Der „Bürgerbus für Besigheim“, der von der früheren Quartiersmanagerin Bettina Ongerth im Rahmen der „Zukunftswerkstatt“ initiiert wurde, könnte bald Wirklichkeit werden. Vor allem für Senioren, für die die Entfernungen zur Haltestelle weit sind, wäre ein solches Angebot hilfreich, aber auch Jüngere sollen vom Angebot profitieren.

Wie die aus sieben Personen bestehende Steuerungsgruppe „Bürgerbus für Besigheim“ mitteilt, werden derzeit zwei geplante Routen favorisiert. „Der Stand ist, dass die beiden Schleifen ans Landratsamt geschickt wurden und geprüft werden“, so Quartiersmanagerin Anika Haas, die auch in der Steuerungsgruppe ist. Bei der Prüfung gehe es vor allem darum, eine mögliche Konkurrenz zum ÖPNV zu verhindern, der ähnliche Strecken bedient. Auch wenn Besigheim auf den ersten Blick über ein gut ausgebautes Busliniennetz verfüge, gebe es dennoch Gebiete, welche vom städtischen Bus nur schwer erreichbar sind. So soll der Bürgerbus mit zwei Routen seine Nische finden und als Ergänzung zum ÖPNV verstanden werden.

Haltestelle am Rathaus

Besonders das Besigheimer Rathaus, an dem es keine direkte Anbindung an den ÖPNV gibt, ist dabei für viele Bürger von Interesse, wenn wichtige Behördengänge erledigt werden müssen. Ebenso wichtig ist der Bahnhof, wo ganz in der Nähe das alte und das gerade entstehende Ärztehaus sind, die so leichter erreicht werden könnten.

Auch Supermärkte sollen angefahren werden, weil für ältere Menschen die Wege oft lang sind und schwere Taschen getragen werden müssen. Auch in Neubaugebieten, wo der Weg zur nächsten Bushaltestelle manchmal sehr weit ist, wäre ein Bürgerbus für viele eine große Erleichterung. Wichtig ist Haas aber auch, dass es nicht nur ein Angebot für Senioren werden wird, sondern für alle Menschen.

Ziel des Bürgerbus-Projekts sei die Teilhabe am öffentlichen Leben verschiedener Generationen: Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren können mit solch einem Bus ihren alltäglichen Aktivitäten nachgehen. Der Fahrpreis könnte dafür bei einem symbolischen Euro liegen.

Die beiden vorgelegten Strecken wurden von der Steuerungsgruppe nach den Ergebnissen der Rückmeldungen zusammen gestellt, die die frühere Quartiersmanagerin Ongerth gesammelt hatte.

Ehrenamtliche Fahrer

Der Bürgerbus, der sie bedient, soll an das Angebot der Kommune angegliedert und von ehrenamtlich engagierten Bürgern gefahren werden. Zunächst ist dafür ein Niederflurbus als Leasingfahrzeug angedacht, auch Sponsoren seien dafür denkbar. Mit kleinen Rampen könnten dann auch Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollator leicht einsteigen, so die Quartiersmanagerin. Durch die neuen Bestimmungen des Personenbeförderungsgesetzes sollen bis 2022 die Bushaltestellen barrierefrei werden. „Unsere Sorge war, dass dies auch für uns eine Hürde wäre“, macht Haas deutlich, doch man sei von der ÖPNV-Neuregelung nicht betroffen. Insgesamt stelle der Bürgerbus „ein Angebot von Bürgern für Bürger“ dar und könne somit das Miteinander im Quartier stärken.

Info Interessierte Ehrenamtliche, die sich als Fahrer oder Fahrerin oder auch in der Steuerungsgruppe aktiv beteiligen wollen, sind weiter willkommen. Ansprechpartner ist Anika Haas, Kontakt per E-Mail an  a.haas@ev-heimstiftung.de, Telefon (07143) 671 32.