Die Spendenbereitschaft der Leser der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung ist ungebrochen: Mehr als 650 Einzelspenden summierten sich zu der Summe von 111 735,76 Euro im diesjährigen Spendentopf der 42. BZ-Aktion Menschen in Not. Manfred Gläser, BZ-Herausgeber und Vorsitzender der BZ-Aktion, konnte vor dem Weihnachtfest die Spendengelder an fünf soziale Organisationen weitergeben: Mit jeweils 20 000 Euro wird die Arbeit der Diakonischen Bezirksstellen in Bietigheim-Bissingen und Vaihingen sowie des Caritas Familienzentrum in Bietigheim unterstützt. Mit einem Betrag von 25 000 Euro wird in diesem Jahr die Arbeit des Kinderschutzbundes im Landkreis Ludwigsburg, und dabei besonders das rege genutzte Sorgentelefon gefördert. 10 000 Euro erhält der Bietigheimer Förderverein „Kusaidia Afrika“, der ein Krankenhaus in Tansania finanziell unterstützt und dort die Ausbildung von medizinischen Praktikanten fördert.

In seiner Begrüßung zur Spendenübergabe würdigte Manfred Gläser die vielfach langjährige Unterstützung der BZ-Aktion durch Großspender aus dem Verbreitungsgebiet. Unter den mehr als 650 Einzelspendern nannte er auch beispielhaft eine alleinstehende Mutter, die 20 Euro in den Spendentopf von Menschen in Not legte, oder einen Rentner, der trotz notwendiger Sparsamkeit fünf Euro spendet, und die beide dadurch ein bemerkenswertes Bekenntnis zur Solidarität mit den Bedürftigen offenbarten. „Unter diesen vielen Einzelspenden waren auch Spender, deren Name auf Intergrationscharakter schließen lässt, und Spenden von bisher unbekannten Firmen, die neu als Unterstützer auftauchen“, sagte Manfred Gläser.

„Ein ganz besonderer Tag“

„Nach über 20 000 Beratungsgesprächen in 20 Jahren, gibt es keine Untiefen, die ich nicht erlebt habe“, sagte Michael Marek, Geschäftsführer, Diakon, Sozialarbeiter und Sozialpädagoge bei der Diakonischen Bezirksstelle Vaihingen. Die Spendenübergabe der BZ-Aktion sei jedes Jahr „ein ganz besonderer Tag“ für ihn, der in diesem Jahr eine noch höhere Bedeutung habe, nach dem es in diesem Jahr „kolossale Spendeneinbrüche“ gegeben habe.

Die finanziellen Mittel aus der Weihnachtsspendenaktion der BZ ermöglichten es, dass „wir denen, die zu uns kommen, effektiv helfen können“. Ein durchaus düsteres Bild der gesellschaftlichen Zukunft skizzierte Marek: Die Armut habe sich verfestigt. Menschen, die in dieser Lebenssituation sind, hätten wenig Chancen: „Sie sind arm und sie bleiben arm.“

Privilegierte Situation

Das Familienzentrum in Bietigheim gehört zur Caritas Ludwigsburg-Waiblingen-Enz, die damit in drei Landkreisen tätig ist. Nicht zuletzt durch die Spenden aus der BZ-Aktion „sind wir hier in Bietigheim sehr privilegiert, so dass wir eigentlich immer helfen können“, sagte Natalie Vivaldi , Leitung Existenzsicherung und Integration. Vivaldi berichtete von der Initiative „Tür öffnen“, in der seit Oktober leerstehende Wohnungen direkt von der Caritas angemietet werden. Dadurch stelle ihre Organisation für die Vermieter sicher, dass die Miete für die Bedürftigen von der Caritas weitervermietete Wohnungen bezahlt würde, und es darüber hinaus eine Sozialbegleitung für die „Untervermieter“ gebe.

Innerhalb von knapp drei Monaten konnten bereits vier Wohnungen angemietet werden, weitere Objekte seien in Aussicht. „Wir sind gut gestartet, aber auch wir müssen uns noch Knowhow aneignen“, so Vivaldi. Das Interesse an diesen von der Caritas angemietet Wohnung sei inzwischen so groß, dass zunächst die Liste von möglichen Mietern geschlossen werden musste.

