Besigheim Zu viele grüne Tonnen in der Altstadt

Mülleimer in der historischen Altstadt von Besigheim bieten kein schönes Bild. Doch wohin damit? Mit dieser Frage will sich die Stadt jetzt eingehend befassen.
Mülleimer in der historischen Altstadt von Besigheim bieten kein schönes Bild. Doch wohin damit? Mit dieser Frage will sich die Stadt jetzt eingehend befassen. © Foto: Martin Kalb
Besigheim / Michael Soltys 19.07.2018

Das Bild einer historischen Altstadt verträgt sich nur schlecht mit Mülleimern, die ungeordnet entlang von Straßen und Gassen an den Hauseingängen stehen. Doch wohin mit grauer, brauner und grüner Tonne, die im Landkreis Ludwigsburg benötigt werden, um Restmüll, Biomüll, Papier und Flaschen aus Glas und Kunststoff zu trennen. Vielen Bewohnern fehlt um das Haus herum schlicht der Platz, um Mülleimer unauffällig unterzubringen. Das weiß auch Sabine Keller, die Hauptamtsleiterin der Stadt Besigheim. Erst recht gibt es häufig im Inneren des Hauses keine Möglichkeit dazu oder es müssen Treppen überwunden werden. „Da stellt man sie eben draußen ab“, sagt Keller.

Doch eben das soll künftig so weit wie möglich reduziert werden. Schließlich beeinträchtigen die Mülleimer nicht nur das Stadtbild, in den engen Straßen der Altstadt ist die Abholung auch für die Mitarbeiter der Abfallverwertungsgesellschaft AVL eine schwierige Angelegenheit. In der Regel holt die AVL  schon montags in der Innenstadt keinen Müll mehr ab, am Wochenende werden deshalb keine Mülleimer mehr bereitgestellt.

Mitte Juni hatte Annette Ponton, die bei der AVL die Abteilung Ressourcen und Logistik leitet, das Problem bereits im Ausschuss für Umwelt und Technik in Besigheim geschildert. Am Dienstag legte Hauptamtsleiterin Keller dem Ausschuss jetzt einige Vorschläge vor, wie die Müllabfuhr erleichtert werden kann. Vor allem die Zahl der grünen Tonnen, in denen das Papier und die Flaschen und Behälter (flach und rund) gesammelt werden, sollte reduziert werden. Die AVL selbst sieht keine Begrenzung vor, ihre Leerung ist im Grundpreis enthalten.

Parkplätze als Standort

Keller kann sich vorstellen, in der Altstadt Depotcontainer aufzustellen, in die Anwohner ihren Müll für die grüne Tonne entsorgen können. Mögliche Standorte sind der Parkplatz beim Bauhof, wo es bereits einen Depotcontainer gibt, und die Parkplätze in der Oberamteigasse, im Bühl und in der Kirchstraße zwischen dem Friseurladen Kollar und der Förderschule.

Prompt kam bei Inhaber und BMU-Stadtrat Hansjörg Kollar, der auch Vorsitzender des Marceting Concepts Besigheim, MCB, ist, die Sorge auf, es könnten Parkplätze in der Innenstadt verloren gehen. Auch Sibylle Reustle von der SPD hält es für schwierig, weitere Parkplätze in der Altstadt zuzustellen. Kollar befürchtet zudem, dass Bewohner von außerhalb die Container nutzen könnten, um ihren Müll dort abzuladen. Ob allerdings wirklich Parkplätze wegfallen, müsse sich erst noch in der Praxis zeigen, sagte Hauptamtsleiterin Keller im Gespräch mit der BZ.

Eine zweite Möglichkeit, die Mülleimer aus dem Blickfeld zu bekommen, ist ihre „Einhausung“, also die Anlage von Unterstellplätzen.  Das allerdings kann nur im Einvernehmen mit den Eigentümern geschehen, wie Bürgermeister Steffen Bühler in der Sitzung betonte. Nicht einmal im Rahmen von Baugenehmigungen lasse es sich rechtlich durchsetzen, dass die Mülleimer auf dem eigenen Grundstück oder im Haus untergebracht werden, machte Keller deutlich. Zudem müsse die Gestaltung dieser Unterstellplätze in der Innenstadt mit dem Landesdenkmalamt abgestimmt werden.

„Etwas Ansehnliches“

Wie also kommt man einen Schritt weiter? Die Stadt setzt zunächst einmal auf die Information der Bürger, beispielsweise im nächsten Bürger-Info, das im Herbst erscheint. Eine Möglichkeit wäre es auch, dass die Stadt selbst Vorschläge für die Verwendung von „Einhausungen“ macht und dann eine Sammelbestellung aufgibt. Das schlug Reustle vor, damit die Bürger sehen, das „etwas Ansehnliches vor die Haustür kommt.“ Bürgermeister Bühler hofft auf einen Aha-Effekt: Hat erst einmal ein Hausbesitzer eine solche Unterstellmöglichkeit angeschafft, ziehen möglicherweise andere nach.

 Entschieden ist damit noch nichts. Bis Ende des Jahres sollen konkrete Vorschläge auf dem Tisch liegen. Darauf hatte Stadtrat Ulrich Gerstetter gedrängt.

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