Hip-Hop "In Hip-Hop steckt so viel mehr" Walter Schilling hat den Radiosender BB21 gegründet, um die Musik bekannter zu machen

In der Grafik Novelle "HipHop Family Tree" sei die Entstehung des HipHops sehr treffend erzählt, so Walter Schilling (Gründer des Senders BB21).
In der Grafik Novelle "HipHop Family Tree" sei die Entstehung des HipHops sehr treffend erzählt, so Walter Schilling (Gründer des Senders BB21). © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / DELIA ALF 18.08.2015
"Hip-Hop ist nicht mein Hobby sondern meine Leidenschaft", betonte Walter Schilling, Gründer des Hip-Hop-Radiosenders BB21. Der 24-Jährige versorgt seit acht Monaten seine Hörer mit Hip-Hop-Musik und Backgroundinformationen.

Heute vor acht Monaten gründete der 24-jährige Walter Schilling aus Bietigheim den Hip-Hop-Radiosender BB21. Seit dem zehnten Lebensjahr sei die Musik "sein Leben", sagte Walter Schilling. Aber allein das Hören der Musik reichte ihm irgendwann nicht mehr aus. Walter Schilling fing an, sich ausgiebig mit dem Genre Hip-Hop zu beschäftigen und wollte das auch mit der Öffentlichkeit teilen. Aus der Leidenschaft heraus entschloss er sich, einen Web-Radiosender zu gründen. Angefangen hat alles im Januar dieses Jahres. Seine erste Sendung hatte 30 bis 40 Hörer - hauptsächlich aus dem Bekanntenkreis.

Nach zirka zwei Monaten gab er die Online-Sendungen auf, da die Shows nur live übertragen werden konnten. Seitdem laufen seine Shows auf Soundcloud. Dort können die Hörer Sendungen nachträglich noch anhören. Schillings Anzahl an "Followern" steigt seitdem immer mehr an. Momentan hat er Sendungen veröffentlicht, die teilweise über 400 Aufrufe haben.

"Ich kann nicht unbedingt sagen, dass es mein Ziel ist, eine immer größere Reichweite zu bekommen, sondern es passiert einfach. Aktuell bekomme ich immer mehr Hörer", erklärte der 24-Jährige. Etliche Stammhörer hat der gelernte Dachdecker inzwischen für sich gewonnen. Sponsoren hat er keine, doch das sei gut, denn so könne er frei schreiben. Und dass er kein Geld damit verdiene, sei auch nicht so tragisch, so Schilling.

"Aus der Musik kann man mehr herausnehmen, als nur ein Hintergrundgeräusch", erklärte der Bietigheimer. "Da steckt einfach so viel mehr drin, und das möchte ich an meine Hörer und Leser weitergeben."

Neben seinem Sender auf SoundCloud führt Walter Schilling auch eine Homepage, in der er seine Reviews zu den Alben und die Interviews mit den Künstlern veröffentlicht. Sobald ein neues Album heraus gebracht wurde, nimmt sich der Bietigheimer Hip-Hop-Spezialist zwei bis drei Tage Zeit, die Platte komplett durchzuhören und darüber zu schreiben - das habe er aber schon immer gemacht. "Schon bevor ich meine Sendungen und die Homepage hatte, kamen meine Freunde immer zuerst zu mir und fragten mich, was ich von dem ein oder anderen neuen Album halte," erinnerte sich der Hip-Hop-Spezialist.

Durch die Digitalisierung der Musik verlieren die Künstler und die Kunst, die in der Musik steckt, immer mehr an Wert. Dem wolle er entgegenwirken, betonte der Bietigheimer. "Auf meiner Homepage habe ich auch eine Sparte, die ,Retro' heißt. Dort kann man die Reviews alter Alben lesen. Gerade für die Jüngeren kann das besonders interessant sein. Hier können sie Informationen über Künstler und Alben erhalten, aus einer Zeit, in der sie noch sehr jung waren."

Gerappt hat Walter Schilling selber nie wirklich, er sei eher der neutrale Beobachter. Er verfolgt und berichtet über den Entstehungsprozess eines Albums. Aktuell begleitet er die "Untergrund-Künstler" aus der Region. Aber auch die internationalen Rappkünstler sind auf seiner Web-Seite vertreten und kommentiert. Diese trifft er unter anderem auf Konzerten, auf denen er die Möglichkeit hat, die Künstler zu interviewen.

Begleitet wird Walter Schilling zumeist von befreundeten Fotografen, die für ihn die Bilder schießen.

Webradios in Deutschland

Sender Rund 2700 Webradiosender gibt es laut einer Goldmedia-Studie derzeit in Deutschland. Zwei Jahre zuvor lag die Anzahl der Online-Radio-Anbieter noch bei mehr als 3000 Sendern, meldet das Statistikportal statista. Genutzt wird das Angebot laut der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (ag.ma) von knapp 28 Millionen Menschen in Deutschland. Das könnte sich künftig ausweiten, vor allem wegen der Nutzung über mobile Endgeräte.

Vorliebe 2014 nutzten knapp 60 Prozent der Webradionutzer Sender mit Popmusik. Hip-Hop hörten 19 Prozent.

JSW

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