Technischer Ausschuss 170.000 Euro mehr für den Abriss

Vor etwa einem Jahr begann das Kistenpacken im alten Bürgeramt und den anderen Verwaltungsgebäuden an der Farbstraße. Beim Abriss der Gebäude wurden Schadstoffe gefunden.
Vor etwa einem Jahr begann das Kistenpacken im alten Bürgeramt und den anderen Verwaltungsgebäuden an der Farbstraße. Beim Abriss der Gebäude wurden Schadstoffe gefunden. © Foto: Werner Kuhnle
Christiane Rebhan 03.01.2018

Mit der Entsorgung von Altem will sich niemand lange aufhalten. Doch vor kurzem mussten sich die Mitglieder des Technischen Ausschusses der Stadt Bietigheim-Bissingen erneut mit dem Abbruch der Gebäude in der Farbstraße beschäftigen. Denn die Kosten für den Rückbau und die Entsorgung im Rahmen des Abrisses des alten Bürgeramtes steigen. Ursprünglich hatte die Frankfurter Baumanagement GmbH den Auftrag für die Rückbauarbeiten in Höhe von 158.394 Euro erhalten.

Nach dem Umzug des Sozialamtes sowie des Liegenschaftsamtes ins Altstadt-Carré in der Löchgauer Straße war der Abbruch der beiden Gebäude Farbstraße 17 und 19 vom Hoch- und Tiefbauamt ausgeschrieben worden. Die Abbruchfirma fand bei den Entkernungsarbeiten Anfang April vergangenen Jahres Schadstoffe in der Bausubstanz. Das Ergebnis eines Gutachtens zeigte: Für den Abriss wird eine Gefahrenstoffsanierung notwendig. Laut Bauamtsleiter Claus-Dieter Jaisle sind die Zusatzkosten im Haushalt nicht gedeckt.

Einige Stadträte hinterfragten in der Sitzung, warum man nicht von Beginn an mit Altlasten gerechnet hatte. Jaisle wies daraufhin, dass die Grenzwerte in den vergangenen vier Jahren strenger definiert wurden. Da das Objekt im „Sanierungsgebiet Obere Hauptstraße“ liegt, kann die Stadt mit einem Zuschuss in Höhe von etwa 276.000 Euro rechnen. Denn das Gebiet befindet sich im Förderprogramm „Stadtumbau West“ und erhält Zuschüsse von Bund und Land.

Sobald die Gebäude Geschichte sind, wird das entfallende Volumen von etwa 700 Kubikmetern  in das Hochwasserschutzregister aufgenommen, weil das ohnehin sehr hochwassergefährdete Gebiet, auf dem die Häuser standen, ökologisch gestaltet werden soll. Die Metter bekäme damit an ihrem Ufer auch Fläche zurück, die im Fall eines Hochwassers überflutet werden könne.