Inszenierung Weisheit unterm Sternenhimmel

Martin Rahimi spielt den kleinen Prinzen in der Inszenierung der Studiobühne Besigheim.
Martin Rahimi spielt den kleinen Prinzen in der Inszenierung der Studiobühne Besigheim. © Foto: Helmut Pangerl
Besigheim / Miriam Staudacher 05.12.2018

Schon lange habe sie mit dem Gedanken gespielt, die Geschichte des kleinen Prinzen auf die Bühne zu bringen, sagt Dorothee Falk. Am Samstag nun war es soweit: Der Kleine Prinz, das berühmteste Werk des französischen Autors Antoine de Saint-Exupéry von Anfang 1943, feierte im Steinhauskeller Premiere.

Um es gleich vorweg zu nehmen: In der Inszenierung von Dorothee Falk gibt es nicht nur für Kinder Gelegenheit zum Staunen und Lachen; auch die erwachsenen Besucher haben ihre Freude an der Geschichte vom kleinen Prinzen, der von seinem Asteroiden herunterkommt und sich auf die Suche nach einem Freund macht. Diese Suche hat Dorothee Falk für die Besigheimer Studiobühne mit einer fünfköpfigen, äußerst spielfreudigen Besetzung kurzweilig und liebevoll in Szene gesetzt.

Vor dem von Eberhard Krieg mit Liebe zum Detail gestalteten Bühnenbild, verkörpert Armin Gosch den Bruchpiloten Antoine de Saint-Exupéry, der, wie sein Alter Ego, in der Wüste notlanden muss und dort auf eben jenen kleinen Prinzen trifft. „Ist zufällig ein Flugzeugingenieur da?“ fragt Armin Gosch im Pilotenoutfit vergangener Zeiten ins Publikum und lässt sich nur allzu gerne auf ein Geplänkel mit den Kindern in den vorderen Reihen ein.

Silberne Punkte an der Decke

Dann tanzen silberne Punkte an der Decke des Kellers: Der kleine Prinz, dargestellt von Martin Rahimi, betritt den Raum und wird mit seinem unaufgeregten, ruhigen Spiel sofort ins Herz geschlossen.

Silas Körner und Achim Enchelmaier sind beide in je zwei Rollen gefragt: Silas Körner spielt den vor Anstrengung ächzenden König mit Hermelin und Lackschuhen, der sich vergebens Untertanen wünscht, mit ebenso großer Begeisterung wie den emsig tippelnden Laternenmann, der brav seine Anordnungen ausführt und beim lebenserfahrenen Zuschauer das Bild des stoischen Befehlsempfängers hervorruft.

Den furchtbar eitlen Eitlen gibt Achim Enchelmaier: Beständig in den Spiegel schauend stolziert der Geck in Hochwasserhosen, mit einem merkwürdigen Hut und grenzenloser Egozentrik durch den Keller, hält sich für den Besten, Schönsten und Klügsten und den Menschen sprichwörtlich einen Spiegel vor. Auch als sehr beschäftigter Geschäftsmann, der die Sterne zu besitzen glaubt und doch nur ein armer Tropf ist, gefällt Achim Enchelmaier ausnehmend gut.

Freundschaft und Liebe

Emily Zundel schließlich fällt der Part des Fuchses zu; die Schlüsselfigur des Stückes, der dem kleinen Prinzen das Geheimnis von Freundschaft und Liebe lehrt. „Zähme mich“, bittet der Fuchs und verrät ihm sein Geheimnis. „Zähmen heißt, sich vertraut zu machen“ sagt der Fuchs zum Kleinen Prinzen und die Erwachsenen im Steinhauskeller nicken bekräftigend. Und spätestens dann, wenn Martin Rahimi zu seiner Gitarre greift und mit seinem wunderbaren Spiel den Fuchs zum Tanzen auffordert, spätestens dann geht auch dem letzten Besucher das Herz auf.

Info Weitere Aufführungen: Samstag, 8. Dezember, 15 Uhr; Sonntag, 9. Dezember, 14 und 16 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf bei Namasté in der Bahnhofstraße 9, Besigheim, bei Magazeno, Kirchstraße 20, oder eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Tageskasse.

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