Mit zwei Planungen für neue Kindertagesstätten befasste sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag. In beiden Fällen gab’s Zustimmung für die Vorschläge der Verwaltung, verbunden mit einigen Anmerkungen.

Im Falle des geplanten Kindergartens im Obergeschoss eines zukünftigen Lidl-Neubaus in der Gustav-Rau-Straße, den die Stadt anmieten will (die BZ berichtete), billigten die Stadträte das Projekt im Grundsatz einstimmig. Das Mietangebot – monatlich 16 185 Euro für 62 Plätze – sei „kein Schnäppchen“, aber unter Betrachtung aller Aspekte „wirtschaftlich vertretbar“, erklärte Thomas Reusch-Frey für die SPD. Er machte aber einen Vorbehalt: Man brauche genaue Aussagen darüber, wie sich die vorgesehene Vergrößerung Lidls durch den Neubau – um etwa 500 Quadratmeter – auf das Buchzentrum auswirke. Über die Lidl-Erweiterung soll erst noch separat entschieden werden.

CDU-Fraktionschef Thomas Wiesbauer fand den Standort ideal. Hochgerechnet auf die 15 Jahre, für die die Anmietung erst einmal gedacht ist, komme man auf Gesamtkosten von 3 Millionen Euro. Das sei günstiger als wenn die Stadt selbst einen Kindergarten baue. Aber auch er betonte, dass das Lidl-Vorhaben dem Buchzentrum nicht schaden dürfe. Dagegen war Dr. Georg Mehrle (FDP) überzeugt, dass Lidl das Buchzentrum nicht tangieren werde. Dieses habe andere Probleme.

Für Kita-Projekt Nummer zwei, ein Neubau an der Gerokstraße, neben der Schillerschule, stand eigentlich nur die Vergabe der Fachplanungsleistungen an. Doch hier waren es Verkehrsfragen, die nochmals thematisiert wurden. Wegen der Anwohner müsse eine gute Verkehrslösung her, forderte Hermann Eppler (CDU). Letztere verlangte auch Thomas Reusch-Frey (SPD). „Der sichere Schulweg ist für uns ein ganz wichtiges Element“, betonte er weiter. Claus Stöckle (CDU) verwies darauf, dass die Schillerschule ein kräftiges Wachstum verzeichne. Deswegen müsse die Verkehrskonzeption für das Gebiet mitentwickelt werden.

Bürgermeister Joachim Kölz sicherte dies zu: „Wir werden Planungen anstellen und Ihnen rechtzeitig vorstellen.“ Nach dem Baubeschluss werde man in die Verkehrsplanung einsteigen. Zum bestehenden Leintalkindergarten, der ursprünglich abgerissen werden sollte, erklärte er auf Nachfrage: „Wir können auf die Kita Leintal im Moment nicht verzichten.“