Bietigheim-Bissingen / Uwe Mollenkopf

Die beiden Landtagsabgeordneten Fabian Gramling (CDU) und Daniel Renkonen (Grüne) haben es sich nicht nehmen lassen, am Dienstag selbst die frohe Botschaft – gut einen Monat vor Weihnachten – zu verkünden: Bietigheim-Bissingen kann sich über Fördergeld in Höhe von 1,7 Millionen Euro aus dem Schulbauförderungsprogramm und der Ganztagsbauförderung des Landes freuen.

Im Einzelnen stellt das Land für die Generalsanierung der Gymnasien I und II im Ellental eine Million Euro zur Verfügung. Für die Erweiterung der Hillerschule gibt es 330 000 Euro, für die bereits abgeschlossene Erweiterung der Schillerschule 370 000 Euro. Die Einführung neuer pädagogischer Konzepte an den Schulen und die heterogenere Schülerschaft führe zu veränderten Anforderungen an ein Schulgebäude, heißt es in der Mitteilung der beiden Abgeordneten. Dazu gehörten auch der Ausbau von Ganztagsangeboten sowie die Herausforderungen der Inklusion. Die kommunalen Schulträger sollten bei dieser „weisungsfreien Pflichtaufgabe“ unterstützt werden.

Gesamtkosten: 52 Millionen

Die Stadt kann das Geld in der Tat gut gebrauchen, denn, wie Oberbürgermeister Jürgen Kessing bei der Haushaltseinbringung sagte, werden auch 2019 die Schulbaumaßnahmen die größten Beträge im Etat verschlingen. Der Gesamtumfang der bereits abgeschlossenen, noch im Bau befindlichen oder zukünftigen Maßnahmen zur Umsetzung des Schulentwicklungsplans beläuft sich auf die stolze Summe von 52 Millionen Euro.

Gebaut wird derzeit etwa in der Hillerschule. Diese erhält auf dem Gelände der abgerissenen alten Gymnastikhalle einen Neubau. Es entsteht dort eine neue Turnhalle als zweiteilbare Halle, darüber werden weitere Flächen für die Ganztagsbetreuung geschaffen. Gesamtkosten: rund 8 Millionen Euro, davon 2,35 im kommenden Jahr. Baubeginn war 2017, Fertigstellung soll, nach einer Verzögerung, im Jahr 2020 sein.

Erweitert wird auch der Campus Bissingen mit der Gemeinschaftsschule Waldschule und der Realschule Bissingen. Beide Schulen werden dabei laut Stadtverwaltung baulich als Einheit betrachtet. Ein Neubautrakt, für den die Bauarbeiten in diesem Jahr begonnen haben, soll nicht nur der Unterbringung der durch die Schulentwicklung erforderlichen Nutzflächen dienen, sondern auch zu einer baulichen Verbindung von Waldschule und Mensa führen. Gleichzeitig soll er als neuer „Kopfbau“ den Campus prägen. Dabei soll auch ein Aufzug eingebaut werden. Durch einen kleineren östlichen Anbau an den Fachraumtrakt der Realschule werden weitere Flächen bereitgestellt. Die Gesamtkosten belaufen sich 6,8 Millionen Euro, wobei 5,5 Millionen auf die Waldschule, der Rest auf die Realschule entfallen. Die Arbeiten an der Waldschule sind bis Mitte 2020 angesetzt, die an der Realschule von 2020 bis 2021.

Die Sanierung der Ellentalgymnasien, für die das Land jetzt eine Million springen lässt, ist ein Mammutprojekt in einer Größenordnung von 18,5 Millionen Euro. Baubeginn war im Jahr 2016, fertig werden sollen die Arbeiten 2021. In der nächsten Phase ist eine Auslagerung von Räumen in die Schwarzwaldstraße nötig.

Damit nicht genug, kommt auch die Realschule im Aurain noch an die Reihe, wofür Gesamtkosten von 6,85 Millionen Euro eingeplant sind. Baubeginn soll 2020 sein, Baufertigstellung 2022. Durch Abbruch der in den 70er-Jahren an die alte Aurainhalle angebauten Gymnastikhalle mit darüber liegenden Unterrichtsräumen würde der Anbau eines Mensa- und Fachraumgebäudes an zentraler Stelle ermöglicht, heißt es dazu im Etat. Parallel dazu soll die Aurainhalle saniert werden, die aus baurechtlichen Gründen nicht aufgegeben werden soll.

Schließlich sind mittelfristig an der Sandschule ebenfalls Baumaßnahmen vorgesehen. Da ab dem neuen Schuljahr in allen Klassenstufen (1 bis 10) Ganztagsbetreuung angeboten wird, sind laut Stadtverwaltung eine Umorganisation im Gebäudebestand und ein Neubau eines Fachraumtrakts erforderlich. Durch den Abbruch des eingeschossigen Toiletten- und Werkraumflügels am östlichen Ende des „Gebäudeteils B“ und den Anbau eines neuen, mehrgeschossigen Trakts an gleicher Stelle könnten die erforderlichen Räume geschaffen werden. Durch Umbauten im Bestand könnten zudem große Teile des bestehenden „Gebäudeteils B“ über den im Neubautrakt geplanten Erschließungskern mit dem Aufzug erschlossen werden. Der Baubeginn ist mit 2021 angesetzt, die Fertigstellung 2023. Kostenpunkt: rund 6 Millionen Euro.

Geld geht auch nach Sachensheim

Viele andere Schulen in Baden-Württemberg profitieren von der Landesförderung. In der unmittelbaren Nachbarschaft wird die Erweiterung der Gemeinschaftsschule in Sachsenheim mit 56 000 Euro unterstützt. Nach Markgrönigen fließen in den Umbau des Helene-Lange-Gymnasiums 101 000 Euro und in die Erweiterung der Landern-Grundschule 348 000 Euro. bz