Bietigheim-Bissingen 2016: Größere Veränderungen bei Krankenhaus und Bücherei

Seit Jahresbeginn fahren die S-Bahnen unter der Woche abends länger als bisher. Die letzte S 5 aus Stuttgart in Richtung Bietigheim-Bissingen, hier ein Archivbild des Bietigheimer Bahnhofs, startet jetzt gegen 1 Uhr in der Nacht.
Seit Jahresbeginn fahren die S-Bahnen unter der Woche abends länger als bisher. Die letzte S 5 aus Stuttgart in Richtung Bietigheim-Bissingen, hier ein Archivbild des Bietigheimer Bahnhofs, startet jetzt gegen 1 Uhr in der Nacht. © Foto: Martin Kalb
JULIA SCHWEIZER 02.01.2016
Der Jahreswechsel geht oft auch mit Veränderungen für die Bürger einher. In Bietigheim-Bissingen wird es nur wenige geben - doch die meisten davon fallen positiv aus.

Mehr Zeit haben oder sich nehmen - das ist das, was sich sicherlich viele Menschen wünschen, wenn es um Vorsätze fürs neue Jahr geht. Zumindest für die Nutzer der Otto-Rombach-Bücherei geht das vom 9. Januar an in Erfüllung. Denn von da ab hat die Einrichtung in der Bietigheimer Altstadt samstags eine Stunde länger geöffnet, bis 14 Uhr. Einen kleinen Haken aber gibt es: Die Bücherei macht dann auch später auf, nämlich erst um 10 Uhr. Nur die Zeitungsecke bleibt weiterhin ab 9 Uhr zugänglich. Samstags um 9 Uhr hätten sich bislang nur wenige Büchereikunden eingefunden, heißt es bei der Stadt. "Um 13 Uhr hingegen fällt es vielen schwer die Bibliothek wieder zu verlassen. Ein Trend der sich schon länger beobachten lässt." Deshalb habe man nun reagiert. "So bleibt mehr Zeit um nach gemütlichem Frühstück und Einkaufsbummel in der Bücherei zu stöbern und schmökern."

Mehr Zeit - das ist das, was eigentlich auch einige Mitarbeiter der Stadt gut gebrauchen könnten. Wegen Personalausfällen und eines zu großen Arbeitspensums hatte die Verwaltung seit August die Öffnungszeiten von Standesamt und der Ausländerbehörde in der Farbstraße 19 eingeschränkt, die Dienststellen waren deshalb mittwochvormittags zu. Ob das nun wieder wie ursprünglich geplant zurückgenommen wird, ist laut der Stadtsprecherin Anette Hochmuth noch offen.

Da ist es ja auch Zeit geworden!, möchte man dem Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) angesichts seiner Änderungen zurufen. Seit 1. Januar fahren die S-Bahnen unter der Woche abends länger als bisher. Die letzte S5 Richtung Bietigheim verlässt nun den Stuttgarter Hauptbahnhof um 0.58 Uhr, also eine halbe Stunde später als früher.

Viel Zeit haben in den vergangenen Monaten Besucher und Anwohner des Bietigheimer Krankenhauses damit zugebracht, Parkplätze zu finden. Doch mit der Eröffnung des neuen Parkhauses mit rund 300 Stellplätzen auf vier Etagen Ende Januar - einige Wochen später als geplant - soll sich das bessern, so die Hoffnung der Stadtverwaltung. Zumal sie zusätzlich eine Anwohnerparkzone in dem Bereich einrichtet. Hierzu soll es vorab am Montag, 18. Januar, um 18 Uhr auch eine Infoveranstaltung im Ratssaal des Bietigheimer Rathauses geben.

Eine weitere Veränderung betrifft ebenfalls das Krankenhaus: Denn von Montagabend, 11. Januar, an, wird dort die Notfallpraxis zu finden sein. Diese ist momentan noch in der Pfeifferschen Villa in der Uhlandstraße untergebracht - sehr zum Leidwesen der Anwohner über den nächtlichen Lärm. Doch auch die Mitarbeiter freuen sich auf die moderneren Räume, die dann im Erdgeschoss des Krankenhauses zu finden sein werden, direkt dort, wo nach dem geplanten Klinik-Umbau einmal der Haupteingang sein soll. Zudem sind damit von Mitte Januar an Patienten der Notfallpraxis, die stationär eingewiesen werden müssen, schneller in der zuständigen Krankenhaus-Abteilung.

Schneller sollen künftig auch die Retter vor Ort sein. Denn weil es immer mal wieder Klagen über die Auffindbarkeit der Eingänge der Häuser in der Heilbronner Straße in der Kammgarnspinnerei gegeben habe, wird ein Großteil der Straße "Hägenau" zugeschlagen. Das hatte OB Jürgen Kessing beim Bürgergespräch im Oktober bekanntgegeben - und damit viele Anwohner überrascht. Einige von ihnen hatten dagegen Protest angemeldet, weil sie die Änderung als unnötig und den Aufwand dafür als zu groß ansehen. Doch das sei erfolglos geblieben, sagte Kessing Ende Dezember. Die Baurechtsbehörde habe sich mit dem Verwalter geeinigt, die Änderungen umzusetzen. Nun brauchen sicher die Bewohner mehr Zeit - um ihre Adressen bei Banken, Behörden und Firmen zu ändern.