Am 6. Dezember wäre der freie Journalist und Autor Rudolf Wesner 80 Jahre alt geworden. Er sei ein Nikolauskind, hatte er immer betont und war stolz auf sein Geburtsdatum. Nach kurzer, aber schwerer Krankheit ist der gebürtige Berliner in der vergangenen Woche im Bietigheimer Hospiz seinem Krebsleiden erlegen.

Über 30 Jahre lang war Wesner für die Bietigheimer, Sachsenheimer und Bönnigheimer Zeitung als freier Journalist tätig. Hauptsächlich in der Kultur nahm er Termine wahr, aber auch Gemeinderäte und andere lokale Themen bearbeitete er. Die Musik, vor allem Beethoven und Mozart, war sein "Lebenselixier", so sagte er einmal. Auch bei seinem Umzug aus seiner Wohnung in Freiberg-Heutingsheim ins Hospiz nach Bietigheim waren der CD-Spieler und CDs mit klassischer Musik sein wichtigstes Gepäck. Auch in der bildenden Kunst war Wesner versiert: Nicht nur, dass er Ausstellungen besprach, viele Künstler verpflichteten den Journalisten als Vernissageredner. Außerdem schrieb er neben seiner Tätigkeit als Journalist zwei Romane und mehrere Kurzgeschichten sowie Texte für Musicalaufführungen der Musikschule Bietigheim-Bissingen. "Schreiben war sein Leben", sagt seine Tochter Angelika Wesner, "bis zuletzt schrieb er im Kopf an Artikeln". Neben ihr hinterlässt Rudolf Wesner Sohn Ronald und drei Enkel.

Der Berliner kam 1960 nach Baden-Württemberg, doch einen Koffer hatte er immer in Berlin, mehrmals im Jahr besuchte er die deutsche Hauptstadt. Wesner war zweimal verheiratet und lebte seit 20 Jahren in Freiberg. Ende Juni zog er ins Bietigheimer Hospiz und starb dort am 22. September. Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am Montag, 5. Oktober, 15 Uhr, auf dem Neuen Friedhof in Freiberg-Heutingsheim statt.