Nach einem Jahr Pause findet in Bietigheim-Bissingen nun zum vierten Mal über das gesamte Jahr verteilt Veranstaltungen und Events rund ums Brotbacken statt. Unter dem Motto „Froh zu sein bedarf es wenig“ können Interessierte und Neugierige im Hornmoldhaus nicht nur Wissenswertes über die alte Tradition des Brotbackens erfahren, sondern dürfen auch selber Brot backen.

Hildegard Schnetz-Frangen, Familienbeauftragte der katholischen Kirche Ludwigsburg, initiierte die Veranstaltungsreihe bereits 2016. „Brot spielt eine sehr wichtige Rolle in unserer Kultur“, weiß Schnetz-Frangen. „Und man braucht nicht viel, um gemeinsam eine gute Zeit zu haben.“ So ging die Familienbeauftragte auf die Bietigheim-Bissinger Bäckerfamilie Fröhlich zu, die der Teilnahme sofort zustimmte. Auch weitere ehrenamtliche Helfer meldeten sich schnell. „Ich möchte allen Menschen, vor allem aber Kindern zeigen, was für ein aufwendiger Prozess hinter der Herstellung von Brot steckt“, erzählt Schnetz-Frangen. „Im Museum zeige ich dann mit einer Handvoll Körner, wie lange es damals brauchte von Hand genügend Mehl für ein Laib Brot herzustellen.“ So möchte sie auch vermitteln, wie wertvoll jedes einzelne Korn war, als Getreide noch nicht in dieser Fülle vorhanden war, wie heute.

Neben der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Bietigheim-Bissingen, ist auch das Hornmoldhaus Kooperationspartner der Veranstaltung. Catharina Raible ist als neue Leiterin des Stadtmuseums dieses Jahr zum ersten Mal Teil der Backveranstaltungsreihe. Im Museum eröffnet zu Beginn der Reihe auch die Ausstellung „Die lustige Welt der Teekannen“. „Das Motto der Ausstellung und das der Events verbinden wir miteinander“, erklärt Raible. „Gerade im Leerlauf, wenn die Teilnehmer der Backaktionen auf das Brot, das im Ofen ist, warten, führe ich durchs Museum.“ Die Backaktionen sollen im Hornmoldhaus beginnen, wo der Teig mit dem ehrenamtlichen Backhausteam vorbereitet wird. „Dann fahren alle gemeinsam den Teig auf einem Leiterwagen durch die Altstadt zum Backhaus Fröhlich, wie es früher die Backfrauen gemacht haben“, erklärt Raible. „Dort werden die Brote im Holzofen gebacken und später wieder ins Hornmoldhaus zurückgerollt.“ Anschließend können die Teilnehmer der jeweiligen Backaktion das Brot probieren und mit nach Hause nehmen.

„Für mich persönlich ist es sehr schön, dieses wertvolle Wissen weiterzugeben“, schwärmt Schnetz-Frangen. „Der Prozess des Backens bringt Ruhe und verbindet Generationen.“ Außerdem sei das Brotbacken ein Genuss für alle Sinne. „Man riecht schon von Weitem das Feuer. In der Backstube knistert es, und dieser Duft des frischen Brotes ist herrlich.“ Auch Catharina Raible weiß die Kunst des Brotbackens zu schätzen. „Es ist wirklich eine tolle Erfahrung Lebensmittel selbst, mit den eigenen Händen, herzustellen. Vielleicht bekommt man dadurch auch ein Gespür vom Wert und von der Zusammensetzung.“ Heute werde, wenn überhaupt, in Brotbackmaschinen oder im gewöhnlichen Ofen zu Hause gebacken. „Das traditionelle Brotbacken ist eine richtige Kunstfertigkeit, die man von Grund auf erlernen muss.“

Ebenso sei es wichtig, dass so ein traditionelles Backhaus, wie das der Familie Fröhlich, Teil der Backaktionen ist. „In vielen Städten gibt es solche Backhäuser gar nicht mehr“, weiß Raible. „Leider geht dadurch auch Wissen verloren. Das Brotbacken ist aber Teil unserer Geschichte und unseres gemeinsamen Lebens.“

Den Startschuss der Veranstaltungsreihe gibt das Eröffnungsevent an diesem Freitag, 24. Januar. „Die Backaktionen im Januar sind schon komplett ausgebucht“, freut sich Hildegard Schnetz-Frangen. Ab 16.30 Uhr ist die Veranstaltung jedoch für alle offen. „Es gibt eine musikalische Untermalung und wer Lust hat, darf gerne frisch gebackenes Brot probieren.“ Über das Jahr verteilt, können Brotbegeisterte, Gesellige und Neugierige sich im Backen ausprobieren und verschiedene Aktionen genießen. Am 14. Februar dürfen nicht nur verliebte Paare ihre Backfreude austoben. Auch Kinder dürfen mittags für ihre Eltern etwas Herziges backen. Rund um den Johannistag lädt das Hornmoldhaus am 24. Juni zu einem Sommerpicknick ein und am Nikolaustag liest der Nikolaus Kindern aus seinem goldenen Buch vor und sorgt für einige Überraschungen, die noch geheim bleiben.

Start der Backaktion


An diesem Freitag beginnt die öffentliche Eröffnungsfeier der Backreihe „Froh zu sein bedarf es wenig“ und der Ausstellung „Die lustige Welt der Teekannen“ um 16.30 Uhr im Hornmoldhaus. Bereits um 14.30 Uhr kann eigenes Brot im Backhäusle hergestellt werden. Weitere Brotbackaktionen folgen am 15. Februar, am 7., 14. und 21. März und am 4. April. Besondere Feiertagsaktionen finden am Valentinstag, 14. Februar, am Johannistag, 24. Juni und am 6. Dezember, dem Nikolaustag, statt. Die Teilnahmegebühr beträgt jeweils drei Euro, am Valentinstag 15 Euro. Für Anmeldungen und weitere Informationen steht Hildegard Schnetz-Frangen per E-Mail an familienpastoral@keb-ludwigsburg.de oder telefonisch unter (0152) 27 06 11 40 zur Verfügung. Alle Veranstaltungen gibt es zudem online. dbi

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