Ellentalgymnasien Gerda Grawunder geht in den Ruhestand

Die Schulleiterin des Ellentalgymnasiums I, Gerda Grawunder, wurde in den Ruhestand verabschiedet.
Die Schulleiterin des Ellentalgymnasiums I, Gerda Grawunder, wurde in den Ruhestand verabschiedet. © Foto: Helmut Pangerl
Bietigheim-Bissingen / Rena Weiss 24.07.2018

„Gerda Grawunder geht“, mit diesen Worten startete Studiendirektor Matthias Helmle seine gemeinsame Rede mit Oberstudiendirektor des Ellentalgymnasiums II, Lutz Kretschmer, und fasste damit ohne viel Drumherum den Grund für das Zusammenkommen im evangelischen Gemeindehaus am Montagnachmittag zusammen. Die 62-jährige Oberstudiendirektorin des Gymnasiums I geht in den Ruhestand. Durch die Bauarbeiten an den Gymniasien musste die Verabschiedung in das Gemeindehaus ausweichen.

„Ich habe es neulich mal mit meinen Schülern ausgerechnet: Ich war 50 Jahre lang in der Schule“, begründete Grawunder ihren vorzeitigen Abschied gegenüber der BZ und rechnet damit ihre eigene Schulzeit mit ein. An die Ellentalgymnasien kam sie vor 38 Jahren als Referendarin, wurde 1986 Studienrätin, 2000 Oberstudienrätin und 2001 Schulleiterin. „Ihr Name ist fest mit dieser Schule verbunden“, sagte Schulreferent Thomas Heckert vom Regierungspräsidium, „und sie können auf ihr Werk und ihre Arbeit stolz sein.“ Dabei sei es Grawunder immer wichtig gewesen, die Begabungen und Eigenheiten der Schüler zu fördern. Schon zu ihrer Einsetzung sei ihr die Vielfalt wichtig gewesen, sagte Grawunder selbst. Vielfalt garantiere, die eigenen Fähigkeiten zu entfalten.

Zum richtigen Zeitpunkt gehen

Einige Errungenschaften der Schule unter Gerda Grawunders Leitung wurden ebenfalls genannt und sind unter anderem der Radwegeplan und damit die fahrradfreundliche Schule, der 1. Platz im Verkehrspräventionspreis, die MINT-Zertifizierung sowie der Medienpädagogik-Sonderpreis. Deswegen auch jetzt der Abschied: „Ich möchte nicht in die Situation kommen, in der ich mein Amt nicht mehr meistern kann“, sagte Grawunder.

Doch die Reaktionen der Schüler und Kollegen bewiesen, dass sie die Schulleiterin ungern gehen lassen, sagte Oberbürgermeister Jürgen Kessing. Er hob neben der beruflichen Leistung zudem den örtlichen Einfluss hervor: „Was uns gefreut hat, ist, dass aus der zugewanderten Unterländerin eine waschechte Bietigheimerin geworden ist. Dazu kann man sie nur beglückwünschen“, richtete er das Wort an die Schulleiterin.

Die Elternbeiratsvorsitzende und Gemeinderätin Karin Wittig würdigte indes Grawunders „gelungene wertschätzende Kommunikation“ und ihre Ruhe und Gelassenheit und würde sie als Mediatorin jederzeit empfehlen. Zudem sprach Wittig an, was sich viele im Raum erhoffen, dass schnell eine kompetente Nachfolge gefunden werde. Deswegen auch Gerda Grawunders Wünsche für die Gymnasien: „Ich wünsche den Ellentalgymnasien, dass sie weiter Unterstützung erfahren und dass alles, was geleistet wird, gewürdigt wird.“

Doch das müsse künftig ohne Gerda Grawunder geschehen, denn ab 1. August beginne eine neue Zeitrechnung, erklärte Thomas Heckert, und Grawunder wünsche sich weniger Planung und mehr Anarchie. Das bestätigt Grawunder im BZ-Gespräch. Sie habe Ideen für die neu gewonne Freizeit, jedoch keine Pläne. Als Abschiedsgeschenke gab es jedoch Theaterkarten und einen Heißluftballonflug. Außerdem wolle sie viel Zeit mit ihrer Familie verbringen.

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