Besigheim Weiterer Stolperstein für Neckarblick

Mit dem Detektor in der Hand werden Fledermäuse aufgespürt.
Mit dem Detektor in der Hand werden Fledermäuse aufgespürt. © Foto: Helmut Pangerl
Besigheim / Michael Soltys 16.08.2017

Dass es im Neckarblick, dort wo die Stadt Besigheim seit Jahren Bauplätze ausweisen will, Zauneidechsen gibt, das ist seit Kurzem klar. Gibt es aber auch Fledermäuse, eine ebenso wie die Zauneidechsen besonders geschützte Tierart? Eindeutig Ja, sagen Mitglieder einer lose organisierten Bürgerinitiative, die sich am Dienstagabend im Neckarblick trafen. Mit einem Fledermausdetektor spürte BUND-Mitglied Heinrich Blasenbrei-Wurz, sonst eher als Energieexperte in der Stadt bekannt, den Tieren nach. Die Echolotfrequenzen des Geräts ermöglichen es, die Tiere hörbar zu machen und zu klassifizieren. „Wir haben die Fledermäuse gesehen und gehört“, sagte Christoph Köhler, Anwohner im Neckarblick und erklärter Gegner der Bauplatzausweisung.

Ihm und seinen Mitstreitern geht es darum, die Verabschiedung des Bebauungsplans, der ein halbes Dutzend Bauplätze im landschaftlich wertvollen Neckarblick ausweist, durch den Gemeinderat zu verhindern, bekräftigte Köhler im Gespräch mit der BZ. Dazu scheint ihnen der Nachweis der Fledermäuse ein geeigneter Hebel, da in diesem Fall das Landratsamt entscheiden müsse, ob oder in welchem Umfang eine Bebauung möglich sei. Sollten Nistplätze in dem alten Baumbestand wegfallen, müsste Ersatz in unmittelbarer Nähe geschaffen werden.

Erneute Änderung

Erst Anfang Juli hatten die Stadträte über eine Änderung des Bebauungsplans beraten, der den Bau von vier Einfamilienhäusern und zwei Doppelhäusern erlaubt. Danach musste der Plan erneut öffentlich ausgelegt werden. Am Freitag läuft die Frist ab, innerhalb derer Behörden, Organisationen und auch Privatpersonen Einwände oder Bedenken gegen den Plan erheben können. Bis dahin wird auch Köhler seine Bedenken formuliert haben, kündigte er an. Er will im Übrigen auch den Wendehals auf dem Gelände entdeckt haben, einen  geschützten Vogel. Ein Nachweis von Fledermäusen dürfte die Beratung und Verabschiedung des Bebauungsplans nicht eben erleichtern. Schon der erste Entwurf war gegen sechs Gegenstimmen und eine Enthaltung verabschiedet worden. Mittlerweile hat die Stadt ein Landschaftsbüro beauftragt, das Gebiet auf seltene Tierarten zu untersuchen, auch auf das Vorkommen von Fledermäusen, sagte Heike Eckert-Maier, die Leiterin des Stadtplanungsamtes gegenüber der BZ.

Die Landschaftsplaner haben wenige Zauneidechsen nachweisen können. Sie müssen umgesetzt werden. Trotzdem dürfte die Stadt den Satzungsbeschluss fassen, betonte Eckert-Maier. Die Stadt habe auch die Erlaubnis, ein Biotop auf dem Gelände ­– eine Hecke, die an ein Nachbargrundstück grenzt – zu entfernen und an anderer Stelle ein neues zu errichten. Eckert-Maier geht nach wie vor davon aus, dass der Gemeinderat im Oktober endgültig über den Plan entscheiden kann. Die Erschließung sei gut geregelt, obwohl ein angrenzendes Grundstück nicht einbezogen wurde, weil die Besitzerin sich weigerte zu verkaufen.