Ich finde, dass die Schranke an der Schule den ganzen Tag zubleiben sollte“, ist eine Schülerin überzeugt, „bevor etwas passiert“. Ein Junge meinte, dass sie ruhig geöffnet werden könne, „man hat ja Augen, um zu gucken“. Bei der Aktion „Wir lesen junior“ konnten die Drittklässler der Friedrich-Schelling-Schule am Donnerstag mit BZ-Redakteur Michael Soltys über einen aktuellen Artikel diskutieren, der sich mit dem Durchgangsverkehr an der Schule befasst. „Die Bietigheimer Zeitung hat die Aufgabe, solche Meinungen wiederzugeben“, erklärte Soltys. Auch der Gemeinderat habe sich dafür ausgesprochen, die Schranke nicht dauerhaft zu schließen

„Seid ihr so etwas wie der zweite Bürgermeister“, wollte ein Junge wissen. „Nein“, sagte Soltys, „wir entscheiden nichts und wir geben dem Bürgermeister auch keine Ratschläge. Unsere Aufgabe ist es aber, bei den Menschen nachzufragen und kritische Rückmeldungen weiterzugeben - auch an den Bürgermeister.“

Unfälle und Rettungseinsätze, Frauenfußball und Tennis, Wetter und Rätsel – für diese Themen interessieren sich die jungen Leser am meisten. Vom Redakteur wollten sie wissen, wie lange er braucht, um eine ganze Zeitungsseite zu füllen, warum die Schrift so klein ist und wer sich eigentlich das Kreuzworträtsel einfallen lasse.

„Schreiben Sie mit der Hand oder mit dem Computer?“, wollte ein Mädchen wissen. Als der BZ-Redakteur zugab, dass er es schon fast verlernt habe, mit der Hand zu schreiben, riet ihm ein Mädchen: „Dann geh halt in die Schule, wenn du so schlecht schreiben kannst.“

Einer der Schüler berichtete, dass er die Zeitung lieber ausgedruckt lese als im Internet, weil davon die Augen schlecht würden. Ein anderer schaut sie lieber im Internet an, weil er dort die Schriftgröße einstellen könnte.

Am Beispiel seines Artikels über die Schulschranke beschrieb Soltys den Schülern, wie sein Arbeitsalltag aussieht, der an manchen Tagen auch schon mal stressig sein könne. „Aber weil ich Leute gerne Sachen frage, die sie mir beantworten müssen“, mache ihm seine Arbeit als Journalist viel Spaß. Daraufhin wollten die Schüler von ihm wissen, wie alt sie sein müssen, um bei der Zeitung zu arbeiten, wie viel Geld man als Redakteur verdient und ob man auch von Zuhause aus arbeiten könne.

Eine Stunde lang stellten die Schüler dem BZ-Redakteur nicht nur Fragen, sie gaben ihm auch einen Tipp mit auf den Weg: Die Witze in der Zeitung müssten auf jeden Fall witziger werden.