rettungsdose absolut hilfreich“, macht die ehemalige Pfarramtssekretärin deutlich.

In der Tat sind alle notwendigen Informationen auf einem Faltblatt festgehalten. Wenn dieses Formular ausgefüllt ist, steckt man es in die Rettungsdose. Ein Griff in den Kühlschrank und man hat alles beisammen, was man braucht.

In allen Apotheken

„Ich bin zwar oft mit meinem Mann im Krankenwagen mitgefahren, aber jedes Mal ging der Blutdruck hoch und die Aufregung war immer groß. Ich empfinde die Rettungsdose als Erleichterung“, erzählt sie. Und jetzt, als sie das Formular für ihre Rettungsdose ausfüllen wollte, hat sie festgestellt, dass sie sich bei ihrer Blutgruppe plötzlich unsicher war. Das zeige ihr, wie wichtig es ist, dass solche Informationen griffbereit vorliegen. „Das kann wertvolle Sekunden sparen“, ist sich die 80-jährige Bissingerin sicher und hat gleich zehn Rettungsdosen besorgt. Diese will sie nicht nur an diejenigen weitergeben, die in ihrem Frauenkreis an der Martin-Luther-Kirche noch keine haben. Sie hat auch Bekannte im Blick, die an anderen Orten wohnen, in denen es diese Aktion nicht gibt. „Die Rettungsdosen gibt es in allen Apotheken der Stadt“, so Thomas Reusch-Frey.

Was kommt in die Dose rein?


In der SOS-Rettungsdose kommen regelmäßig aktualisierte Infos einem Datenblatt. Daten zur Person: Vollständiger Name, Adresse, Telefonnummer, Krankenkasse. Kontaktdaten des Arztes und Personen, die im Notfall benachrichtigt werden sollen. Beschreibung derzeitiger Erkrankungen, Allergien, Unverträglichkeiten sowie der Aufbewahrungsort von Medikamenten, die derzeit eingenommen werden. Auch Hinweise auf eine Patientenverfügung oder eine Vorsorgevollmacht und deren Aufbewahrungsort. Informationen, wer bei plötzlicher Abwesenheit von wem versorgt werden muss, zum Beispiel Haustiere. bz