Partnerstadt „Möge diese Freundschaft halten“

Auf dem Marktplatz trafen sich die deutsche und die japanische Delegation, bevor sie im Rathaus die Bekräftigungsurkunden unterzeichneten.
Auf dem Marktplatz trafen sich die deutsche und die japanische Delegation, bevor sie im Rathaus die Bekräftigungsurkunden unterzeichneten. © Foto: Fotos: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / Gabriele Szczegulski 18.06.2018

Tetsuya Kimura, japanischer Generalkonsul in Stuttgart, betonte es mehrmals: Die Partnerschaft zwischen Kusatsu und Bietigheim-Bissingen ist die älteste in Baden-Württemberg. Am 26. Januar 1962 wurde der Städtepartnerschaftsvertrag unterzeichnet, am selben Tag, als die deutsch-japanische Gesellschaft gegründet wurde, unterstrich auch Bietigheim-Bissingens Oberbürgermeister Jürgen Kessing.

Schon im September 2017 war eine Delegation aus Bietigheim-Bissingen in Kusatsu gewesen, um dort das 55-Jährige zu feiern und eine Bekräftigungsurkunde zu unterzeichnen. Am Wochenende fand der Gegenbesuch von 32 Bürgern aus Kusatsu unter Leitung des Chefs des Gemeinderats, Fumio Mizuide, der den Bürgermeister vertrat. Die Delegation nahm am Samstagabend an der Weißen Nacht in Bissingen teil, am Sonntagabend sangen die Trällinger des Sängerkranz Bietigheim im „Besa em Städtle“ schwäbische Trinklieder für die Japaner.

Noch einmal bekräftigten die Vertreter beider Städte im Rathaus bei einem Festakt am Sonntagvormittag mit ihrer Unterschrift, dass sie die Partnerschaft fortführen und entwickeln wollen. „Möge diese Freundschaft lange halten“, sagte Fumio Mizuide, der betonte, dass Gäste aus Bietigheim-Bissingen jederzeit in Kusatsu willkommen und auch sicher sind. Denn im Januar hatte ein Vulkanausbruch die Stadt der heißen Quellen, die der Bietigheimer Arzt Erwin von Bälz erforscht hatte (die BZ berichtete), erschüttert. Es gab laut Mizuide einen Toten und viele Verletzte. „Wir investieren inzwischen viel in die Vulkanforschung, ein Ausbruch wird uns nicht mehr überraschen“, sagte er.

Alle Redner betonten die Wichtigkeit des Schüleraustausches für die Zukunft der Partnerschaft. Die Realschule Bissingen und die Junior High School in Kusatsu können ebenfalls ein Jubiläum feiern: Seit 20 Jahren besteht dieser Austausch, den beide Städte finanziell unterstützen. 320 Schüler, so Mizuide, nahmen insgesamt daran teil. Auch in diesem Jahr werden sechs japanische Schüler nach Bietigheim-Bissingen reisen und neun von der Bissinger Realschule nach Kusatsu. „Es sind kostbare Erfahrungen, die diese Schüler machen“, sagte der Chef des Gemeinderats von Kusatsu. Auch OB Kessing betonte, dass der Schüleraustausch wichtiges Element sei. Neun Schülerinnen der Realschule lasen daraufhin Haikus über ihren Aufenthalt in Kusatsu 2017 vor.

In seiner Funktion als Präsident des Deutschen Leichtathletikverbands sagte Kessing, dass er sich auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo freue, die vor allem für Nachhaltigkeit stehen. „Wir wollen dort viele Medaillen gewinnen und wenn diese aus recycelten Metallen sind, nehmen wir sie auch gern.“ Gelächter im Publikum und die Antwort von Generalkonsul Tetsuya Kimura: „Auch wenn wir Freunde sind, viele recycelte Medaillen wollen wir auch“.

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