Dort, wo eigentlich der in der Gemeinde sehnlichst gewünschte Supermarkt hätte hinkommen sollen, nämlich am nördlichen Ortsrand westlich der Bundesstraße, plant die Gemeinde seit einiger Zeit ein kleines Wohngebiet. Wie bekannt, scheiterte die Idee des Supermarktes an den Einwänden des Stuttgarter Regierungspräsidiums, das sich gegen die geplante Anbindung an die Bundesstraße 27 ausgesprochen hatte.

In seiner letzten Sitzung billigte der Gemeinderat vor vielen Zuhörern – überwiegend Grundstückseigentümer aus dem betroffenen Gebiet – den vom Ludwigsburger Planungsbüro KMB erarbeiteten Bebauungsplan. Er sieht vor, auf einem 1,3 Hektar großen Areal zwischen den Weinbergen im Westen und der Bundesstraße im Osten, im Anschluss an die bestehende Wohnbebauung im Hölderlin-, Mozart- und Beethovenweg weitere Wohngebäude zu errichten. Abzüglich der Verkehrs- und Grünflächen bleibt für die Wohnbebauung genau ein Hektar Fläche übrig.

Richtwert erreicht

Geplant sind 16 Einfamilienhäuser und sechs Reihenhäuser mit je einer Wohneinheit sowie drei Mehrfamilienhäuser mit je sechs Wohnungen. Rechnet man mit 2,2 Bewohnern je Wohneinheit, kommt man auf 67 Einwohner für den zur Verfügung stehenden Platz. Damit bewegt man sich im Rahmen des vom Regionalplan vorgegebenen Richtwerts von 60 Einwohnern pro Hektar.

Ganz so einfach, wie es sich der Gemeinderat vorstellt, konnte das Bebauungsplanverfahren indes nicht starten. Wegen der Trockenmauern mit den geschützten Eidechsen am Westrand des Geländes musste erst ein Kompromiss mit den Eigentümern gefunden werden, um erforderliche Ausgleichsmaßnamen im Rahmen zu halten (wir berichteten).

Im Osten, dort wo die Bundesstraße dicht an der geplanten Bebauung entlang führt, gibt es Probleme mit dem Lärmschutz, die dadurch gelöst werden sollen, dass entlang der Bundesstraße Reihen- und Kettenhäuser mit einer Höhe von 9,5 Metern geplant werden. Sie müssen das dahinter liegende Wohngebiet gegen den Straßenlärm abschirmen.

Eine eigentliche Lärmschutzwand zu errichten, die ebenfalls rund neun Meter hoch sein müsste, halten die Planer für kaum umsetzbar und aus städtebaulichen Gründen ohnehin für nicht gewünscht. Für den Entwurf der als Lärmschutzriegel dienenden Häuser hat das zur Folge, dass Terrassen und Balkone nach Osten hin nicht gestattet sind. Die Grundrisse müssen so entworfen werden, dass sich Räume, in denen man sich ständig aufhält, wie Büros, Wohn- und Schlafzimmer, nach Westen, der vom Lärm abgewandten Seite, orientieren. Für diese Seite erwartet eine eigens erstellte schalltechnische Untersuchung durch die Riegelbebauung eine Lärmreduzierung um zwei bis fünf Dezibel – „erhebliche Werte“, so Planer Uwe Müller.

Erschlossen wird das Gebiet durch eine 5,8 Meter breite Ringstraße, die an den Mozartweg und den Hölderlinweg anknüpft. Ein Gehweg ist nicht vorgesehen, ebenso wenig eine Erschließung von der B 27 her. Zulässige Dachformen sind entlang der Bundesstraße flache oder flach geneigte Dächer und im Westen entlang der Weinberge flach geneigte Satteldächer. Im Bereich dazwischen ist die Dachform wählbar.