Die Parkplatzsituation ist schrecklich”, sagte Bernd Wieczorek und fasste damit die Hauptbeschwerden des Bürgergesprächs im Buch am Donnerstagabend treffend zusammen. Etwas mehr als 20 Bürger kamen der städtischen Einladung nach und trafen sich im Vereinsheim des Bietigheimer Hockey- und Tennisclubs. Neben einigen anderen Themen kamen die Anwohner immer wieder auf das Thema Parken zurück. Auch die Stadt und deren Ordnungsamtsleiter Thomas Höfel mussten sich in ihrer Antwort wiederholen: „Das Problem ist uns bekannt.“ Auch bei Wieczoreks Anliegen: die Parksituation in der Firmleystraße.

Die Rede war und ist von zugeparkten Straßen, Fahrern, die sich nicht an Gesetze halten und von der Angst der Anwohner: „Da wird so geparkt, dass die Feuerwehr nicht durchkommt“, wie es Jürgen Knopf erklärte.

Es sind keine neuen Probleme, die die Anwohner umtreiben, und auch der Stadt sind die Hände gebunden. „Die Situation ändert sich nicht“, sagt Knopf zum Fall der Tiefgarage des Hochhauses an der Berliner Straße. Dort werde die Einfahrt zugeparkt, obwohl Markierungen dies verbieten. Höfel versicherte, sich diese Stelle einmal anzuschauen. Dieses Versprechen gab er häufiger am Donnerstagabend.

Höfel sagte auch: „Die Stadt wird sich immer pro Sicherheit und pro Feuerwehr entscheiden.“ So auch in der Frimleystraße. Dort sollen laut Höfel tatsächlich Parkplätze aufgegeben werden. Im Moment schauen sich die Verkehrsplaner das Problem genauer an. Er erklärte jedoch auch, dass die Stadt in einigen Straßen untersucht habe, wie viele Parkplätze es weniger geben müsse, damit die Feuerwehr gut durchfahren könne: „50 Prozent weniger Parkplätze“.

Thilo Stumpf drückte seine Befürchtungen drastischer aus: „Was mir Sorge bereitet ist, dass die Eltern irgendwann ihre eigenen Kinder umbringen.“ Überspitzt sprach Stumpf die „Eltern-Taxis“ an der Schule in der Breslauer Straße an. „Es ist traurig zu sehen“, sagte er und fragte, ob dort nicht noch etwas zu machen sei. Höfel: „An allen Schulen der Stadt ist dieses Problem identisch. Die Eltern sind nicht einsichtig.“ Er habe seine Mitarbeiter diverse Male das unerlaubte Parken vor Schulen kontrollieren lassen. Das Fazit: Seine Mitarbeiter sind beleidigt worden, aber gebracht habe es nichts. „Sie fragen, was kann man tun? Nichts“, so Höfels wohl resignierte Antwort. Einzig an der Waldschule in Bissingen habe es bislang funktioniert. Auch, weil dort die Eltern sehr viel Initiative gezeigt haben.

Um darzustellen, wie aktiv das Ordnungsamt in Bietigheim-Bissingen sei und die Anliegen der Bürger ernst nehme, legte Thomas Höfel einige Zahlen offen: 80 000 Bußgeldverfahren gebe es im Bereich Straßenverkehrsordnung jährlich und mindestens 100 Autos wurden abgeschleppt.

Ein anderes Thema schnitt Chris Zimmermanns an: „Die Fahrpläne sind im Schatten der Straßenlaternen“, merkte er bei einigen Bushaltestellen an. Könne man das verändern?

Claus-Dieter Jaisle, Leiter des Hoch- und Tiefbauamts, erklärte, dass die Stadt alle Bushaltestellen, sofern möglich, erneuern werde. Das beinhalte auch ein Häuschen mit Beleuchtung. Dies findet im Rahmen des barrierefreien Umbaus statt (die BZ berichtete).

Kein Bürgergespräch im Buch ohne das Lothar-Späth-Carré. Auf dem Areal sollen im ersten Abschnitt 175 Wohneinheiten entstehen. Der Bebauungsplan war in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats einstimmig beschlossen worden. „Pro Einheit rechnen wir mit rund zwei Personen“, sagte Oberbürgermeister Kessing.

In diesem Zuge sprach er auch die gefällten Bäume an, die bei einigen Bietigheimern für Unmut sorgten, „Wenn die Erschließungsarbeiten abgeschlossen sind, hätten wir den Bäumen damit das Wasser abgegraben“, erklärte der OB. Dann hätten sie aus Sicherheitsgründen so oder so gefällt werden müssen. Die Erschließungsarbeiten erfolgen im Frühjahr.

Der im Kreuzungsbereich zum Gröninger Weg geplante Kreisverkehr soll in der Sommerpause gebaut werden.

Kindergärten sind voll


248 Kinder werden in den drei Kindergärten Allensteiner, Breslauer Straße und Fliederweg in elf Gruppen betreut, wie OB Jürgen Kessing bekannt gab. „Wie überall in der Stadt: Die Kindergärten sind voll“, sagte Kessing dazu.

113 Plätze in sieben Gruppen gibt es im Kinderhaus Buch. Auch für das kommende Kindergartenjahr liegen mehr Anmeldungen als freie Plätze vor.

333 Kinder werden in der vierzügigen Grundschule im Buch betreut. In der Gustav-Schönleber-Schule sind es 63 Schüler. rwe