Er stand zuletzt wegen der teils hitzigen Diskussion um die Sperrzeiten in Besigheim im Mittelpunkt: Frank Land, Wirt der Marktwirtschaft am Marktplatz. Doch selbst die Kritiker erkennen an, dass die Gastronomie und das Leben in der Altstadt vom Engagement des 31-Jährigen profitieren. In den knapp vier Jahren, in denen Land die Marktwirtschaft betreibt, hat er es verstanden, die Chancen des Standortes mitten in der Altstadt zu nutzen, einen Standort, den Land selbst als „perfekt“ bezeichnet.

In Summe „nur positiv“ beschreibt Land seine Erfahrungen. Die Besigheimer Altstadt sei attraktiv, sie habe „Pfiff und Charme“, sagt er. „Davon profitiert jeder Gastronom.“  Die Gäste kommen aus dem gesamten Einzugsgebiet zwischen Stuttgart/Ludwigsburg und Heilbronn. Viel Spielraum nach oben sieht der Gastronom nicht mehr. Schon jetzt sei es für ihn und seine 16 Mitarbeiter eine Herausforderung „alles unter einen Hut zu bringen“.

Denn Land hat sich auf der anderen Seite des Marktplatzes ein zweites Standbein geschaffen. Im Keller des Hauses Nr. 3 hat er vor Kurzem eine Vinothek und Brasserie mit dem Namen „Marktkeller“ eröffnet. Anders als in der Marktwirtschaft liegt der Schwerpunkt auf Gerichten in „Vorspeisengröße“, wie Land sagt. Wer will, kann dem Koch in der kleinen Küche bei der Vorbereitung über die Schulter schauen. Schon in der Marktwirtschaft hat Land Wert auf ein breites Angebot an regionalen Weinen gelegt, das soll im Marktkeller noch stärker zur Geltung kommen. Gerade im Winter sei die Auslastung der Marktwirtschaft sehr hoch, „da kann ich den Keller gut bespielen“, hofft er.

Bisher sehr positiv

Die ersten Wochen jedenfalls seien „sehr positiv“ angelaufen. Im Sommer möchte er auch die Gäste des Marktkellers am Wochenende im Freien bewirten, so wie gegenüber in der Marktwirtschaft. Dafür aber habe er noch keine Genehmigung beantragt.

Für die Verlängerung der Bewirtung im Freien ab 23 Uhr hatte Land eine Vielzahl von Argumenten ins Feld geführt, alle im Sinne der Gäste, wie er betont: „Es geht nicht um den großen Gewinn in dieser Zeit.“ Doch die Nachbarn in der unmittelbaren Umgebung wollten die Belästigung durch den Lärm in der Nacht nicht dulden. Jetzt müssen Land und alle anderen Gastwirte um spätestens 22.30 Uhr schließen, wenn der Gemeinderat am Dienstag, 28. Januar, den Beschluss des Verwaltungsausschusses bestätigt.

 Land selbst zieht eine weitere Konsequenz, weil „einige wenige rebellieren“, wie er sagt: Eine Neuauflage der sommerlichen Jazztage auf dem Marktplatz wird es nicht mehr geben. Das mehrtägige Fest, bei dem regionale Winzer vertreten waren, hatte in den vergangenen Jahren regelmäßig viele Menschen in die Altstadt gezogen. Lands Begründung für die Absage: „Ich möchte mich als Gastronom auch selber wohlfühlen.“