Für Jacqueline Waraich läuft der Countdown: An diesem Freitag, 13. September, bei der Eröffnung des Besigheimer Winzerfestes, wird die neue Besigheimer Weinprinzessin von Bürgermeister Steffen Bühler und der Besigheimer Schultesgruppe feierlich in ihr Amt eingeführt. Die Sportschützen werden das Besigheimer Winzerfest eröffnen und die Stadtkapelle Besigheim spielt ihr ein Ständchen.

Wer ist die neue „Blaublütige“, die den roten und weißen Wein  von Besigheim nun repräsentieren soll? Seit drei Jahren lebt Jacqueline Waraich in Besigheim. In Löchgau ist sie aufgewachsen. Mit drei Jahren kam sie hierher. „Ich komme aus keiner Winzerfamilie und ich war noch nie bei einer Weinlese dabei wie andere, die vor mir dieses Amt ausübten. Ich habe bisher keinen Bezug zum Weinbau und auch keinen Winzerhintergrund, sondern komme rein aus Interesse an Besigheim und an der Region“, erklärt die 24-Jährige offen.

Neugierig auf Weinlese

Von ihrer Neugierde hat sie sich leiten lassen. Zum Thema Weinlese sagt sie: „Mich würde das schon interessieren. Ich habe keine Erfahrung, wie so etwas abläuft. Ich würde da sehr gern mal mitgehen.“ Um mehr über die Hintergründe des Weinbaus zu erfahren, besucht Jacqueline Waraich direkt nach dem Winzerfest ein Weinseminar in Möglingen bei Ludwigsburg. „Dabei geht es um Bodenbeschaffenheit und wetterklimatische Bedingungen“, weiß sie schon jetzt. Weitere Themen sind die Stellung Deutschlands als Weinbauland, sowie Import und Export.

Im Jahr 2013 hat Jacqueline Waraich am Christoph-Schrempf-Gymnasium Abitur gemacht. Sprachen liegen der jungen Frau, die gerne erzählt und offen ist. Französisch und Englisch kann sie gut und Grundkenntnisse in Italienisch bringt sie mit. Die Ausbildung zur Raumausstatterin hat sie angefangen, aber nur ein Jahr lang fortgesetzt. „Das räumliche Gestalten ist etwas, was ich gerne mache, aber nur im privaten Bereich“, lässt sie wissen.

Danach hat Jacqueline Waraich von 2014 bis 2016 bei der Bank eine Ausbildung zur Finanzassistentin absolviert. Heute ist sie in der Kundenberatung tätig. Nun folgte der nächste Schritt in ihrer persönlichen Karriere zur Bankfachwirtin an der Sparkassenakademie in Stuttgart. Seit September 2018 geht sie einem Bachelorstudium bei der Sparkassenhochschule in Bonn nach. Das mache ich abends nach meiner Tätigkeit in der Bank und am Wochenende“, erklärt sie. „Ein Vollzeitstudium wäre für mich zu dem Zeitpunkt nicht mehr in Frage gekommen“, erzählt sie.

Kein Großstadtkind

Was Jacqueline Waraich zu einer richtigen „blaublütigen“ Besigheimerin macht? Einen ganz entscheidende Eigenschaft: „Ich bin kein Großstadtkind“, betont sie und öffnet sich damit selbst die Türen für gesellige Stunden unter Winzern im Weinberg. In Löchgau ist sie mit ihren drei Geschwistern aufgewachsen, ihre Großeltern stammen auch aus Löchgau. „Bei mir zuhause geht es immer sehr familiär zu, und ich habe einen tiefen Bezug zu dieser Gegend hier“, lässt sie wissen.

Was hat sie nun bewogen, sich für dieses Amt zu bewerben? „Seit ich in Besigheim wohne, sehe ich die Weinberge, wenn ich morgens aufstehe, und diesen Anblick genieße ich sehr. Es ist schön, in die Weinberge zu sehen. Seit meinem Umzug habe ich mich immer ein Stückchen mehr in diese Stadt verliebt.“ Sie freue sich, dass sie nun den Besigheimer Wein repräsentieren darf.

Herzklopfen hat Jacqueline Waraich schon jetzt, wenn sie an den kommenden Freitagabend denkt. Von ihrer Vorgängerin im Amt übernimmt sie das Krönchen und schenkt ihrem Publikum ein erstes Gedicht über den Wein. Viele weitere werden in ihrer Amtszeit folgen, denn sie repräsentiert Besigheim nun auch bei kommenden Festlichkeiten.

Viele Aufgaben

Beim Winzerfest ist Jacqueline Waraich natürlich beim großen Festumzug am Wochenende dabei und fährt auf dem Besigheimer Wagen mit. Montags bei der Weinprobe in der Alten Kelter wird sie ebenfalls dabei sein. Sie repräsentiert in den kommenden Monaten die Felsengartenkellerei bei der CMT und wird zusammen mit einer Abordnung die französische Partnerstadt Ay besuchen.

Privat treibt Jacqueline Waraich gerne Sport als Ausgleich zum Sitzen im Job. „Ich gehe sehr gerne auf Reisen und will etwas von der Welt sehen. Ich finde es spannend, andere Kulturen kennenzulernen und auf der anderen Seite nicht zu vergessen, wie schön wir es hier haben“, sagt sie.

„„Außerdem ist mir meine Familie sehr wichtig. Wir sind jetzt nicht so eine große Familie, aber wir verstehen uns gut und haben einen großen Zusammenhalt“, erzählt Jacqueline Waraich, die Löchgauer Wahlbesigheimerin. „Von meiner Wohnung aus schaue ich direkt auf die Weinkanzel“, sagt sie, und genau in so einem Moment kam ihr wohl der Gedanke, es doch als Anwärterin auf das Besigheimer Prinzessinnenamt zu versuchen.