Jubiläum 50 Jahre unzertrennlich

Die Bürgermeisterin von Sucy-en-Brie, Marie-Carole Ciuntu, und Oberbürgermeister Jürgen Kessing bei der Unterzeichnung der Bekräftigungsurkunden.
Die Bürgermeisterin von Sucy-en-Brie, Marie-Carole Ciuntu, und Oberbürgermeister Jürgen Kessing bei der Unterzeichnung der Bekräftigungsurkunden. © Foto: Helmut Pangerl
Bietigheim-Bissingen / Ifigenia Stogios 09.07.2018

Ein halbes Jahrhundert sind nun Bietigheim-Bissingen und Sucy-en-Brie befreundet. 200 Menschen versammelten sich am Samstag in der Kelter, um dieses Ereignis zu feiern. „Wir sind stolz zu erleben, dass sich im Laufe der Jahre so viele Verbindungen gebildet haben“, sagte Oberbürgermeister Jürgen Kessing in seiner Ansprache.

Die zwei Städte verbinde nicht nur eine langjährige Freundschaft, sondern auch ein reger Austausch und ein großer Zusammenhalt, betonte er. Auch wenn es heutzutage üblich sei über soziale Medien zu kommunizieren, ist laut Kessing der persönliche Kontakt unerlässlich, denn er führe dazu, dass eine Städtepartnerschaft lebendig bleibe.

Enge Verbindung ohne Vorurteile

Allein dieses Jahr trafen sich im Februar und im März die Schüler der Ellentalgymnasien mit den französischen Schülern sowohl hier als auch in Frankreich. Sprachschüler der Schiller-Volkshochschule besuchten ihre französischen Partner vom  Centre Culturel, und der Schwäbische Albverein Bietigheim wanderte mit Freunden des Sucy Loisir Accuel in den Ardennen. „Diese Begegnungen tragen zum Abbau von Vorurteilen bei und führen zu engen Verbindungen“, sagte der Oberbürgermeister.

Die Bürgermeisterin der französischen Partnerstadt, Marie-Carole Ciuntu, erinnerte in ihrer Rede an ein besonderes Klimaereignis, das fast 20 Jahre zurückliegt. Sie bezog sich auf einen Sturm, der im Jahr 1999 in Sucy heimsuchte. Er entwurzelte 2500 Bäume. „Wer Sucy kennt, weiß wie bedeutend die Bäume und der Wald für unsere Landschaft sind“, sagte sie. 2001 ist eine „großartige Idee entstanden“, so Ciuntu. Bietigheim-Bissingen spendete 32 Eichen als Symbol für die damalige 32-jährige Freundschaft. „Diese Baumgruppe steht für die Stärke und Tiefe unserer Beziehungen“, sagte sie.

Auch die Französin erwähnte, wie wichtig der persönliche Kontakt zwischen den beiden Städten sei. „Wir können nicht genug betonen, wie wichtig der Schüleraustausch ist.“

Das Rezept für eine erfolgreiche Städtepartnerschaft ist ihrer Meinung nach folgendes: „Wie in allen Familien, am besten nie über Politik, Geld ... und Fußball reden.“ Daraufhin lachten alle. Oberbürgermeister Kessing meinte, dass Fußball kein Tabuthema mehr sei. Er drücke den Franzosen die Daumen und wünsche ihnen, dass sie den Weltmeistertitel holen.

Der Höhepunkt des Abends war die Unterzeichnung der Bekräftigungsurkunden von Oberbürgermeister Kessing und Bürgermeisterin Ciuntu. Künstlerin Katrin Freudenberger hat zwei Gemälde für die Partnerstädte gemalt: Beide sehen gleich aus, bloß hat das eine einen grünen und das andere einen roten Hintergrund. Rot für Bietigheim (die Farbe des Stadtwappens) und grün für Sucy-en-Brie (die Farbe des Stadtlogos). Die Farben seien auch ein Symbol der Freundschaft schließlich „sind es Komplementärfarben“, so Freudenberger. Auf den Bildern ist das Biegheim-Bissinger Rathaus zu sehen und die Zahl 50. Die Franzosen überreichten der Stadt Bietigheim-Bissingen ebenfalls ein Gemälde. Darauf ist ein Stadtteil von Sucy-en-Brie zu sehen.

Deutsch-französische Auftritte

Aber was wäre ein Festakt anlässlich einer langjährigen Städtepartnerschaft ohne gemeinsame Auftritte von Schulen und Vereinen? Die Tanzschulen Académie Clôdine Barrais und Labrini Mpartzoka traten auf. Mit zarten Tanzbewegungen und in glänzenden Tutus und Kostümen verzauberten sie das Publikum. Außerdem trat noch die Grundschule Jean Jacques Rousseau auf und sang deutsch-französische Lieder. Besonders gut kam der Chor der Ellental-Gymnasien an. Die Kinder traten in den Farben der französischen Flagge auf und sangen mit Gitarren- und Flötenbegleitung.

Den Festakt rundetet das Klarinettenquartett der Musikschule Bietigheim-Bissingen ab. Es begleitete musikalisch die Schulchöre. Alle sangen gemeinsam die Nationalhymnen der zwei Länder.

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