Leser-Aktiv-Sommer 116 Arbeitsschritte für ein Hemd

Bietigheim-Bissingen / Von Ifigenia Stogios 23.08.2018

Im Eingangsbereich des Marktführers für Herrenhemden hatten sich am Dienstag 25 BZ-Leser zur Leser-Aktiv-Tour in den Olymp versammelt. Dort empfing sie Marc Fritz, Marketingchef der Traditionsmarke. Zuerst ging es in den zweiten Stock in den Olymp-Showroom, in dem bereits die Kollektion Frühjahr 2019 ausgestellt wird.

Ein Mann besitze durchschnittlich 15,5 Hemden, 16 Prozent seiner Hemden seien allerdings „Kleiderleichen“, so der Marketingleiter des Hemdenherstellers. „Aber wenn jemand besonders gut aussieht, trägt er Olymp“, sagte Fritz schmunzelnd und erzählte den Anwesenden, dass auch Nachrichtensprecher in Olymp-Hemden hineinschlüpfen. Das Unternehmen produziere über zwölf Millionen Artikel pro Jahr, darunter auch Krawatten, Pullover und Accessoires für Männer, ließ er die Besucher wissen.

Fachhändler, die Hemden im November in ihrem Geschäft haben möchten, müssen sie jetzt bestellen, damit der Hersteller ausreichend Vorlauf für seine Disposition hat. Das bedeutet aber auch: Der Händler trägt das Risiko, dass sich die bestellte Ware auch verkauft Er kaufe nach seinem Bedarf, so Fritz. Auch Olymp ist mit eigenen Stores im Markt unterwegs. Von den 65 Geschäften betreiben die Bietigheim-Bissinger die meisten selbst.

Die Hemden mit dem größten Tragekomfort und mit einer „unvergleichbaren Qualität“ kommen aus der Signature-Kollektion. Sie verfügen etwa über einsteckbare Kragenstäbchen. Außerdem ist der Kragenknopf tiefer geschnitten, so dass kein Druck auf dem Kehlkopf zu spüren sei. „Und das Beste, sie sehen auch ungebügelt gut aus“, so Fritz. Für die Fertigung des Premium-Oberteils sind 116 Arbeitsschritte notwendig. Die Preisklasse dieser Kleidungsstücke reicht dementsprechend von 90 bis 120 Euro. Statt sich viele günstige Hemden anzuschaffen, riet Fritz den Besuchern, sich lieber wenige  Qualitätsstücke zu besorgen –  auch mit Blick auf die Nachhaltigkeit.

Gerard Butler wirbt für Olymp

„Wie haben Sie es geschafft den Holywoodstar Gerard Butler dazu zu bringen, für sie zu werben?“, wollte eine BZ-Leserin wissen. Fritz erzählte, dass er sich zuerst mit der Agentur des Schauspielers in Los Angeles in Verbindung gesetzt habe. Danach schickte er ihm Muster zu. „Er hat sofort zugestimmt“, so Fritz. Seither pflege er intensiv den Kontakt zu dem Schauspieler. „Alle paar Wochen schreibe ich mit seinem Management“, sagte Fritz. „Vielleicht klingelt es ja irgendwann und dann ist es der Herr Butler“, scherzte er.

Nach der Hollywood-Einlage  ging es Richtung Herzstück des Olymp-Stammsitzes. „Vom Zentrallager aus wird die ganze Welt beliefert, unabhängig davon, wo  das Hemd genäht wurde“, sagte Fritz. Roboter steuern die Verteilung jedes einzelnen Hemdes und sorgen dafür, dass die Versandkartons nach Bestellung, nach Farbe und Größe bestückt werden. Innerhalb einer Stunde können bis zu 10 000 Stück weltweit verschickt werden.

Dann schauten sich die Besucher die Näherei an. Auf meterlangen, breiten Zuschneidetischen lagen verschiedene Stoffe. Die BZ-Leser erlebten live mit, wie ein Kragen entsteht.

Zum Abschluss der Tour ging’s zum Labor. Zum Labor? Auch das braucht ein Hemdenhersteller. Der Fachmann verriet den Teilnehmern dort, wie sie ein Hemd richtig waschen und trocknen, damit es hinterher auch bügelfrei bleibt.

Die Anzahl der Hemden, die auf einmal gewaschen werden, sollte sechs Stück nicht überschreiten, empfahl Fritz. Und noch ein Tipp: Die Hemden umgekehrt und zugeknöpft in die Waschmaschine werfen und mit möglichst wenig Umdrehungen waschen. Auch der Kragen sollte nach innen gedreht werden. Der Marketingchef riet noch: „Nach der Wäsche die Kleidung unmittelbar aus der Waschtrommel herausnehmen, nach außen drehen und sorgfältig auf einen Kleiderbügel hängen.“

Bewunderung für das weltweit etablierte Textilunternehmen

Dieter Hlawatsch: „Was die BZ ihren Lesern beim Leser-Aktiv-Sommer bietet, ist wirklich ganz toll, ein Kompliment dafür. Schon drei oder vier Mal war ich bereits beim Leser-Aktiv-Sommer dabei und habe es jedes Mal genossen. Dieses Mal freute ich mich besonders auf Olymp. Es ist sehr interessant, so viel über die Textilindustrie und über dieses Unternehmens zu erfahren, denn ich kenne Olymp noch aus den Zeiten, als das Unternehmen ganz klein war und sich noch am Gründungssitz in Großingersheim befand. Dort habe ich 1956 gewohnt, jetzt wohne ich in Bietigheim-Buch. Olymp-Hemden habe ich schon oft getragen. Deshalb interessiert es mich umso mehr, wie die Produktion abläuft. Es ist toll zu sehen, wie Olymp sich weltweit etabliert hat. Was die Familie Bezner geleistet hat, muss man neidlos anerkennen und natürlich kriegt man das nicht geschenkt. Da steckt viel Arbeit dahinter. Marc Fritz hat uns Einblicke gewährt, die gewöhnlich für Außenstehende nicht möglich sind.“ ifi

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