Bietigheim-Bissingen 25 Jahre Partnerschaft zwischen Szekszárd und Bietigheim

Das Gitarrenorchester aus der Partnerstadt Szekszárd spielte Mitte März mit Bietigheimer Musikschülern.
Das Gitarrenorchester aus der Partnerstadt Szekszárd spielte Mitte März mit Bietigheimer Musikschülern. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / SUSANNE YVETTE WALTER 23.04.2016
Seit 25 Jahren pflegen Bietigheimer Vereine und Institutionen auf vielen Ebenen die Gastfreundschaft mit Szekszárd in Südungarn.

Die Chorvereinigung Bietigheim und der Mondschein-Chor der ungarischen Partnerstadt Szekszárd sind schon seit Jahren eng miteinander befreundet, ebenso die Gymnasien beider Städte, und auch die Musikschulen besuchen sich immer wieder gegenseitig und stellen gemeinsame Konzerte auf die Beine.

Wie so oft gab ein Einzelner die Initialzündung für eine Freundschaft, die inzwischen ein Vierteljahrhundert besteht. An der Musikschule im Schloss habe der Leiter des Streichorchesters damals bei der Gründung der Städtepartnerschaft zwischen Bietigheim-Bissingen und Szekszárd in Südungarn mit seinem Orchester Präsenz gezeigt. "Ein Jahr später reiste ich mit dem Jugendblasorchester in die neue Partnerstadt. Das war dann nach der Wende, noch ganz frisch, und die Gastfreundschaft der Ungarn war gleich so herzlich, obwohl dort alles sehr einfach war und mit unserem Standard nicht zu vergleichen", erinnert sich Musikschulleiter Reimund Schiffer. "Die Ungarn haben ihre Kinder umquartiert, um uns Platz bieten zu können. Das war überwältigend", weiß er noch. Aus der Begegnungen ist eine stabile Freundschaft geworden.

Alle zwei Jahre kommen ungarische Musikschüler entweder nach Bietigheim oder umkehrt. Erst im März fand ein gemeinsames Konzert in der Musikschule im Schloss statt. Im Gegenzug steuerten das Blockflöten- und das Gitarrenorchester aus Bietigheim-Bissingen Szekszárd an. Immer andere Ensembles sollen in den Genuss kommen, Land und Leute kennenzulernen.

Das Leben in den Gastfamilien hat sich über die Jahre als bandeschmiedende Lösung erwiesen. Nirgends lernt man die Menschen bekanntlich besser kennen als bei sich zu Hause. "Nach Ungarn zieht uns einfach die Herzlichkeit der Menschen immer wieder. Da geht es weniger um die tollen Möglichkeiten oder um Konsum als vielmehr einfach um die Begegnung selbst", bringt es Schiffer auf den Punkt.

Gelegenheit, den Balaton kennenzulernen finden sich viele bei den Ausflügen, die zum Beispiel in die Puszta führen oder in kleinere Städte. "Immer wieder erleben wir, dass unsere Schüler mit einem veränderten Denken nach Hause zurück kommen und wieder mehr wertschätzen, was sonst oft selbstverständlich erscheint", stellt der Musikschulleiter fest.