Bietigheim-Bissingen / RUDI KERN  Uhr
Nicht nur einen kommunalpolitischen Blick in das Feuerwehrwesen von Bietigheim-Bissingen gab es für die Teilnehmer von "Politik.live" der Schiller-VHS. Kommandant Frank Wallesch stellte auch die Arbeit vor.

Der Blick hinter die Kulissen und die Betrachtung der kommunalpolitische Seite dabei, dies ist das Ziel der Reihe "Politik.live" der Schiller-Volkshochschule des Landkreises Ludwigsburg. Am Samstag gab es die Möglichkeit, sich in der Feuerwache Bietigheim über die ehrenamtliche Einrichtung und ihre Pflichten zu informieren. Ziele: die politische Verbindung der Feuerwehren kommunizieren, die Rahmenbedingungen aufzeigen, erklären, wie viele Schnittstellen und Verknüpfungen es dabei gibt, wie Deniz Ankaya, Fachbereichsleiter Allgemeinbildung und berufliche Weiterbildung bei der VHS, anmerkte. Zum dritten Mal sei eine VHS-Gruppe zu Gast bei der Freiwilligen Feuerwehr in der Bietigheimer Feuerwache.

Das Land habe den Kommunen einige Pflichten auferlegt, die wiederum mit Freiwilligen und ehrenamtlichem Engagement erfüllt werden. Diese Aufgaben der Feuerwehren könnten sich Städte und Gemeinden ansonsten nicht leisten, so Ankaya, der den Kreis der Interessierten aus Bietigheim-Bissingen, aus Schwieberdingen und Korntal begleitete.

Frank Wallesch, leitender Hauptbrandmeister mit Dienststellung Kommandant bei der Feuerwehr Bietigheim-Bissingen, stellte vor allem die rechtlichen Grundlagen heraus, die ein großes Aufgabenspektrum folgen lassen. Auch der Aufbau der Organisation und die Abläufe im Einsatz gehörten dem theoretischen Teil an. Die Praxis bildete der Blick in die Bietigheimer Einsatzzentrale inklusive Schutzausrüstungen und Fahrzeuge samt großer Drehleiter.

Dass "Eimer und Feuerpatsche" für die Organisation zur gemeinnützigen Nächstenhilfe nicht mehr ausreichten, machte Wallesch deutlich. Die Einrichtung dient der Gemeinde und ist unabhängig von der Polizei, wie es im Feuerwehrgesetz für Baden-Württemberg lautet. Festgeschrieben ist darin ebenfalls die Rettung aus Gefahren von Menschen und Tieren, wie die Besuchergruppe erfahren konnte. Auch die Aufgaben der Gemeinden und des Landkreises sind in der Gesetzesvorlage vorgegeben. So sind die Kommunen verpflichtet, auf ihre Kosten eine den örtlichen Verhältnissen entsprechende leistungsfähige Feuerwehr aufzustellen, auszurüsten und zu unterhalten. Dazu dient der Feuerwehrbedarfsplan, der für jede Kommune individuell ausgearbeitet wird, in dem überdies Gefahrenpotenzial und technische Ausstattung dokumentiert wird.

Der Kommandant sprach ebenso die Aufgabenbeschreibung des Landkreises an, in der die Leitstellen eine wichtige Rolle spielen. Für Feuerwehr und Rettungsdienst ist demnach eine Integrierte Leitstelle zu schaffen, die unter der einheitlichen europäischen Notrufnummer 112 eingehende Notrufe unverzüglich weiterleitet. Auch die Unterstützung der Kommunen in puncto Alarm- und Ausrückeordnung gehört zum Aufgabenkatalog des Landkreises. Dem Land indes obliegt die Förderung der Aus- und Fortbildung der Feuerwehrangehörigen, insbesondere durch eine Landesfeuerwehrschule, wie es sie in Bruchsal gibt.

Nicht außen vor ließ Kommandant Wallesch die Hilfspflichten der Bevölkerung, darunter die Gefahrmeldung und die persönliche Hilfeleistung. Statt zu gaffen, schreibt das Gesetz vor, dass der Bürger alle in seiner Kraft stehenden Maßnahmen zur Rettung von Menschen und Brandbekämpfung zu ergreifen hat. Das könne durchaus mal ein Wegzeichen von einem Anwohner sein, in welche Straße die Feuerwehr hineinfahren muss, wie Frank Wallesch beschrieb.

Info
Bei "Politik.live" standen zuletzt Führungen in der EgeTrans-Arena oder auf der Baustelle Löchgauer Straße an. Auch die Sky-Baustelle soll demnächst besucht werden. Tage der offenen Tür bei der Feuerwehr-Abteilung Bietigheim sind vom 15. bis 17. Mai an der Feuerwache in der Mühlwiesenstraße - mit Bewirtung, Livemusik, Schauübungen, Wachführungen und ein Kinderprogramm.