Bereits seit 1972 bietet der Kinderschutzbund ein Sorgentelefon an: Die „Nummer gegen Kummer“ – (0800) 1 11 03 33. Wie

Christa Holtzhausen, Vorstandsvorsitzende, und Schirmherrin Andrea Haas erklärten, es würden  sich zurzeit 15 in einem 100-stündigen Seminar vom Kinderschutzbund ausgebildete Beraterinnen und Berater ehrenamtlich am Kinder- und Jugendtelefon engagieren. In Ludwigsburg wurden so im Jahr 2017 rund 4000 Anrufe entgegen genommen. Die Themen umspannen ein breites Feld: Es gehe um Schulprobleme, um Liebe und Sexualität, aber auch um alltägliche Probleme mit Eltern und Freunden. „Bei den Gesprächen ist es besonders wichtig, vorurteilsfrei zuzuhören, nicht zu bewerten, sondern versuchen, das Problem zu erkennen“, so Christa Holtzhausen.

Froh ist auch Rolf Schnee, Vorsitzender des Vereins „Kusaidia Afrika“, über die jahrzehntelange Unterstützung durch die BZ-Aktion. 2019 muss sich der Verein einer weiteren Herausforderung stellen: Die vor Jahren begonnen Laborantenausbildung wird künftig von staatlichen Stellen zwar durch die Verleihung eines Diploms an die erfolgreichen Prüflinge aufgewertet. Dies führe aber zwangsläufig dazu, dass die Ausbildung um ein Jahr auf dann drei erhöht werden muss, was größere Ressourcen an Räumlichkeiten und Lehrern erfordere, so Rolf Schnee.

Spender für die BZ-Aktion


Besigheim: Erich und Rose Wirth, Petra und Michael Rauscher.
Bietigheim-Bissingen: J. und R. Spahr, H. C. Wolff, Helmut Siegle Fleischerfachgeschäft GmbH, Schiller-Apotheke Oliver Müller, Bäckerei Stöckle, Walter Müller, Barbara und Walter Christ, J. und G. Rahn, Britta Kolb, Cindy Wiesbauer, Dr. Martine Strobel, Enz-Apotheke Andreas Bühler, Apotheke im Kaufland, Geotechnik-Südwest Dieter Frey und Ekkehard Marx GbR, Marianne Rötlich, Waltraud Schumacher, Sigrid Elias, Familie Döft, Karlheinz Würth, Simon Karapanagiotidis Gebäudereinigung GmbH, Uwe Ammermann.
Bönnigheim: Hagenlocher GmbH.
Erligheim: Ellen und Werner Kunz.
Ingersheim: Eberhard Lang, Wolfgang Kieser, Joachim und Maria Wagner, Manfred Steinbrenner.
Löchgau: Anna und Albrecht Fischer, Manfred und Ursula Holzapfel.
Mundelsheim: Nico Hessenthaler.
Pleidelsheim: Gebrüder Holzwarth GmbH, Petra und Burkhardt Busse.
Sachsenheim: Herta und Manfred Baumgärtner, Familie Nester, Brigitte und Michael Pietsch, Anton Beck, Heinz und Helene Schollenberger, Lothar und Elisabeth Makkens, Möbelhaus Schmid GmbH.
Ohne Ortsangabe: Uwe Mächtlen, Regina Jöns, Monika und Siegfried Christ, Brigitte Baumgärtner, Christa und Wolfgang Häussler, Volker Schulze, Elisabeth und Hartmut Goldschmidt, Ingrid und Ernst Schoppel, Christel Oberhofer, Heidrun und Rainer Hürttlen, Dietrich Laun, Elisabeth und Jürgen Staudt, Brigitte Schweyher, Karl Georg Barth, Kurt Keck, B. und R. Schray, Anna Marie Krizek, Helmut und Rosemarie Breitkreutz, H-G. und B. Roth, Erika Stangel, Gisela Horstman, Ingrid und Gerhard Hoyer, Inge Morlok, Hans Detlev Weber, Uberto Prantl, Ute Karres, Alexander von Seidlitz-Kurzbach, Heinz-Joachim und Rita Lindstedt, Erika Haas, Walter Ott, Franz Geissmair, Hans-Dieter Büsch, Thorsten Hofer, Ursula und Eckhard Schimmel, Hans Emmert, Lore Essig, Alfred und Monika Rügger, Jutta Skolik, Cornelia Bühler, Martin und Jasmine Csermak, Wolfgang Frank, Susanne Haberkorn, Dr. Ulf und Jutta Barsch, Gerd-Wilfried Peichl, Heinz und Ursula Altmann.  bz