Lothar-Späth-Carré „So etwas braucht seine Zeit“

Das Lothar-Späth-Carré aus der Vogelperspektive. Die Erschließung soll im südlichen Teil beginnen.
Das Lothar-Späth-Carré aus der Vogelperspektive. Die Erschließung soll im südlichen Teil beginnen. © Foto: Werner Kuhnle
Bietigheim-Bissingen / Rena Weiss 02.08.2018

Wann geht es denn im Lothar-Späth-Carré weiter?“ Diese Frage hat Bietigheims Bürgermeister Joachim Kölz nicht zum ersten Mal gehört, als er sich mit BZ-Redakteurin zum Gespräch traf. Tatsächlich kann er aber beruhigen: „Ich gehe davon aus, dass man im nächsten Jahr dort auch etwas sehen wird.“ Doch auch diese Aussage wurde nicht zum ersten Mal getätigt. Auf dem Gelände soll vor allem Wohnraum entstehen. Ziel sind laut dem Bebauungsplanvorentwurf rund 350 Wohnungen, die in Bietigheim-Bissingen dringend benötigt werden. Doch warum, geht es nur langsam voran?

Die Größe des Gebiets (zwischen der Stuttgart-, Freiberger- und Gartenstraße), die Lage mitten in der Stadt sowie die teilweise schwierigen Verhandlungen mit den verschiedenen Eigentümern seien Gründe, warum die Planungsphase andauert. Es sei eine schwierige Situation so ein Gebiet sauber zu überplanen und umzusetzen, erklärt Kölz und ergänzt: „So etwas braucht seine Zeit.“ Doch die Stadt arbeite daran. „Es wird sehr viel vorbereitet nur sieht man es eben draußen noch nicht, weil kein Bagger dort steht“, so der Bürgermeister.

Aufgrund der Komplexität dieses Gebiets teilt die Stadt das Gebiet auf. „Wir werden den Südbereich als ersten Bereich anpacken. Da sind wir auch schon recht weit“, sagt Kölz. Die Rede ist vom ehemaligen Hubele-Kienzle-Areal. Aber auch hier gebe es noch viele Dinge zu klären, beispielsweise die Umlegungsfrage. Auch ein Bebauungsplan müsse vorbereitet werden. Dabei müssen auch Dinge wie der Brandschutz beachtet werden. „Wir wollen dort ja relativ dicht bebauen. Also wie kommt die Feuerwehr rein und raus?“, diese Frage müssen sich Stadt und Planer stellen, so Joachim Kölz. Auch der Naturschutz müsse beachtet werden. Auf dieser Fläche befinden sich seltene Bäume wie Zedern, Mammutbäume und Riesen-Thujabäume. Bei möglichen geschützten Tieren müsse beispielsweise eine Fortpflanzungsperiode lang geprüft werden, ob die Tiere im Gebiet zu finden sind. Zu all diesen Themen laufen derzeit die Untersuchungen und all das brauche seine Zeit, erklärt Kölz. „Aber man wird dort nun auch relativ kurzfristig was sehen. Insofern, keine Sorge, da sind wir mit Macht dran. Da ist auch niemand hier, der bremsen würde.“

Dennoch räumt er ein, dass dieses Projekt viele Fallstricke habe und einige davon auch zu Zeitverzögerungen geführt haben – Stichwort Hotel und Verkehrsplanung. Viele Jahre lang wollte die Stadt auf dem Gelände auch ein Hotel errichten, tat sich aber bei der Suche nach Investoren schwer und musste letztlich diese Idee aufgeben. Im Moment befinde sich die Stadtverwaltung in einer Phase, in der es bald zur Umsetzung komme, versichert Bürgermeister Joachim Kölz. „Das sind Megaprojekte und Bereiche, die für die Stadt eminent wichtig sind“, sagt er, „zwei solche Baugebiete wie das Lothar-Späth-Carré und das Bogenviertel, direkt in der Stadt, direkt am Bahnhof, direkt an der B 27 – das kommt für uns natürlich nicht wieder.“ Deswegen müssten beide Projekte sauber und gut geplant sein. „Da sind wir dran und dabei kommt am Ende für unsere Stadt etwas ganz zukunftsweisendes heraus“, ist sich der Bürgermeister sicher und ergänzt: „Da hoffe ich, dass wir dann später alle mal, wenn die Gebiete mal bebaut sind, dastehen und sagen können: ‚Das war für die Stadtentwicklung eine ganz wichtige Geschichte.’“

Stetige Entwicklung

Auch zum Bogenviertel gibt er einen Ausblick. Hier soll es bedeutend schneller vorangehen. Zwar habe die Stadt mit den Mietern noch Verträge mit einer Laufzeit bis Ende 2020, doch hoffe sie, danach mit den Bauarbeiten starten zu können. „Ich denke, es wäre ambitioniert, wenn wir so weit kämen, dass wir 2021 mit ersten Maßnahmen starten können“, sagt Joachim Kölz. Doch auch hier relativiert er das Vorhaben: „Das sind 8,5 Hektar – das ist kein Gebiet, wo man irgendwann den Schalter umlegt und dann stehen auf dem gesamten Gebiet Kräne.“ Das Bogenviertel werde sich stetig entwickeln und in Abschnitten bebaut werden. Nach 2020 sei ein realistischer Zeitraum für den Beginn einer Bauphase, die sich viele Jahre hinziehen werde, so der Bürgermeister.

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